Neustart terminiert DFL verlegt Fortsetzung nach hinten – Ende der Saison steht fest

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Nach zweimonatiger Zwangspause soll am 15. Mai die Bundesliga wieder starten.

Frankfurt/Main – Nachdem vor zwei Monaten der Spielbetrieb der Bundesliga eingestellt wurde, soll es nach der Freigabe der Politik nun endlich weitergehen. Allerdings startet die Liga nicht wie erwartet am 15. Mai, sondern erst am 16. Mai. Damit gibt es zum Auftakt kein Spiel am Freitagabend.

Auch der Termin des letzten Spieltags ist bereits klar. Demnach findet der letzte Spieltag am 27./28. Juni statt. Das DFB-Pokal-Finale findet dementsprechend wohl erst im Juli statt.

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Was spricht für einen schnellen Neustart?

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Vieles. DFL-Boss Christian Seifert (50) hatte stets betont, man werde „am Tag X“ bereit sein, wenn die Erlaubnis der Politik komme. Daher hat sich das DFL-Präsidium am Mittwochabend ursprünglich auf den 15. Mai als Starttermin festgelegt, was ganz im Sinne der meisten Clubs ist. Mit einem Neustart zum frühestmöglichen Zeitpunkt bleibt die Liga ein Stück flexibler, die Saison, wie erhofft, bis zum 30. Juni abzuschließen und sogar eine Beendigung des DFB-Pokals zu ermöglichen. Nicht nur Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (64) sprach sich dafür aus, „so zügig wie möglich in den Spielbetrieb zurückzukommen“.

Nun wird es aber doch der 16. Mai. Grund dafür: Die Politik hatte grünes Licht für die zweite Maihälfte gegeben. Nimmt man es genau, beginnt diese erst am 16. und nicht bereits am 15. Mai. Außerdem fehlt der DFL für Freitagsspiele derzeit ein TV-Partner.

Mit welchen Spielen geht es weiter?

Geplant ist, in chronologischer Reihenfolge fortzufahren. Mit dem 26. Spieltag geht es weiter. Damit steht direkt das brisante Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 an. „Sportlich ist das nach wie vor eine große Rivalität. Beide Klubs haben sich in den letzten Monaten aber auch fair unterstützt“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Dennoch wären mögliche Treffen der rivalisierenden Fangruppen bei der Ansetzung des Revierderbys durchaus zu befürchten.

Von den West-Klubs trifft am Samstag außerdem Düsseldorf auf Paderborn und Borussia Mönchengladbach muss zu Eintracht Frankfurt. Der 1. FC Köln darf dann am Sonntag um 15.30 Uhr gegen Ex-Coach Achim Beierlorzer und Mainz 05 antreten. Außerdem trifft Leipzig auf Freiburg, Hoffenheim auf Hertha und Augsburg auf Wolfsburg (alle Sa., 15.30 Uhr). Am Sonntag empfängt Union Berlin den Rekordmeister aus München (18.30 Uhr). Den Spieltag beschließen Werder Bremen und Bayer Leverkusen am Montag um 20.30 Uhr.

Wie sind die Trainingsbedingungen bei den Vereinen?

Relativ unterschiedlich. Mit dem SC Paderborn (am Montag) und RB Leipzig (am Dienstag) sind erste Bundesligisten in dieser Woche schon wieder ins Mannschaftstraining gestartet, bevor überhaupt eine Entscheidung über die Fortsetzung der Saison fiel. Die DFL dürfte versuchen, in dieser Frage so viel Einigkeit wie möglich herzustellen. Das war zuletzt nicht einfach, da die lokalen Behörden darüber entscheiden. Durch die am Mittwoch beschlossenen Lockerungen in den Ländern dürfte sich die bisher sehr diffuse Lage in der Liga aber entspannen.

Wie sollen die Quarantäne-Bedingungen umgesetzt werden?

Bevor es losgeht, soll es auf Beschluss der Politik „eine Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers“ geben. Nach dem Willen der DFL sollen sich die Vereine eine Woche vor dem Neustart – also ab diesem Wochenende – abschotten. Die ersten Vereine, wie der FC Bayern München, haben bereits angekündigt, dieser Aufforderung Folge zu leisten und den Vorgaben damit Rechnung zu tragen.

Wie steht es um die Schiedsrichter?

Die Referees könnten zum Problemfall werden. Während es bei den Vereinen in einer ersten Welle insgesamt 1724 Corona-Tests gab, wurde nach Informationen des Kicker bislang noch kein einziger Bundesliga-Schiedsrichter auf das Virus getestet. Unklar ist auch noch, wie die Arbeit im Kölner Videokeller geregelt werden soll, wo normalerweise vier Unparteiische auf engstem Raum die Spiele am TV verfolgen.

Wo werden die Geisterspiele im Fernsehen zu sehen sein?

Die Liverechte liegen beim Pay-TV-Sender Sky, der erleichtert auf die Nachricht von der Saison-Fortsetzung reagierte. Der größte Geldgeber der Liga könnte einige Spiele, vor allem zum Neustart, vielleicht auch im Free-TV zeigen. Ein generelles Live-Angebot der 163 ausstehenden Spiele in der 1. und 2. Liga im Free-TV – ARD und ZDF berichten wie gewohnt in Zusammenfassungen – dürfte es aber nicht geben. Spannend ist auch die Frage, ob DAZN die noch vorgesehenen 14 Live-Spiele zeigen darf. Der kostenpflichtige Streamingdienst hat für diese und die nächste Saison eine Sublizenz von Eurosport erworben. Da Eurosport aber keine Vorauszahlung für die letzte Rate an die DFL geleistet haben soll, könnte DAZN außen vor bleiben. (jh / dpa)

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