„Machtspielchen, Intrigen, egozentrische Funktionäre“ Calmund mit Wut-Rede gegen DFB

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Reiner Calmund schaut sich das Spiel zwischen Saarbrücken und Magdeburg Anfang Mai an. Der frühere Top-Manager hat eine klare Meinung zum DFB-Zoff.

Köln – Chaos pur beim DFB. Die Chefs der Regional- und Landesverbände wollen eine Amtsenthebung von Präsident Fritz Keller (64). Doch der weigert sich zurück zu treten. Seit er am 23. April bei einer Präsidiumssitzung Vize Rainer Koch (62) als „Freisler“ bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen hat, gab es Kritik von allen Seiten. Das DFB-Sportgericht will den heiklen Fall um den Nazi-Vergleich bis Ende Mai abschließen.

  • Reiner Calmund schimpft über aktuelle DFB-Spitze
  • Präsident Fritz Keller verweigert geforderten Rücktritt
  • Calli plädiert für kompletten Neuaufbau im Präsidium

Der zerstrittene Zustand der Verbandsspitze sorgt überall für Kopfschütteln. Manager-Legende Reiner Calmund (72) ist beim Blick nach Frankfurt genauso fassungslos. „Gerade in schwierigen Zeiten im Amateur - und Jugendfußball liefern sich die Herren ein Duell nach dem anderen – das ist fahrlässig und völlig unnötig. Statt enger zusammenzurücken und den Klubs auf breiter Ebene mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, treten die Herrschaften von einem Fettnäpfchen ins nächste und geben damit ein ganz schlechtes Bild ab“, klagt Calmund am Samstag (8. Mai).

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Der frühere XXL-Manager fordert sofortige Konsequenzen. „Ein außerordentlicher Bundestag muss einberufen werden, eine Task Force muss geeignete Menschen suchen. Es gilt: Kompetenz und Leidenschaft sind die Formel zum Erfolg. Das heißt: Kompetenz basiert auf Fachwissen, Erfahrung, Zuverlässigkeit und Empathie. Die Leidenschaft beinhaltet Identifikation, Begeisterung, Verantwortung und Teamgeist.“

Reiner Calmund fordert außerordentlichen Bundestag

Dass Keller nach gut 20 Monaten Amtszeit gescheitert ist, sieht auch Calmund so. „Es gibt Dinge, die sagt man nicht, Nazi-Vergleiche gehören ganz sicherlich dazu. Er hat sich provozieren lassen, das ist schade. Seine Entschuldigungen nehme ich ihm allerdings zu einhundert Prozent ab, trotzdem muss Fritz Keller sich mit einem Rücktritt auseinandersetzen.“

Reiner Calmund: DFB-Präsidium ist nicht der Jahrmarkt der Eitelkeiten

Neben Präsident Keller stehen auch seine Präsidiums-Kollegen Rainer Koch, Stephan Osnabrügge (50) und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius (45) vor dem Aus. Der frühere Bundesliga-Zampano kann das gut nachvollziehen. „Wer die oberste Fußball-Bühne mit dem Jahrmarkt der Eitelkeiten verwechselt, muss ausgewechselt werden. Teamgeist ist im DFB-Präsidium oder auf den Führungs-Etagen der Landesverbände genauso erforderlich wie in jedem Verein und jeder Jugendmannschaft. Und wer das nach wiederholter Aufforderung nicht kapiert, der sollte sich dringend ein anderes Tätigkeitsfeld aussuchen.“

Calmund weiter: „Der Fußball, gerade an der Basis, ist zu wertvoll für Machtspielchen, Intrigen und egozentrische Funktionäre. Der DFB ist Dienstleister für seine 7,2 Millionen Mitglieder – dabei handelt es sich immerhin um den größten Fachverband der Welt. Fußball ist Ehrenamt, Fußball ist Integration, Fußball vermittelt Werte – all das wird ausgerechnet von der Verbandsführung aktuell mit Füßen getreten“.

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