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Der neue DFB-Spaßmacher Robin Gosens „Ich bin wie Poldi – nicht wie Jonas Hector“

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Robin Gosens bei seinem zweiten Länderspiel-Einsatz im September in der Schweiz.

Köln – Robin Gosens (26) hat einen Raketenstart bei der Nationalmannschaft hingelegt. Gleich bei seiner ersten Nominierung im September stand er zweimal in der Startelf.

Dabei hat der Linksverteidiger nie in der Bundesliga und zuvor auch in keiner DFB-Jugend-Auswahl gespielt. Plötzlich ist der Deutsch-Holländer, der noch als 18-Jähriger gerne die Wochenenden durchfeierte und anschließend bei den Amateuren kickte, auf dem besten Weg die Ideallösung für die EM auf der linken Seite zu werden. Das große EXPRESS-Interview.

Nach Ihrem ersten Länderspiel und dem ersten TV-Interview fühlten sich viele an den jungen Lukas Podolski erinnert.

Ich bin schon ein Typ, der sagt, was ihm gerade im Kopf herum schwirrt. Ich bin keiner, der groß drumherum redet. Daher kann ich mich da schon widerfinden. Podolski ist in der Hinsicht wie ich: Ich verbiege mich niemals, das habe ich mir geschworen. Daher kommen auch schon mal lockere Antworten raus. Das will ich so beibehalten, weil mich das auszeichnet. So bin ich als Typ.

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Lustig war auch, dass Sie nach dem Gegentor der Spanier dachten, dass es Abseits gewesen sein soll.

Natürlich weiß ich jetzt auch, dass das keine Abseitsposition war, aber damals stand ich ein bisschen auf dem Schlauch. Dafür musste ich natürlich etwas Kritik einstecken. Ich habe mir noch einmal alles fein säuberlich durchgelesen. Ich kenne die Regeln jetzt.

Wie beurteilen Sie rückblickend Ihre ersten Länderspiele?

Für mich war es die perfekte Woche: Ich war zum ersten Mal im Aufgebot, durfte dann direkt zweimal von Beginn an ran. Das hat natürlich Lust auf mehr gemacht. Natürlich habe ich jetzt die Ambitionen, so viele Minuten wie möglich einzusammeln.

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Robin Gosens bei seiner Ankunft am Hotel am Kölner Mannschaftshotel.

Klingt selbstbewusst.

Beim ersten Mal war ich angespannt und nervös. Ich war der große Unbekannte. Die Jungs hier kennen sich seit Jahren, haben die U-Mannschaften durchlaufen. Dann kommt da der Robin Gosens dahergelaufen, den so keiner auf dem Schirm hatte. Ich bin einer, der nur im Ausland unterwegs war, nie in den U-Mannschaften gespielt hat. Ich wusste nicht so richtig, was mich erwartet. Natürlich bin ich jetzt gelassener. Jetzt ist alles relaxter, weil ich weiß, wie alle so ticken.

Nach dem ersten Länderspiel müssen die Spieler ein Ständchen singen. Was haben Sie aufgeführt?

Noch nichts. Das war dem geschuldet, dass die Bayern- und Leipzig-Spieler nicht da waren. Ich bin gespannt, was auf mich zukommt. Ich werde es aber nicht an die große Glocke hängen, dass ich noch was machen muss. Vielleicht geht der Kelch an mir vorüber.

Der Saisonstart mit Bergamo dürfte Ihnen auch Rückenwind geben.

Wir haben die maximale Ausbeute eingefahren, drei Spiele, drei Siege, 13 Tore. Ich bin mit zwei Assists und einem Tor auch selber gut reingekommen. Natürlich ist das Selbstvertrauen da, ich muss mich jetzt hier nicht verstecken.

Auf Ihrer Position war jahrelang Jonas Hector der Stammspieler. Was machen Sie anders als der FC-Kapitän?

Meine Stärken liegen im offensiven Spiel. Ich habe eine große Dynamik und kann die ganze linke Seite beackern. Vielleicht kann ich dadurch dem deutschen Offensivspiel etwas hinzufügen, was der Jonas in der Vergangenheit etwas anders gemacht hat. Ich will aber gar nicht sagen, dass er das schlechter gemacht hat. Wir sind einfach zwei verschiedene Spielertypen.

Beschreiben Sie Ihren Spielstil doch noch genauer.

In Bergamo muss ich auf meiner Position sowohl defensiv als auch offensiv sehr viel arbeiten. Vorne muss ich unsere Stürmer immer als zusätzliche Anspielstation unterstützen, defensiv rücke ich in die Kette und muss meine Seite zumachen. Das ist eine sehr komplexe Position, die viel von einem abverlangt. Das System bei der Nationalmannschaft ähnelt dem etwas, dennoch erhalte ich viele Videoanalysen und Besprechungen, um die Unterschiede zu verstehen.

Sie haben in Italien schlimme Zeiten in der Corona-Pandemie erlebt. Mit welchen Gefühlen fliegen Sie dann am Freitag in die Ukraine?

Ich bin geprägt von der Corona-Zeit in Bergamo. Das war eine der schlimmsten Erfahrungen, die ich bisher miterleben musste. Das hat mich tief erschüttert. Entsprechend fahre ich schon mit großem Respekt jetzt in so ein Risikogebiet wie die Ukraine. Ich versuche es auszublenden. Dadurch, dass wir mit dem DFB in der großen Blase leben und wir keine sozialen Kontakte nach außen haben, ist es schon sicher. Aber natürlich ist dieser unsichtbare Gegner Corona immer irgendwo präsent. Angst habe ich nicht, aber Respekt ist da.

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