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Baumgart: „Absolute Frechheit“ Pokal-Wirbel: Experte erklärt, warum das BVB-Tor zählte

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Coach Steffen Baumgart vom SC Paderborn war nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal bei Borussia Dortmund stinksauer – und übte scharfe Kritik am Unparteiischen Tobias Stieler.

Köln/Dortmund – Steffen Baumgart (49) ist einer der impulsivsten Trainer-Typen im deutschen Profi-Fußball, lebt jede Aktion auf dem Rasen an der Seitenlinie leidenschaftlich mit. Wenig verwunderlich also, dass dem Coach des SC Paderborn nach dem Achtelfinal-Pokalspiel bei Borussia Dortmund am Dienstagabend (2. Februar) mal so richtig die Hutschnur platzte. Grund für den Baumgart-Ärger: Die am Ende spielentscheidende Szene in der fünften Minute der Verlängerung: Thomas Delaney (29) schlug einen Ball aus der eigenen Hälfte auf den startenden Erling Haaland (20), der Norweger war auf und davon und verwandelte zum 3:2-Siegtreffer für den BVB. Doch war bei dem Treffer alles mit rechten Dingen zugegangen?

  • Borussia Dortmund steht
  • Der Siegtreffer des BVB war umstritten, Paderborns Coach Steffen Baumgart platzte nach dem Spiel der Kragen
  • Kölner Schiedsrichter-Experten Collinas Erben erklären, warum das Tor zählte

Minutenlang wurde der Treffer im Kölner Keller von Video-Assistent Matthias Jöllenbeck (33) überprüft. Stand Haaland im Abseits? War der Ball noch absichtlich vom Paderborner Svante Ingelsson (22) berührt worden? Damit hätte der SCP-Profi laut Regelwerk nämlich die Abseitsstellung des Dortmunders aufgehoben.

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Erling Haaland erzielte für den BVB in der Verlängerung den 3:2-Siegtreffer gegen den SC Paderborn. SCP-Abwehrmann Uwe Hünemeier kam in dieser Szene zu spät.

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Nach bangem Warten zeigte Tobias Stieler (39) schließlich auf den Anstoßpunkt. Das Tor zählte. Schwarz-Gelb jubelte, Paderborn schob Frust.

Steffen Baumgart mit Wutrede nach Pokal-Aus beim BVB

Und der Ärger entlud sich nach dem Schlusspfiff am ARD-Mikrofon. Was SCP-Coach Baumgart so sauer aufstieß: Stieler hatte sich die Szene nicht am Monitor selbst angesehen, sondern stand lediglich in Funk-Kontakt mit Köln.

Unmittelbar nach seiner Entscheidung hatte Stieler diese auch dem Paderborner Coach an der Seitenlinie erklärt. Baumgart dazu: „Der Schiedsrichter hat es aus seiner Sicht erklärt. Er hat gesagt, dass er und sein Linienrichter die Wahrnehmung hatten, dass Ingelsson den Ball gespielt hat.“ Doch Baumgart hatte sie Szene anders wahrgenommen: „Es gibt keine Berührung, keine Veränderung des Balles. Es ist nur eine Vermutung. Das ist eine Frechheit, eine absolute Frechheit, das muss ich ganz ehrlich sagen. Daraus eine Berührung des Balles zu machen, finde ich frech. Das habe ich ihm auch gesagt, dass ich das öffentlich mache, langsam wird es lächerlich.“

Baumgart wütete weiter in Richtung Stieler: „Respekt bedeutet auch, sich den Scheiß anzugucken und dann eine Entscheidung zu treffen. Das ist respektvoller Umgang mit dem Gegner. Das ist das Einzige. Ich erwarte, dass er, wenn es so eine knifflige Situation ist, hingeht und sich das anschaut, wie in vielen anderen Situationen auch.“ Baumgart pestete: „Dann machen wir uns zum Affen!“

