Ferrari-Gurke kochtVettel wünscht sich ins „deutsche Sibirien“ Nürburgring

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Sebastian Vettel wünschte sich nach seinem Ferrari-Defekt im heißen Silverstone insgeheim zum kalten Nürburgring.

von Arno Schmitz (schmi)Oliver Reuter (reu)

Silverstone – Ferrari weiter im Pannen-Modus. Beim ersten Training zum Großbritannien-GP (Sonntag, 15.120 Uhr, RTL & Sky) im heißen Silverstone legte ein defekter Ladeluftkühler die Rote Gurke von Sebastian Vettel (33) lahm.

Zum Start der vierten Station seiner Abschiedstournee konnte der Altmeister nur zwei Runden fahren und wünschte sich wohl insgeheim schon zum kalten Nürburgring (Formel-1-Comeback am 11. Oktober).

„Ich bin schon gespannt, wie im Oktober das Wetter in der Eifel sein wird.“ So hatte Vettel vergangene Woche spontan auf die Nachricht der Rückkehr der Formel 1 an den Nürburgring reagiert. Und der Gedanke scheint den Ferrari-Piloten auch in Silverstone nicht loszulassen.

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Vettel: „Es wird nicht umsonst das deutsche Sibirien genannt“

„Es wird nicht umsonst das deutsche Sibirien genannt“, sagte Vettel am Donnerstag vor dem Großen Preis in Silverstone grinsend: „Wenn wir Glück haben, gibt es vielleicht fast 20 Grad, aber mit ein bisschen Pech sind wir nahe Null. Es ist eine tolle Strecke, mit den modernen Autos wird es Spaß machen. Aber das Wetter wird sicher eine Rolle spielen.“

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Sebastian Vettel konnte im ersten Training zum Großbritannien-GP wegen einer Ferrari-Panne nur zwei Runden fahren.

Sebastian Vettels Nürburgring-Wissen im Fakten-Check

Zuletzt war die Formel 1 im Jahr 2013 auf dem Nürburgring zu Gast, damals gewann Vettel im Red Bull. Eine Rückkehr wirkte in den vergangenen Jahren stets höchst unwahrscheinlich, im Zuge der Coronakrise rutschte die Strecke nun aber als Ersatz-Standort in den Not-Kalender: Am 11. Oktober wird in der Eifel gefahren.

Ferrari-Star Sebastian Vettel freut sich über das Nürburgring-Comeback

Allerdings liegt Vettel mit seinem „deutschen Sibirien“ nur teilweise richtig. Denn das linksrheinische Mittelgebirge nördlich der Mosel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts „Preußisch-Sibirien“ genannt, nicht aber „Deutsch-Sibirien“.

Nürburgring: Im Kaiserreich geplant, in Weimarer Republik erbaut

Und das nicht nur aufgrund der damals noch schneereichen Winter. Vielmehr war die Region mit ihren Feldern und Hügeln, ausgedehnten Wäldern und zahlreichen Gewässern Bauernland und zählte zu den strukturschwächsten Landstrichen des Reiches. Die meist protestantischen Preußen hatten eine regelrechte Abneigung gegen die ärmliche, katholische Eifel – hier Militärdienst zu verrichten, empfand manch preußischer Offizier als Strafversetzung.

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Nürburgring 1951

Am 29. Juli 1951 fand auf dem Nürburgring in der Eifel das 14. Internationale Rennen um den Großen Preis von Deutschland statt. Es war das erste Grand Prix Rennen, das in Deutschland mit Formel 1 Wagen ausgetragen wurde.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für strukturschwache Eifel

In der Weimarer Republik wurde dann ab 1925 der Bau des Nürburgrings – die Pläne hatte allerdings noch Kaiser Wilhelm II. bereits vor dem Krieg in Auftrag gegeben – zur großen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Inzwischen hat die Eifel als attraktive Tourismusregion und Naherholungsgebiet ihren Ruf längst aufpoliert. Nicht nur der Ring, vor allem die Maare und herrliche Wanderwege locken zahlreiche Besucher.