„A....loch musst du nicht sagen“ Rudelbildung und Schiri-Ärger beim Werder-Sieg

Younes-Rudel

Die Rudelbildung in der Schlussphase: Amin Younes knöpfte sich Kevin Möhwald vor.

Bremen – Der Siegeszug von Eintracht Frankfurt ist gestoppt. Werder Bremen drehte am Freitagabend (26. Februar) mit großem Einsatz die Partie und jubelte am Ende über einen 2:1-Erfolg. Frankfurts Bilanz im Kalenderjahr 2021 erhält also den ersten Dämpfer. Nach zuvor 25 von möglichen 27 Punkten setzte es die erste Niederlage.

  • Werder Bremen schlägt Eintracht Frankfurt
  • Führung durch Goalgetter André Silva reichte nicht
  • Schiedsrichter Robert Hartmann mehrmals im Fokus

Im Mittelpunkt stand an der Weser vor allem das Schiedsrichter-Gespann und Video-Assistent Benjamin Brand. Die Emotionen kochten so hoch, dass es selbst nach Schlusspfiff beim Gang in die Kabine noch zu einem Gerangel kam.

André Silva baute seine Tor-Quote weiter aus

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In der 9. Minute jubelten die Gäste erstmals. Amin Younes spielte nach einer Ecke kurz auf Filip Kostic, der flankte hoch in die Mitte. Dort stand André Silva in der Luft und verlängerte die Kugel mustergültig ins lange Eck. Vom Innenpfosten prallte die Kugel ins Netz. Allerdings: Die Ecke, die zum Treffer führte, hätte es nicht geben dürfen. Djibril Sow war noch nach Milos Veljkovic am Ball.

Silva-Bremen

Völlig losgelöst: André Silva hebt ab, Amin Younes jubelt mit dem Frankfurter Stürmer.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt protestierte, viele Fans tobten via Twitter, der Video-Schiri griff aber trotzdem nicht ein. Denn: Die Entstehung einer Ecke ist keine Situation, bei der sich der VAR meldet. Auch dann nicht, wenn daraus ein Tor entsteht. So blieben einfach beeindruckende Zahlen: Silva ist mit zehn Treffern bester Bundesliga-Torschütze im Jahr 2021 - Kostic mit acht Assists bester Vorbereiter in diesem Jahr.

Aber Werder kam nach dem Rückstand auf, zeigte Moral und Kämpferherz. Milot Rashica hatte Pech, sein Schuss tropfte auf die Latte (34.). Nächster Bremer Ärger: Frankfurts Rode foulte Kevin Möhwald, obwohl er schon Gelb gesehen hatte, abermals im Mittelfeld. Die Ampelkarte zückte Schiri Robert Hartmann aber nicht. Kohfeldt diskutierte beim Halbzeitpfiff noch auf dem Platz mit dem Unparteiischen.

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Bremens Trainer Florian Kohfeldt diskutierte beim Gang in die Kabine mit dem schwachen Schiedsrichter Robert Hartmann.

„Eine souveräne Schiedsrichterleistung sieht für mich anders aus“, kritisierte auch Bremens Lizenzspieler-Chef Clemens Fritz (40) zur Pause bei DAZN. „Es waren viele Situationen, wo er zögerlich pfeift, statt Vorteil laufen zu lassen“.

Video-Assistent musste mehrmals aus Köln eingreifen

Gleich nach Wiederanpfiff standen die Unparteiischen erneut im Fokus. Rashica spielte einen klasse Ball auf Theodor Gebre Selassie, der traf zum vermeintlichen 1:1. Doch die Schiris entschieden fälschlicherweise auf Abseits, wurden aber aus dem Video-Keller korrigiert (47.).

Auch das 2:1 durch Joshua Sargent sorgte für Verzweiflung bei den Zuschauern. Nach Pass von Maximilian Eggestein schien der Bremer im Abseits zu stehen, der Amerikaner jubelte auch zunächst nicht. Denn zählte der Treffer nach Prüfung im Video-Keller (62.). Sechs Minuten später die nächste knifflige Abseitsfrage. Diesmal hatte Romano Schmid zum vermeintlichen 3:1 getroffen, doch der VAR bestätigte den Schiri-Assistenten.

Bremen gegen Frankfurt: Drei Gelbe Karten nach Rudelbildung

Die schwache Leistung der Schiris sorgte auch dafür, dass einigen die Sicherungen durchbrannten. Nach einer Rudelbildung in der 81. Minute gab es dreimal Gelb für Friedl, Möhwald und Younes. Kohfeldt wütete an der Seitenlinie Richtung Frankfurt-Bank „A…loch muss du nicht sagen“. Kurze Zeit später sah auch Eintracht-Coach Adi Hütter Gelb. Kein Frage: In dem Duell war viel Feuer.

Hinteregger-Zoff nach Schlusspfiff im Kabinengang

Beim Gang in die Kabine gerieten Martin Hinteregger und Niklas Füllkrug aneinander. Es wurde geschubst und gerangelt. „Gegen Bremen ist es immer so kämpferisch und emotional. Am Ende war es viel zu viel. Zu viel Gerede auf dem Platz und außerhalb des Platzes auf der Tribüne“, sagte Frankfurts Kapitän Makoto Hasebe.

Auch bei der Pressekonferenz hatten sich die Gemüter noch nicht beruhigt. „Hier in Bremen ist es immer speziell. Das hat mit Niveau nichts zu tun“, ätzte Hütter. Sein Gegenüber Kohfeldt konterte: „Eintracht spielt eine überragende Saison. Man muss dann auch mal mit Anstand verlieren können.“

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