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Nachfolger gefunden Sainz übernimmt bei Ferrari – was heißt das für Vettel?

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Künftig in Rot unterwegs: McLaren-Jungstar Carlos Sainz jr. wechselt im kommenden Jahr zu Ferrari.

Maranello – Der Ferrari-Hammer setzt das Fahrer-Domino in Gang. Der Spanier Carlos Sainz wird Nachfolger von Sebastian Vettel bei Ferrari. Wie die Scuderia am Donnerstag mitteilte, wird der bisherige McLaren-Pilot 2021 und 2022 für die Italiener starten.

Damit ist ein Cockpit-Tausch zwischen Vettel und Weltmeister Lewis Hamilton erst einmal vom Tisch. Und auch der Bolide bei Alternative McLaren ist plötzlich schon vergeben: Vettels ehemaliger Red-Bull-Kollege Daniel Ricciardo übernimmt.

Wie geht es nun für Vettel weiter? EXPRESS sprach mit seinem Entdecker Gerhard Noack (68), Schumi-Manager Willi Weber (78) und Ex-F1-Pilot Hans-Joachim Stuck (69).

Gerhard Noack: „Was da für Fehlentscheidungen getroffen wurden, da packt man sich an den Kopf“

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Gerhard Noack (68): „Ich habe mit der Entscheidung gerechnet, weil Sebastian gemerkt hat, dass Ferrari nicht mehr voll hinter ihm steht und er nicht mehr die Nummer eins ist. Da wurden massenhaft Fehler gemacht, die ihm in den letzten Jahren den Titel gekostet haben. Seit Luca di Montezemolo nicht mehr da ist, herrscht bei Ferrari nur noch Chaos. Was da für Fehlentscheidungen getroffen wurden, da packt man sich an den Kopf.“

„Nicht falsch verstehen: Auch Sebastian hat Fehler gemacht und Ferrari auch zu Schumachers Zeiten, aber damals konnte Michael ohne Ende testen und das Auto gemeinsam mit Ross Brawn unschlagbar machen. Das fehlte Sebastian, ebenso wie das Vertrauen in die technische Leistung. Da hat es ja auch einige Schummelei gegeben, über die er nicht gerade happy war.“

Noack

Schumi-Entdecker Gerhard Noack

„Wenn er sich nicht mehr wohlfühlt, muss er abhauen. Ob er einen besseren Platz kriegt, hängt von den anderen Transfers ab. Jetzt ist McLaren mit Daniel Ricciardo erst mal zu für ihn. Aber Sebastian könnte auch zu einem Team gehen, wo er mit Leuten, denen er vertraut, etwas aufbauen kann. Das neue Aston-Martin-Team zum Beispiel. Das hat Michael ja 2010 auch gemacht, ist zu Mercedes gegangen und hat es mit Ross Brawn aufgebaut. Das war für ihn persönlich zwar nicht so erfolgreich, aber er hatte Spaß, etwas zu entwickeln. Oder Sebastian legt sich erst mal zu Hause auf die Couch und steigt irgendwann als Berater im Motorsport wieder ein. Das technische Interesse hat er ja, und er liebt den Sport.“

Willi Weber: „Vettels Scheitern nicht mit Schumachers Erfolgen vergleichen“

Willi Weber (78): „Ich finde es sehr schade, dass sich Sebastian Vettel und Ferrari am Saisonende trennen, aber es ist ja offensichtlich beider Wunsch. Die Zusammenarbeit war leider nicht so erfolgreich wie erhofft, aber man darf nicht den Fehler machen, Vettels Scheitern mit Michael Schumachers Ferrari-Zeit zu vergleichen.

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Ex-Schumi-Manager Willi Weber

Michael hatte großes Vertrauen in die Führung um Luca di Montezemolo, Jean Todt und Ross Brawn, davon kann man bei Vettel nach den merkwürdigen Entscheidungen der Teamchefs Arrivabene und Binotto nicht ausgehen. Sie spürten auch den langen Arm von Todt, dessen Sohn Nicolas den Charles Leclerc managt. Das waren keine guten Voraussetzungen für Vettel, der Harmonie braucht statt Reibung. Ob er trotz der Enttäuschung über seinen geplatzten Traum noch weiterfahren will, kann ich nicht beurteilen.

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Er ist ja kein Getriebener, der unbedingt fahren und Leuten noch etwas beweisen muss. Vielleicht hört er auch am Saisonende auf und ist mit sich, seiner Familie und seinen vier Titeln ein glücklicher Mann. Nur von einem würde ich ihm abraten: von einem Comeback. Das war ja auch bei Michael so unnötig wie ein Kropf.“

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Hans-Joachim Stuck: „McLaren wird ihn mit Kusshand nehmen“

Hans-Joachim Stuck (69): „Die erste Entscheidung ist gefallen: Ferrari will Vettel nicht mehr. Das heißt für mich auch,  dass er mit Ferrari dieses Jahr auch nicht mehr Weltmeister wird. Doch das heißt nicht, dass er dann zurücktritt. Sebastian hat mehrfach betont, dass er weiterfahren will und ich glaube, es steckt noch ein Titel in ihm.

Struck

Hans-Joachim Stuck fuhr fünf Jahre in der Formel 1.

Er hat das Siegen nicht verlernt. Und es gibt es andere, die ihn mit Handkuss nehmen würden.

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Doch Vettel muss sich überlegen, ob er sich noch mal etwas Neues antun will. A fahre ich weiter, B für welches Team. Das sind schwerwiegende Entscheidungen, die in der Saison im Kopf mitfahren werden.“

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