Nächste Runde im FIFA-21-Zoff Ibrahimovic-Berater Raiola kündigt 300 Klagen an

Ibrahimovic25.11.

Schweden-Star Zlatan Ibrahimovic hat sich mit den Machern von FIFA 21 angelegt. Das Foto zeigt ihn am 22. November in Neapel im Trikot seines AC Mailand.

Mailand – Für viele aufstrebende Fußballer ist es ein Traum, sich einmal selbst in einem Spiel der FIFA-Serie, der erfolgreichsten Fußballsimulation der Welt, zu spielen. 

Bei Stürmer-Oldie Zlatan Ibrahimovic (39) vom AC Mailand sieht das aber ein wenig anders aus. Der schwedische Superstar macht den Entwicklern der Spielreihe auf Twitter sogar Vorwürfe. Hersteller EA Sports reagierte, verweist auf gültige Verträge – doch das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit ganz sicher noch nicht gesprochen.

Zlatan Ibrahimovic: „Wer hat EA Sports die Erlaubnis gegeben?”

Ibrahimovic, der aufgrund seiner Fähigkeiten bei FIFA zu den beliebtesten Spielern zählt, passt es so gar nicht, dass der im Videospiel steuerbare Avatar ziemlich genau wie er selbst aussieht – und auch noch so heißt.

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„Wer hat EA Sports die Erlaubnis gegeben, meinen Namen und mein Gesicht zu verwenden? Die FIFPro?“, fragte Ibrahimovic ziemlich erbost bei Twitter. Die FIFPro ist eine globale Spielervertretung, die mit einigen Lizenzgebern zusammenarbeitet.

Ibrahimovic aber sei sich nie bewusst gewesen, ein Mitglied der Spielervereinigung zu sein, schon gar nicht habe er der Fifa oder der FIFPro gestattet, „Geld mit mir zu machen. Jemand macht Geld mit meinem Gesicht und meinem Namen, und das seit Jahren“, echauffierte er sich. Es sei „an der Zeit, das zu untersuchen“.

EA Sports FIFA 21 ohne Juventus Turin und AS Rom

Tatsächlich geben die Profi-Kicker im Normalfall über ihre Verträge mit den Vereinen ihre Namensrechte und Gesichter frei. So kann auch EA Sports durch entsprechende Abmachungen fast alle Spieler- und Vereinsnamen für sein Spiel beanspruchen.

Die FIFA-Macher von EA stellen uns gegenüber klar: „Die aktuelle Situation in den sozialen Medien ist ein Versuch, FIFA 21 in einen Streit zwischen mehreren Dritten zu verwickeln, und hat wenig mit EA SPORTS zu tun.“

Ibrahimovic-Kritik: FIFA-21-Macher von EA Sports klären auf

Weiter heißt es:  „Um ganz klar zu sein: Wir haben die vertraglichen Rechte, die Ähnlichkeit aller Spieler, die derzeit in unserem Spiel sind, einzubeziehen. Wie bereits erwähnt, erwerben wir diese Lizenzen direkt von Ligen, Teams und einzelnen Spielern. Darüber hinaus arbeiten wir mit FIFPro zusammen, um sicherzustellen, dass wir so viele Spieler wie möglich einbeziehen können, um das authentischste Spiel zu erstellen.“ Im Fall Ibrahimovic „werden unsere Rechte an Spielerähnlichkeiten durch unsere Klubvereinbarung mit dem AC Mailand gewährt“, stellt EA klar.

Einige Ausnahmen gibt es allerdings auch: Die italienischen Top-Klubs Juventus Turin und AS Rom haben ihre Namensrechte aktuell exklusiv an FIFA-Konkurrent Pro Evolution Soccer (PES) verkauft. Juve lässt sich bei FIFA deshalb nur als Piemonte Calcio, die Giallorossi nur als SC Roma spielen.

Alle Stars von Juve wie Ronaldo sind aber vertreten, spielen nur für Piemonte Calcio.

FIFA: Zlatan Ibrahimovic seit 2001 spielbar

Warum dem exzentrischen Ibrahimovic erst jetzt auffällt, dass er Teil des Spiels ist, ist ungewiss. Die kompletten Verträge bezüglich seiner Person scheint er auch nicht zu kennen. Bereits seit seinem Wechsel zu Ajax Amsterdam im Jahr 2001 gehört Ibrahimovic zum jährlich erscheinenden Videospiel der FIFA-Reihe.

Mittlerweile hat sich auch der Berater des Schweden, Mino Raiola (53), zu Wort gemeldet. Dem „Telegraph“ sagte der mächtige Spielervermittler: „Es geht hier nicht gegen EA Sports, es geht gegen das System. Das System ist falsch. Und Zlatan will diesen Kampf für alle Fußballer auskämpfen.“ Raiola kündigt sogar rechtliche Schritte an: „Was nun geschieht? Wir werden so lange kämpfen, bis Klarheit herrscht. Wir werden diesen Kampf vor Gericht bringen.“

Ibrahimovic-Berater Mino Raiola kündigt 300 Klagen an

Raiola dementiert nicht, dass EA Sports Verträge mit Klubs – unter anderem dem AC Mailand – abgeschlossen hat. Doch er sagt: „Sie haben Verträge mit Leuten, die die Rechte besitzen. Aber das sind Leute, die behaupten etwas zu besitzen, was sie eben nicht besitzen. Das ist, als würdest du ein Haus verkaufen, das gar nicht dir gehört.“ Der italienische Berater wettert weiter: „Was mich irritiert, ist, dass EA Sports das schon seit einer langen Zeit wusste. Und sie müssen nun damit aufhören, den Blick vor der Realität zu verschließen.”

Railoa erklärt: „Die individuellen Bildrechte eines Spielers liegen nicht bei der Fifa, der FIFPro oder dem AC Mailand. Sie gehören dem Spieler selbst.” Angeblich 300 internationale Fußball-Profis wollen nun rechtliche Schritte einleiten, kündigte Raiola zudem an.

EA Sports kommentierte diese Aussagen zunächst mit folgendem, recht nebulösen Statement: „Mino Raiola ist ein respektierter Spielervertreter, mit dem wir seit vielen Jahren eine Partnerschaft haben, inbegriffen dieses Jahr, als unsere Zusammenarbeit dazu führte, dass Erling Haaland Teil unserer Marketing-Kampagne für FIFA 21 sein würde. Wir unterhalten zudem ein großartiges Arbeitsverhältnis zu Zlatan Ibrahimovic.“

Klar ist damit aber, dass weiterhin gar nichts klar ist. Fortsetzung garantiert... (sid, bl, kos)

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