Kommentar zum dürftigen Transfer-Sommer Corona lähmte selbst Bayern und Leverkusen

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Bayerns Vorstand Hasan Salihamidzic (l.) mit Neuzugang Eric-Maxim Choupo-Moting.

Köln – Das längste Transferfenster der Liga-Geschichte hat nach 83 Tagen geschlossen. 232 Spieler wechselten in der Bundesliga in diesem Sommer den Verein. Aber: Bedingt durch die Corona-Pandemie sind die Kassen der Vereine nicht mehr so üppig gefüllt. Längst nicht jeder Wunsch erfüllte sich. Ein Kommentar.

Natürlich werden die Bundesliga-Manager und –Trainer in den nächsten Tagen ihre Mannschaften stark reden. Was anderes bleibt ihnen ja nicht übrig. Keiner will sich schließlich öffentlich eingestehen, dass er sich auf dem Transfermarkt eine blutige Nase geholt hat.

Doch ein Blick auf einzelne Vereine zeigt deutlich, dass in Corona-Zeiten selbst bei finanzstarken Klubs längst nicht mehr alles möglich ist. 321 Millionen gaben die 18 Erstligisten für neue Spieler aus, im Sommer 2019 waren es noch 747 Millionen. Oft war die erste Prämisse teure Spieler vom Gehaltszettel zu bekommen.

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FC Bayern München holte Back-Ups statt weitere Stars

Der FC Bayern München war mit der Absicht in diesen Sommer gezogen, Callum Hudson-Odoi, Andrej Kramaric und Segino Dest zu verpflichten, zudem sollte der Vertrag mit David Alaba vorzeitig verlängert werden.

Am Ende bediente sich Hasan Salihamidzic eher am Wühltisch. Hier ein Leihgeschäft, dort ein aussortierter Spieler, schließlich noch eine Rückholaktion und ein Talent. Die Endspurt-Transfers sind allesamt (günstige) Back-ups für die hoch belasteten Stars beim Quintuple-Champion.

Ein potentieller Startelf-Spieler war aber nicht dabei. Dass auch dem FC Bayern trotz aller Erfolge und TV-Millionen aktuell schon rund 100 Millionen Euro in der Kasse fehlen, wie Präsident Herbert Hainer vorrechnete, ist an dieser Transfer-Bilanz abzulesen.

Schick

Patrick Schick von AS Rom ist eine Verstärkung für Bayer Leverkusen. Andere geplante Transfers hingegen platzten.

Bayer Leverkusen ging dank der Abgänge von Kai Havertz und Kevin Volland mit prall gefülltem Konto auf Spielersuche. Das Endergebnis ist für Trainer Peter Bosz eine mittlere Katastrophe. Mario Götze, Julian Draxler, Sead Kolasinac und Milot Rashica wurden unter dem Bayer-Kreuz diskutiert. Doch die Werkself-Macher scheuten das wirtschaftliche Risiko – und gingen leer aus. Nun muss Bosz mit einer deutlich schwächeren Mannschaft als im Vorjahr in drei Wettbewerben bestehen.

Werder Bremen fand keinen Ersatz für Davy Klaassen

Land unter auch bei einigen Kellerteams. Werder Bremen gab Vize-Kapitän Davy Klaassen ab, fand jedoch keinen Ersatz. Der dringend benötigte Millionen-Segen durch einen Transfer von Milot Rashica blieb ebenfalls aus, weil man sich mit Leverkusen nicht einig wurde. So bleiben drei Verlierer: Werder, Bayer und der Stürmer selbst.

Auch in Mainz stehen die Zeichen schon Richtung Abstieg. Neben der katastrophalen Darstellung rund um den Rauswurf von Adam Szalai, der nun erfolgten Begnadigung und der Trennung von Trainer Achim Beierlorzer gelang Sportvorstand Rouven Schröder nichts auf dem Transfermarkt.

Nur Ridle Baku brachte etwas Geld in die leeren Kassen. Andere Spieler wie Quaison, Boetius, Niakhaté oder Mateta sollen weiter für den FSV durchs Feuer geben, obwohl man sie loswerden wollte.

Der 1. FC Köln holte seine neuen Spieler erst sehr spät

Der 1. FC Köln schlug erst im Transfer-Endspurt zu, weshalb die Sommer-Vorbereitung quasi wertlos war. Markus Gisdol muss nun im laufenden Spielbetrieb die Neuen integrieren und dabei das Wunder vollbringen, mit einem insgesamt schwächeren Kader als im Vorjahr die Wende zu schaffen. 

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