„Situation wird immer ernster“ Lockdown? Formel 1 befürchtet Abbruch der Saison

Wolff

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hofft auf eine Fortsetzung der Formel-1-Saison.

Imola – Eigentlich befindet sich die Formel-1-Saison auf der Zielgeraden, doch nun könnte die aktuelle Zuspitzung der Corona-Pandemie auf der ganzen Welt dem Motorsport-Zirkus nochmal einen Strich durch die Rechnung machen. Angesichts der steigenden Infektions-Zahlen wächst die Sorge vor einem Abbruch der aktuellen Rennserie.

„Die Situation wird immer ernster“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor dem Großen Preis der der Emilia-Romagna. „Die Formel 1 bringt niemanden in Gefahr, da wir in unserem Mikrokosmos bleiben. Aber wir können auch nicht ignorieren, dass die Zahl der Fälle in verschiedenen Ländern rasch zunimmt.“

Noch vier Rennen will die Formel 1 in 2020 absolvieren

Der Grand Prix von Imola markierte das 13. Rennen dieser Saison - anschließend stehen noch die Rennen in der Türkei (15. November), Bahrain (29. November und 6. Dezember) und Abu Dhabi (13. Dezember) aus. Zwar wurde den Teams für die noch ausstehenden Rennen von den jeweiligen Regierungen zugesichert, ohne Quarantäne einreisen zu dürfen, doch „irgendwann könnten die Regierungen dieser Länder beschließen, die Grenzen zu schließen, was unsere Pläne beeinträchtigen könnte“, warnt Wolff.

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In Großbritannien gilt beispielsweise ab kommenden Donnerstag für vier Wochen der landesweite Lockdown - die große Mehrzahl der Formel-1-Teams (sieben von zehn) beziehen dort jedoch Fabriken. Welche Auswirkungen die jüngst beschlossenen Corona-Maßnahmen in Großbritannien haben können, ist noch nicht klar. Doch fest steht: Die Lage spitzt sich zu und am Ende geht es mal wieder um viel Geld. Laut TV-Vertrag müssen in dieser Saison mindestens 15 Rennen ausgetragen werden, damit die TV-Gelder gänzlich ausgezahlt werden.

„Bis jetzt hat uns Chase Carey (Formel-1-Boss, d.Red.) versichert, dass der Zeitplan eingehalten wird“, sagt Wolff und schiebt nach: „Aber er sagte auch, dass vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Pandemie niemand weiß, wie die Situation in einer Woche, geschweige denn in einem Monat aussehen wird.“ Die Unsicherheit wird die Formel 1 in diesem Jahr wohl bis zum letzten Rennen begleiten, auch wenn aus Bahrain und Abu Dhabi bisher noch keine Berichte bekannt sind, wonach in naher Zukunft ein Lockdown geplant sei.

Schon 65.000 Corona-Tests in der Formel 1

Nach wie vor gelten in der Königsklasse des Motorsports strenge Corona-Regeln, laut denen alle Mitarbeiter alle fünf Tage getestet werden und sich in sogenannten Blasen aufhalten. Offiziell gab es demnach bisher rund 65.000 Test und 55 positive Fälle, darunter Racing-Point-Fahrer Sergio Perez. Für das kommende Jahr plant die Formel 1 gar mit einem Rekord von 23 Rennen.

„Wir sind in unseren Blasen geblieben, hatten nur sehr wenige Fälle und stellen kein Risiko dar. Wir sind wahrscheinlich die sicherste Gruppe von Menschen da draußen“, sagt Wolff. Dennoch räumte er ein, dass er nicht sicher sei, ob die verbleibenden WM-Läufe alle gefahren werden können. „Es liegt in den Händen der Gesundheitsbehörden, ob Motorsport zugelassen wird und wir dorthin reisen können“, sagte der 48-Jährige.  (sid/msw)

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