„Das ist ein unheilvoller Prozess” Union-Boss kritisiert Bierhoff und den DFB

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Union Berlins Präsident Dirk Zingler, hier beim Spiel im November in Köln, hat das Vorgehen der handelnden Personen des DFB öffentlich beklagt.

Berlin – Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft genießt unter deutschen Fans immer weniger großes Ansehen. Dirk Zingler (56), Präsident des 1. FC Union Berlin, sieht den Grund dafür in einer verstärkten Entfremdung von der Löw-Elf.

„Es geht mir dabei nicht um sportliche Dinge. Vielmehr geht es um die Rolle des DFB und das Auftreten seiner handelnden Personen in der Gesellschaft“, sagte Zingler der „Berliner Zeitung“.

1. FC Union Berlin: Dirk Zingler beklagt „desaströse Wirkung des DFB”

„Es geht darum, ob ich die Bindung zum Fußball-Zuschauer, zum Anhänger, zum Fan der deutschen Nationalmannschaft verloren habe. Das ist ein unheilvoller Prozess, der schon vor langer Zeit begonnen hat, der durch die Kommunikation der vergangenen Monate noch weiter verstärkt wurde“, meinte der Union-Boss.

Seiner Ansicht nach müssen „alle schnellstens gegensteuern, denn diese desaströse Wirkung des DFB fällt natürlich auch auf den deutschen Klub-Fußball insgesamt zurück, er wird in Mitleidenschaft gezogen. Wir haben da jedenfalls jede Menge Themen zu verbessern“, sagte der Union-Chef und ergänzte: „Die Entwicklung der Nationalmannschaft hin zur Marke „Die Mannschaft“ hat diese von Jahr zu Jahr immer weiter vom eigentlichen Fußballfan entfremdet.“

Union-Präsident Dirk Zingler fordert vom DFB Mut ein

Zingler wünscht sich beispielsweise, dass Spiele der DFB-Auswahl und internationale Begegnungen generell künftig nicht mehr erst um 21.00 Uhr stattfinden, auch über Stehplätze und günstigere Tickets müsse gesprochen werden. 

„Die Reglementierungen und die zu starke Marken- und TV-Ausrichtung entfremdet den Menschen vom Fußball“, sagte er. „Wir sollten also die Chance jetzt nutzen, ein paar Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zurückzunehmen. Da sollten wir mutig sein.“ 

Union-Präsident Dirk Zingler: „RB Leipzig hat nichts mit ostdeutschem Fußball zu tun”

Er würde sich wünschen, „dass der DFB bei sich anfängt und sich dafür in den internationalen Verbänden, der UEFA, der FIFA, einbringt“. Dem Verband gingen jedoch die Persönlichkeiten für diesen Weg ab, beklagte Zingler und kritisierte DFB-Direktor Oliver Bierhoff (52). 

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Dieser habe „mal was über den ostdeutschen Fußball“ sagen wollen und nannte dann „als Beispiel ausgerechnet RB Leipzig“, sagte Zingler: „Die haben, mal abgesehen von der Tatsache, dass sie in Leipzig spielen, gar nichts mit dem ostdeutschen Fußball zu tun. Entweder weiß er es nicht besser oder es interessiert ihn nicht, wobei beides gleich schlimm wäre.“ (dpa, bl)

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