Nach Verbal-Attacke von Torhüter Wolff Zoff um deutsches Team vor Handball-WM

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Nationaltorhüter Andreas Wolff, hier bei einem Champions-League-Spiel zwischen KS Vive Kielce und der SG Flensburg-Handewitt im September 2020, übte jüngst scharfe Kritik an den WM-Absagen einiger DHB-Kollegen.

Neuss – Nachdem Nationaltorhüter Andreas Wolff (29) gegen die coronabedingten WM-Absagen einiger Kollegen gegiftet hatte, beginnt nun erneut eine von Bundestrainer Alfred Gislason (61) ungeliebte Debatte. 

„Ich bin nicht zufrieden damit, dass diese Diskussion losgeht“, sagte der Isländer bei einer virtuellen Medienrunde am Freitag und ergänzte: „Ich hoffe, dass dieses Thema begraben wird. Es stört uns nur in unserer Vorbereitung hier.“

Andreas Wolff kritisiert Nationalmannschafts-Kollegen

Torhüter Wolff (29) hatte in einem Podcast der Rhein-Neckar Löwen überraschend deutlich gesagt, dass er die freiwilligen WM-Absagen seiner früheren Kieler Teamkollegen Patrick Wiencek (31), Hendrik Pekeler (29) und Steffen Weinhold (34) „sehr, sehr kritisch“ sehe. 

Zwar sei es gerade für Familienväter etwas Schweres, die eigenen Kinder für einen Monat zurückzulassen. Aber: „Dass sie dieses Jahr das Turnier fahren lassen, nachdem sie selbst permanent in der Champions League aktiv waren, stört mich“, sagte Wolff.

Nach Kritik von Andreas Wolff: Kiel-Boss kontert Aussagen wegen coronabedingter Absagen

Gislason selbst hat bisher nicht mit Wolff über das Thema gesprochen. Er respektiere die Meinung seines Torhüters, sagte er, betonte aber auch, dass zwischen DHB und Spielern „eigentlich“ bereits zuvor alles besprochen worden sei. „Die Spieler, die schon viel Zeit für Deutschland geopfert haben, sollten nicht ins Kreuzfeuer der Kritik geraten“, ergänzte der 61-Jährige.

Zoff um die Nationalmannschaft! Kieles Geschäftsführer Viktor Szilagyi hat Wolff gekontert und die Spieler seines Vereins verteidigt, die nicht an der WM teilnehmen wollen. „Niemand sollte sich angesichts der Pandemie und der Vielschichtigkeit der Herausforderungen das Recht herausnehmen, über die individuell getroffene Entscheidung Einzelner urteilen zu wollen“, sagte Szilagyi.

„In diesen besonderen Zeiten stehen auch Profi-Handballer vor besonderen Herausforderungen abseits des Spielfeldes, Hygienekonzepten und sportlichen Resultaten. Wie viele andere Menschen müssen auch sie den Alltag mit ihren Familien organisieren, die bestmögliche Betreuung und Begleitung ihrer Kinder angesichts von Kontaktbeschränkungen und geschlossenen Kitas sicherstellen. Als THW Kiel können und wollen wir uns in die persönliche Entscheidung der Spieler nicht einmischen“, betonte Szilagyi und ergänzte: „Fünf unserer Spieler haben sich gegen eine WM-Teilnahme entschieden, sechs dafür. Alle haben dabei die volle Unterstützung des THW Kiel.“

Alfred Gislason: „Es gibt keinen Zwiespalt”

Bundestrainer Gisalson versucht das Thema nun herunterzuspielen. Auf den Zusammenhalt seiner Mannschaft hätten sich die Wolff-Aussagen nicht ausgewirkt, versicherte der DHB-Coach: „Es gibt keinen Zwiespalt. Andi hat seine Meinung gesagt. Er ist dafür bekannt, dass er geradeaus seine Meinung raushaut. Innerhalb der Mannschaft ist es überhaupt kein Thema.“

Rückraumspieler Fabian Böhm (31) hatte ebenfalls am Freitag erklärt, dass es nach Wolffs Aussagen „keinen Aufschrei in der Mannschaft“ gegeben habe. „Wenn er diese Meinung vertritt, ist das okay. Ich habe eine andere Meinung dazu. Es wurde innerhalb der Mannschaft nicht kritisch gesehen“, sagte der Hannoveraner. (sid, bl)

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