Kölner Schiedsrichter-Experten Collinas Erben erklären, warum BVB-Tor zählte

Während Stieler zur Sache schwieg, meldete sich noch am Abend der DFB via Twitter. Dort hieß es: „Die Wahrnehmung des Schiedsrichter-Teams auf dem Platz war, dass der Paderborner Spieler Ingelsson durch ein bewusstes Berühren des Balles die vermeintliche Abseitsposition des BVB-Spielers Haaland aufgehoben hat. Dies konnte durch die TV-Bilder, die dem VAR vorliegen, nicht zweifelsfrei widerlegt werden. Aus diesem Grund blieb die Feld-Entscheidung bestehen.“

Ähnlich sah es auch Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt (52) vom Podcast „Collinas Erben“. Er erklärte auf Twitter: „Stieler selbst hat den Ballkontakt wahrgenommen, es war also nicht der VAR, der ihn ermittelt hat. Das erklärt auch, warum es kein Review gab. Zu dieser Wahrnehmung könnte auch gehört haben, dass Stieler – aufgrund des fehlenden Publikums – den Ballkontakt akustisch wahrgenommen hat. Wenn ich nicht irre, hört man ihn nämlich tatsächlich.“

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Klaas Reese (l.) und Alex Feuerherdt sind „Collinas Erben“.

Der Kölner führte weiter aus: „Die Szene im Pokalspiel war natürlich im extremen Randbereich, weil die Berührung kaum wahrzunehmen war und die Flugrichtung des Balles nicht beeinflusst hat. Aber darauf kommt es regeltechnisch nun mal nicht an, und deshalb hat der Schiedsrichter richtig entschieden. Der VAR konnte ihn nicht widerlegen, somit lag kein Fehler vor, schon gar kein klarer und offensichtlicher. Deshalb gab es auch keine Review-Empfehlung.“

Collinas Erben: „Ein On-Field-Review hätte inhaltlich nichts verbessert“

Hätte Stieler sich die Szene unabhängig davon anschauen sollen? Collinas Erben meinen: Nein. Die Begründung: „Wäre die Akzeptanz hier gestiegen? Was hätte Stieler denn gesehen? Doch nur, dass er nicht klar danebenlag. Ein On-Field-Review hätte inhaltlich nichts verbessert.“

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Schiedsrichter Tobias Stieler bemühte im Pokal-Achtelfinale zwischen dem BVB und dem SC Paderborn den Video-Beweis – allerdings nicht nach dem Dortmunder Treffer zum 3:2.

Auch für die minutenlange Überprüfung hatten die Experten eine Erklärung: „Zur Dauer des Checks durch den VAR: Es gab ja zweierlei zu überprüfen – die Abseitsstellung von Haaland und den Ballkontakt. Beides knappe Angelegenheiten.“

Auch Jochen Drees (50), VAR-Boss beim DFB, erklärte: „Der Gang in die Review-Area ist keine Frage des Respekts. Ein On-Field-Review ergibt nur Sinn, wenn der Video-Assistent dem Schiedsrichter einen bildlichen Beleg liefern kann, der die Wahrnehmung auf dem Feld eindeutig widerlegt. Dies war in der Szene am gestrigen Abend aber nicht möglich, ein On-Field-Review hätte dem Schiedsrichter keine anderen beziehungsweise neuen Informationen liefern können. Der Video-Assistent informierte den Schiedsrichter über die Abseitsposition von Haaland und die bildliche, nicht zweifelsfreie Aussage der vorliegenden Kameraperspektiven bezüglich der Berührung des Paderborner Spielers.

Baumgart war natürlich trotzdem sauer. „Es geht für uns hier um zwei Millionen Euro. Ich bin keine Aktiengesellschaft, wir kämpfen um jede müde Mark. Und dann kommt mir so einer so entgegen, das finde ich arrogant“, motzte er über Stieler. Am Endresultat änderte es am Ende allerdings: nichts.

Konsequenzen seitens des DFB muss Baumgart derweil nicht fürchten. Wie der Verband am Mittwoch mitteilte, wird der Kontrollauusschuss kein Verfahren gegen den Paderborner Coach einleiten. Allerdings habe der DFB Baumgart gebeten, „sich zukünftig in seiner Wortwahl zu mäßigen und an seine Vorbildfunktion als Trainer zu denken“. (kos)

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