Abstiegs-Endspiel Architekt des Schalker Untergangs? Mainzer Heidel wehrt sich

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Christian Heidel, Sportdirektor von Mainz 05 (hier beim Spiel am 20. Februar 2021 bei Borussia Mönchengladbach) wehrt sich gegen die Vorwürfe, der Architekt des Schalker Absturzes zu sein.

Gelsenkirchen – Es ist wirklich der allerletzte Strohhalm für den FC Schalke 04. Sollten die Königsblauen am Freitag, 5. März 2021, auch gegen den FSV Mainz nicht den zweiten Dreier der Saison einfahren, sollte der Abstieg endgültig besiegelt sein.

  • Der FC Schalke erwartet am Freitag Mainz 05
  • Es ist das Debüt von Dimitrios Grammozis als Schalker Trainer
  • Für die Königsblauen ist es die letzte Chance, im Abstiegskampf neue Hoffnung zu schöpfen

Aktuell beträgt der Rückstand für den Klub aus dem Pott neun Zähler auf den Relegationsplatz. Nur ein Dreier gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegsthriller lässt den Funken Hoffnung ein klein wenig aufblühen.

Noch einmal neuen Schwung soll Dimitrios Grammozis bringen. Der fünfte Trainer der laufenden Chaos-Saison soll doch noch für ein Wunder sorgen. „Ich kann es kaum erwarten, die Jungs auf dem Platz loszulassen“, so der Nachfolger von Christian Gross.

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Grammozis weiter: „Die Zeit ist knapp, um viele Inhalte durchzugehen. Aber was wir uns vorstellen, haben wir sehr gut herausgearbeitet. Wir haben die Zeit so gut wie möglich genutzt. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass ein Spieler den Kopf hat hängen lassen. Viele Spieler haben eine Initialzündung bekommen durch den Trainerwechsel.“

Das befürchtet auch sein Kollege Bo Svensson. „Jetzt ist die Möglichkeit für einen Neuanfang“, sagte Mainz-Trainer voller Respekt. „Diese Chance wollen die Spieler natürlich ergreifen und zeigen, was in ihnen steckt. Dass diese Mannschaft viel individuelle Qualität mitbringt, ist völlig klar.“

FC Schalke: Grammozis muss auf viele Profis verzichten

Grammozis muss jedoch auf viele Spieler verzichten. Gleich neun Profis fallen aus. Torhüter Ralf Fährmann, Matija Nastasic, Nassim Boujellab und Kilian Ludewig erholen sich von Verletzungen, Salif Sane, Mark Uth und Steven Skrzybski sind im Aufbautraining. Nabil Bentaleb fehlt wegen Adduktorenproblemen. Fraglich ist auch der Einsatz von Klaas-Jan Huntelaar.

Dagegen kann der FSV in diesem richtungsweisenden Duell in Bestbesetzung antreten. Dominik Kohr hat seinen grippalen Infekt auskuriert, Robin Zentner wird trotz seines spielentscheidenden Patzers gegen Augsburg auch in Gelsenkirchen zwischen den Pfosten stehen.

Svensson: „Solch ein Fehler sollte nicht passieren, aber es wird keine Auswirkungen haben“, sagte Svensson: „Wenn ein Innenverteidiger einen Fehler macht oder ein Stürmer vorne nicht trifft, soll ich die dann auch auswechseln?“

FC Schalke 04: Brisantes Duell mit Christian Heidel

Brisant in dem Duell ist die Rückkehr von Christian Heidel (57) nach Gelsenkirchen. Der frühere Manager gilt als Architekt des Schalker Untergangs. 160 Millionen Euro hat der frühere Autoverkäufer für die Mannschaft ausgegeben, die nun ungebremst in Richtung Abstieg zurast. Die Liste seiner teuren Transferflops ist lang.

Grammozis-Schalke-Mainz

Dimitrios Grammozis feiert gegen Mainz sein Debüt als Trainer von Schalke 04. Das Foto zeigt ihn am 3. März beim Training in Gelsenkirchen.

Darunter: 26,5 Millionen Euro für Breel Embolo, der dann für einen Bruchteil an Borussia Mönchengladbach verscherbelt wurde. Da wären ja auch noch 19 Millionen für den später mehrfach suspendierten Bentaleb, 16 für Sebastian Rudy, der längst wieder für die TSG Hoffenheim spielt, oder neun Millionen für das vermeintliche Supertalent Rabbi Matondo, das nun in der zweiten englischen Liga kickt.

Heidel, der Schalke im März 2019 verließ, wehrt sich gegen die Angriffe. „Ja, es hat nicht jeder Transfer gepasst. Aber 2018 waren wir Vize-Meister. Wir haben Champions League gespielt, den höchsten Umsatz und den höchsten Gewinn aller Zeiten gemacht“, sagte er. Ganz Schalke habe gefeiert: „Wir waren auf dem richtigen Weg.“

Dann folgte ein Total-Absturz, der nach 33 Jahren im Oberhaus wahrscheinlich im Sommer in der Zweiten Liga endet. Falls nicht Grammozis doch noch zum großen Schalker Helden aufsteigt. (sid, fne)

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