Europäische Top-Klubs wollen Superliga UEFA und DFL gegen Pläne: „Zynisches Projekt“

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DFL-Boss Christian Seifert am 7. Dezember 2020 auf einer Pressekonferenz.

Frankfurt – Mehrere europäische Spitzenklubs aus Italien, Spanien und England sollen wohl zusammen eine gemeinsame Superliga gründen wollen. Die UEFA kritisierte die Pläne bereits hart, auch die DFL in Person von Geschäftsführer Christian Seifert (51) heißt die Pläne nicht gut. Zudem bedankt sich die UEFA bei den deutschen Klubs, dass sie zurzeit nicht dabei sind.

  • Europäische Topklubs wollen wohl Superliga gründen
  • UEFA kritisiert Pläne und droht mit Strafen
  • Auch DFL spricht sich gegen Superliga-Pläne aus

Kurz vor dem Beschluss einer tiefgreifenden Reform für die Champions League am Montag (19. April 2021) kommt es erneut zum großen Machtkampf um eine mögliche Superliga. Klubs aus Italien, Spanien und England bauen zum wiederholten Male die Drohkulisse einer internationalen Abspaltung auf, die UEFA und die nationalen Ligen reagierten wenig später mit einer scharfen Drohung. 

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Die Vereine würden von allen weiteren Wettbewerben ausgeschlossen, ihre Spieler dürften nicht mehr für Nationalteams auflaufen, teilte die UEFA mit. Dies hatten in der Vergangenheit bereits auch der Weltverband FIFA und die weiteren Kontinentalverbände angekündigt. „Dieses zynische Projekt basiert auf dem Eigeninteresse einiger Klubs in einer Zeit, in der die Gesellschaft mehr denn je Solidarität braucht“, hieß es von der UEFA.

UEFA: „Wir danken französischen und deutschen Klubs“

Der englischen „Times“ zufolge gehören Manchester United, der FC Liverpool, FC Arsenal und FC Chelsea sowie Tottenham Hotspur zu den Klubs, die eine Superliga planen. Weiteren Medienberichten zufolge sollen auch Juventus Turin, der FC Barcelona und Real Madrid dazu gehören.

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern und Borussia Dortmund sind dem Vernehmen nach hingegen nicht an den Plänen beteiligt – wie auch der französische Meister Paris Saint-Germain. „Wir danken den Klubs in anderen Ländern, insbesondere den französischen und deutschen Klubs, die sich geweigert haben, sich dem anzuschließen“, hieß seitens der UEFA.

Christian Seifert, Geschäftsführer der DFL, sagte der UEFA am Sonntagabend Unterstützung zu. „Wirtschaftliche Interessen einiger weniger Top-Klubs in England, Italien und Spanien dürfen nicht die Abschaffung gewachsener Strukturen im gesamten europäischen Fußball zur Folge haben“, äußerte Seifert: „Es wäre insbesondere unverantwortlich, die nationalen Ligen als Basis des europäischen Profifußballs auf die Weise irreparabel zu beschädigen.“

UEFA will über Aufstockung der Champions League beraten

Die englische Premier League warnte am Sonntag ihre Klubs vor dem Beitritt in eine Superliga und verwies auf die Statuten, die genau das verhindern sollen. Die Führungsspitze der italienischen Serie A sollte am Sonntag zu einer Notfallsitzung zusammengekommen sein.

Scharfe Kritik gab es vom europäischen Fan-Netzwerk Football Supporters Europe (FSE). „Dieser geschlossene Wettbewerb wird der letzte Nagel im Sarg des europäischen Fußballs sein und alles zerstören, was ihn so beliebt und erfolgreich gemacht hat“, heißt es in einer Erklärung am Sonntag. „Diese Pläne sind von Grund auf illegitim, unverantwortlich und gegen jeglichen Wettbewerb. Mehr noch, sie werden ausschließlich aus Gier vorangetrieben.“

Das UEFA-Exekutivkomitee will während seiner Sitzung am Montag die Aufstockung der Königsklasse von 32 auf 36 Teilnehmer und die Einführung eines neuen Modus beschließen. Dieser soll von der Saison 2024/25 an gelten. Zwei der vier neuen Plätze sollen dabei nicht mehr wie bislang üblich aufgrund von Leistungen aus der vorigen Saison vergeben werden. Stattdessen sollen die Platzierungen der Vereine in der UEFA-Fünfjahreswertung ausschlaggebend sein. Dies war ein Wunsch der mächtigen Klub-Vereinigung ECA gewesen, die mit zwei Vertretern in der Exekutive des Kontinentalverbands sitzt.

Superliga-Gründern sollen 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen

Am Freitag war von einem Konsens zwischen der ECA und der UEFA-Kommission für Klubwettbewerbe (CCC) über die Details berichtet worden. Der Beschluss schien deshalb Formsache. Die Gründung einer Superliga war in den vergangenen Jahren immer dann ins Gespräch gebracht worden, wenn es um die Verteilung der TV-Gelder im Europapokal ging.

In den Plänen für die Superliga sollen Berichten zufolge 15 permanente Mitglieder vorgesehen sein, dazu sollen fünf weitere Teams kommen. Insgesamt sollen für die 15 Gründungsvereine zunächst 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, die Top Sechs sollen davon jeweils 350 Millionen Euro erhalten. (dpa)

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