„Vollkommen absurd” Schalke-Legende teilt gegen Herzensklub aus

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Yves Eigenrauch (r.) legte sich für den FC Schalke 04 mächtig ins Zeug. Hier setzt er im Spiel gegen Hertha BSC im Jahr 1999 eine Grätsche gegen Maik Franz (l.) an.

Köln – Der einstige „Eurofighter“ Yves Eigenrauch (49) hat den Noteinsatz seines früheren Trainers Huub Stevens (67) auf Schalke mit Sorge zur Kenntnis genommen. „Da zeichnet sich ab, wie verzweifelt offensichtlich die Leute aktuell sind. Dass sie weder ein noch aus wissen und jetzt zumindest das Jahr vernünftig über die Bühne bringen wollten, innerhalb der Möglichkeiten”, sagte Eigenrauch der Sportschau.

Für den 49-Jährigen reichen die Probleme seines Ex-Klubs Schalke 04, bei dem nun der Schweizer Christian Gross (66) versucht, den Abstieg zu verhindern, aber weit über die sportliche Negativserie von 29 Bundesligaspielen ohne Sieg heraus.

„Ich glaube schon, dass der Verein versucht, eine gewisse Volksnähe zu demonstrieren. Aber die ist so, wie ich empfinde, nicht authentisch”, sagte Eigenrauch. Andere Vereine würden es „ein bisschen geschickter” machen.

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Schalke-Absturz war für Yves Eigenrauch unvorstellbar

Einen derart dramatischen Absturz seines Ex-Clubs, der als Tabellenletzter gegen den Abstieg kämpft und einen riesigen Schuldenberg hat, habe er sich eigentlich nicht vorstellen können. „Auf Schalke bezogen hatte ich eigentlich nicht die Befürchtung, dass es jemals so extrem werden könnte. Das ist für mich auch vollkommen absurd, wie das passieren kann“, sagte Eigenrauch.

Man habe einfach nicht verstanden, „eine gewisse Kontinuität reinzubringen und eine Gradlinigkeit in der Arbeit miteinander“.

Schalke 04: Yves Eigenrauch wird nicht einspringen und helfen

Verantwortung will der frühere Abwehrspieler bei den Königsblauen aber nicht übernehmen. „Niemals. Ich habe zwar Fußball gespielt, aber das Geschäft als solches war nie mein Geschäft. Daran hat sich nichts geändert”, sagte er. Im Sommer hatte sich Eigenrauch auf Einladung an einem Protestmarsch gegen den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies (64) beteiligt.

Eigenrauch war von 1990 bis 2002 für Schalke aufgelaufen und galt mit seiner Spielweise als Vorzeigefußballer beim Revierklub.

Heute „fehlen mir einfach Natürlichkeit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit. Das waren in meinem Verständnis immer starke Attribute, wie Fußball gespielt werden sollte. Und das scheint ja heute überhaupt nicht mehr gefragt zu sein und scheint auch nicht mehr praktiziert zu werden“, sagte Eigenrauch, der mit Schalke 1997 den UEFA-Cup gewonnen hatte.

Das komplette Geschäft findet er eigentlich unerträglich. Die immer weiter vorangetriebene Kommerzialisierung mit all seinen Auswüchsen bedauert Eigenrauch: „Es gibt kein Maß mehr.“ (sid, dpa)

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