Sensationssieger nach Abbruch in Monza Vettels Bremse explodiert - Leclerc-Unfall

Vettel

Sebastian Vettel kracht beim Rennen durch eine Absperrung, weil seine Bremse nicht funktionierte.

Monza – Was für ein Horror für Ferrari beim Heimrennen in Monza! Beide Piloten scheiden ganz früh im Rennen aus, zwischenzeitlich wurde der Grand Prix sogar komplett abgebrochen.

Schon das Qualifying wurde zum Debakel, im Rennen war das Leiden dann schnell vorbei: Sebastian Vettel (33) ist beim Ferrari-Heimspiel in Monza bereits in der siebten Runde aufgrund eines Bremsdefekts ausgeschieden. Nur von Rang 17 gestartet, drehte Vettel auch die ersten Runden nur auf Augenhöhe mit den üblichen Hinterherfahrern in den Williams- und Haas-Boliden.

Sebastian Vettel: „Dienstag bin ich im Simulator – der hält ja wenigstens“

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„Ich weiß auch nicht weiter“, sagte Vettel bei RTL: „Man denkt dauernd, schlimmer geht es nicht mehr. Aber anscheinend geht es in diesem Jahr immer noch schlimmer. Ich würde nicht sagen, dass es frustrierend ist, aber es nervt einfach. Der Spaßfaktor ist nicht auf dem Höhepunkt gerade. Am Dienstag bin ich jetzt erstmal im Simulator, und der hält ja wenigstens.“

Auf Social Media hatten dafür reichlich User Spaß am erneuten Ferrari-Fiasko. Die ersten Kommentare mit Videos und Bildern, die sich über Vettels Situation lustig machten, waren schnell zu finden.

Sebastian Vettel wütet: „Ich weiß auch nicht mehr weiter“

Was sich erst noch spaßig anhörte, war die bitterböse Abrechnung mit seinem Arbeitgeber.  „Der Drops ist gelutscht“, sagte er, „dieses Jahr wird schwierig bleiben, und nächstes Jahr betrifft mich nicht mehr. Das Team hat eine andere Richtung gewählt als ich.“ Am Ende der Saison muss Vettel Ferrari verlassen. Ob er überhaupt noch einmal in diese rote Gurke steigen wird, ist fraglich.

Die Box hatte in den ersten Runden ein „Problem links hinten“ erkannt, nur Augenblicke danach raste Vettel in der ersten Schikane nach Start und Ziel geradeaus und durchbrach dort beinahe ungebremst die Styropor-Wegweiser. „Die Leitung ist explodiert. Ich habe kein Bremspedal mehr“, funkte er an die Box. Auf dem Weg zurück in die Garage schlugen Flammen aus Vettels linkem Hinterrad.

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Charles Leclerc krachte mit Höchstgeschwindigkeit in die Reifenstapel.

Leclerc rast ungebremst in Reifenstapel

In der 25. Runde der nächste Ferrari-Schock: Charles Leclerc verlor die Kontrolle über sein Auto, ratterte durch das Kiesbett und landete in der Parabolica im Reifenstapel. „Ich bin okay“, gab er über Funk Entwarnung. Und später im Interview meinte er: „Es zwickt noch ein bisschen, aber das ist normal nach so einem Einschlag. Es war kein technisches Problem, sondern ein Fahrfehler von mir. Das Auto war aber auch sehr schwer zu kontrollieren heute.“

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto dürfte nach diesen Chaos-Wochen kaum mehr zu halten sein. „Das ist der schlimmste Ausgang eines verkorksten Wochenendes“, sagte er: „Wir müssen nach vorne schauen. Spa und Monza waren wahrscheinlich die schlimmsten Rennen für uns.“

Damit die Aufräumarbeiten nach dem heftigen Crash durchgeführt werden konnten, kam die Rote Flagge zum Einsatz – zwischenzeitlicher Rennabbruch.

Lewis Hamilton erhält 10-Sekunden-Strafe

Mitten in diesem Chaos verhängte die Rennleitung eine 10-sekündige Stop-and-Go-Strafe gegen Weltmeister Lewis Hamilton. Der erwartete Sieg für den Favoriten im Mercedes rückte damit in weite Ferne. Hamilton hatte die Boxengasse angesteuert, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt aus Sicherheitsgründen geschlossen war: Haas-Pilot Kevin Magnussen war kurz zuvor mit seinem defekten Boliden nahe des Boxen-Eingangs ausgerollt.

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Pierre Gasly (M.) feierte seinen Sieg neben Carlos Sainz (l.) und Lance Stroll (r.) auf dem Podium.

Pierre Gasly gewinnt Großen Preis von Monza

Am Ende nutzte Pierre Gasly (24) das Chaos aus. Der Franzose rettete sich vor dem Spanier Carlos Sainz (26) ins Ziel. Ein historischer Tag in der Formel 1: 146 Rennsiege in Folge gingen zuvor entweder an Mercedes, Ferrari oder Red Bull, nach siebeneinhalb Jahren beendete Gasly nun diese Serie der großen Drei. Es ist der erste Sieg für Alpha Tauri seit zwölf Jahren – damals hießen sie noch Toro Rosso. (sid/ek/msw)

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