Nicht nur Schalke ist zweitklassig Netz-Reaktionen auf Fan-Jagd sind auch erbärmlich

Schalke-Polizei

Polizei-Mannschaftswagen fuhren in der Abstiegsnacht am 21. April 2021 an der Veltins-Arena vor, um die Schalker Mannschaft zu schützen.

Gelsenkirchen – Dass der Abstieg des FC Schalke 04 bereits nach dem fünftletzten Spieltag der Saison feststeht, ist ein Beleg dafür, wie verdient dieser Gang in die Zweite Liga ist. Was sich in der Nacht zu Mittwoch, 21. April, in Gelsenkirchen ereignete, hat aber nichts mit normalem Abstiegs-Frust und Fan-Leiden zu tun. Ein Kommentar.

  • Fan-Skandal von Schalke nach dem Abstieg
  • Kommentar zu den kriminellen Handlungen und zu Internet-Hetze
  • Bosse des S04 versagten schon mehrmals im Umgang mit dem Mob

Schalke hat jede Kritik und jeden Spott für die zurückliegenden Monate verdient. Der einst stolze Traditionsverein blickt auf die Trümmer seiner völlig missratenen Arbeit.

Königsblau präsentierte sich auf allen Ebenen zweitklassig. Bosse, Trainer und Spieler werden für lange Zeit mit dem Image des Versagens leben müssen. So erbärmlich hat sich schon lange kein Profi-Verein mehr präsentiert.

Doch was sich nach dem feststehenden Abstieg an der Veltins-Arena und im Stadtgebiet abgespielt hat, ist noch beschämender und kriminell. Spieler rannten in Todesangst vor dem tobenden Mob davon. Vereinslegenden wurden geschlagen, Autos mutwillig demoliert, Hetzjagden durch das Stadtgebiet veranstaltet. Wenn Tritte, Eierwürfe und rohe Gewalt bis vor die eigene Haustür die Sprache dieser angeblichen Fans ist, haben sie eine saftige richterliche Bestrafung verdient. Wahrscheinlich sind es aber genau diese Typen, die die ersten sind, die nach der Corona-Phase wieder im Stadion stehen dürfen.

Videos und Sprachnachrichten der Schalker Abstiegsnacht verstören

Die verstörenden, brutalen Videos und Sprachnachrichten, die von der Abstiegsnacht kursieren, schrecken viele wohl immer noch nicht ab. In der anonymen Scheinwelt des Internets wird auch noch fröhlich gelästert und gehetzt.

Tweets wie „Darf man als Fan denn jetzt seine eigene Mannschaft zwischen 22 und 0 Uhr draußen jagen oder nicht?“ oder „Stimmt es, dass Mark Uth gestern am Stadion geblitzt wurde und Schalke jetzt doch noch genug Punkte für den Klassenerhalt hat?“ oder „Ich habe mit ein paar Freunden vier gegen zwei auf dem Arenaring gespielt. Als Ball diente das Auto von Suat Serdar“  sind weder lustig noch angemessen, sondern zeugen schlicht von nicht mehr vorhandener Intelligenz.

Schalker Verantwortliche versagten mehrmals im Umgang mit dem Mob

Die Schalker Verantwortlichen, die täglich in ihrem Handeln auf ganzer Linie versagt haben, sind verantwortlich für die entsetzlichen Entwicklungen. Ein Verein, der es zulässt, dass Ultras dem Kapitän Benjamin Stambouli öffentlichkeitswirksam die Binde abnehmen, ein Klub, der seine Spieler in solch einen aufgeheizten Mob nach dem Abstieg schickt, ist rückgratlos, hilflos und überfordert.

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Und die ganzen „Social-Media-Spaßvögel“ sollten sich kurz fragen, wie ihnen zumute wäre, wenn vor ihrer Haustüre nachts zehn düstere Gestalten warten, um ihren angestauten Frust loszuwerden. Diese Netz-Botschaften sind noch nicht einmal mehr zweitklassig.

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