Revolution in der Formel 1? Dieser Teamchef will Frauen in die Rennserie bringen

Laurent Rossi spricht bei einer Pressekonferenz zu den Reportern.

Alpine-Teamchef Laurent Rossi bei einer Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Miami am 7. Mai 2022.

Derzeit gehen in der Formel 1 20 Männer für die verschiedenen Rennställe an den Start. Alpine-Teamchef Laurent Rossi möchte das in Zukunft ändern und mehr Frauen diese Möglichkeit anbieten.

Der Formel-1-Rennstall Alpine möchte in Zukunft mehr Frauen in die Rennserie etablieren. Das verkündete jetzt Teamchef Laurent Rossi (47), der bereits ein Projekt zur Förderung von Frauen im Kartsport gestartet.

Das bislang letzte Mal, dass eine Frau in einem Formel-1-Boliden saß, war 2014, als die Ehefrau von Mercedes-Teamchef Toto Wolff (50) ein freies Training in Großbritannien fuhr. Die Teilnahme einer Frau an einem Grand Prix sollte es 22 Jahre zuvor geben, als Giovanna Amati (62) für drei Rennen ins Cockpit steigen sollte, jedoch die Qualifikation verfehlte.

Formel 1: Alpine fördert weibliche Motorsport-Talente

Rossi möchte diese Quote in Zukunft ändern: „Es gibt keinen Grund, warum Frauen das nicht schaffen sollten, aber der Weg ist lang. Wir reden von einem über acht Jahre laufenden Projekt, und es beginnt jetzt“, so sagt er bei der „BBC“.

In den kommenden Wochen sollen bereits vier bis fünf Mädchen neu in den Kartsport einsteigen, ein Wechsel in den Formel-Sport soll in den Nachfolgejahren geschehen. Das Ziel des Programms sei es, Frauen als Stamm-Fahrerinnen in die Formel 1 zu bringen. 

„Die Idee ist: Lasst uns ganz vorne anfangen und sicherstellen, dass wir einen Weg aufbauen. Genau so, wie wir es für Männer getan haben. Ich bin überzeugt davon: Wenn wir das machen, kriegen wir eine viel größere Erfolgschance für Frauen“, erklärt der Teamchef.

Damit möchte der 47-Jährige ebenfalls die These widerlegen, dass Frauen in der Rennserie mit den Männern nicht mithalten können: „Wenn Fernando Alonso mit 40 ein Formel-1-Auto bewegen kann, dann sehe ich nicht, weshalb das eine super-fitte Frau mit 30 nicht schaffen könnte.“

„Wir wollen hier nicht nur Statistiken verschieben“

Er sei sich ziemlich sicher, dass „eine Frau mit 30 Fernando in den meisten körperlichen Aktivitäten besiegen würde.“ Wenn Alonso in seinem Alter noch so erfolgreich ein Formel-1-Auto beherrschen könnte, sei es ein gutes Beispiel dafür, dass allein körperliche Kraft„ nicht der Schlüssel zum Erfolg“ sei.

In erster Linie wolle der Rennstall Sponsoren finden, die das Programm zur Förderung von weiblichen Motorsport-Talenten finanziell unterstützen möchten. 

„Wir wollen hier nicht nur Statistiken verschieben“, so die Personalchefin von Alpine, Claire Mesnier. „Wir haben ein einmaliges, langfristiges Projekt angeschoben, das auf den Einsatz aller Angestellten baut. Die Herausforderung ist einerseits, Reflexion innerhalb der Teams anzustoßen, aber andererseits auch konkrete Pläne zu entwickeln, wie wir als Unternehmen vorankommen.“ (fr)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.