„Dachte, ich werde sterben“Grosjean spricht emotional und im Detail über Horror-Crash

Neuer Inhalt

Romain Grosjean kehrte am Donnerstag zurück an die Rennstrecke nach seinem schweren Unfall beim Großen Preis von Bahrain. Wie durch ein Wunder überstand er den Unfall nur mit leichten Verletzungen.

Sakhir – Die Piloten in der Formel 1 wissen vor jedem Rennen, dass sie ein hohes Risiko eingehen. Wie hoch dieses Risiko ist, war am vergangenen Renn-Wochenende klargeworden: Am Sonntag überlebte Haas-Pilot Romain Grosjean (34) wie durch ein Wunder einen absoluten Horror-Crash.

28 Sekunden im Flammenmeer

Feuer überall, der Tod als Möglichkeit und zuletzt der rettende Gedanke an die eigenen Kinder: Grosjean hat fünf Tage nach seinem schweren Unfall in Bahrain die dramatischen Momente im Cockpit geschildert. „Es waren 28 Sekunden, aber für mich fühlte es sich länger an“, sagte der Franzose und ließ einen bedrückenden Monolog folgen.

„Als das Auto zum Stehen kam, habe ich die Augen geöffnet und sofort den Gurt geöffnet“, sagte Grosjean über den Moment, nachdem sein Haas-Bolide mit gut 220 km/h in die Leitplanke gekracht war. Der Franzose hatte die Orientierung verloren, dachte, der Wagen liege auf dem Dach.

„Also war der Gedanke: ich warte, bis jemand kommt und mir hilft. Dann erst habe ich nach links und rechts geschaut und überall die Flammen gesehen.“ Er habe versucht, zunächst die linke, dann die rechte Schulter nach oben zu drücken, „beides war nicht möglich.“

Er sei zurück in den Sitz gesunken, und in diesem Moment sei der Gedanke an Niki Lauda gekommen, an dessen Feuerunfall 1976. „Ich dachte, es kann doch nicht so enden, auf keinen Fall. Ich habe es also wieder versucht, aber ich steckte fest. Und dann kam dieser unangenehme Moment, in dem mein Körper plötzlich entspannte: Ich bin mit mir im Reinen. Und ich werde sterben.“

Romain Grosjeans Gedanken an seine Kinder

Dann seien Grosjean andere Fragen in den Sinn gekommen. „Wird es wehtun? Wo fängt es an? Werden erst meine Hände und Füße brennen?“ Herausgerissen aus dieser Phase hätte ihn erst der Gedanke an seine beiden Söhne (7 und 5) und die Tochter (2). „Ich habe an meine Kinder gedacht, und sie konnten an diesem Tag einfach nicht ihren Vater verlieren“, sagte Grosjean.

Er habe dann versucht, den Oberkörper zu drehen, „und das hat irgendwie funktioniert, aber dann merkte ich, dass mein Fuß festklemmte. Ich habe so fest wie möglich gezogen, der Schuh blieb stecken, aber mein Fuß löste sich.“

Grosjean erlitt lediglich Verbrennungen an beiden Händen

Mit dem nächsten Ruck habe er es aus dem Auto geschafft, sei anschließend über die Leitplanke gesprungen, dann zog Rennarzt Ian Roberts an seinem Overall: „Da wusste ich, dass ich nicht mehr allein bin.“ Erst wenig später „wurden die Schmerzen richtig schlimm“.

Grosjean erlitt Verbrennungen an beiden Handrücken und verbrachte anschließend drei Nächte im Krankenhaus. Am Donnerstag kehrte er bereits an die Strecke zurück, um den Unfallhelfern zu danken. (sid)