„Das ist pervers“ Reaktionen auf den Bundesliga-Neustart

132066850

Gesundheitsminister Jens Spahn glaubt an eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison.

Köln – Die Bundesliga kann endlich weitergehen. Das geht aus einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten am Mittwoch hervor. (Hier lesen Sie mehr)

Damit hat das Warten nicht nur für die Profis und Funktionäre der Klubs, sondern auch für Millionen Fußballfans in Deutschland ein Ende. Vertreter aus Politik und Sport äußerten sich vorwiegend erleichtert über die Entscheidung:

Hans-Joachim Watzke (60), Geschäftsführer Borussia Dortmund: „Es geht nicht so sehr nur darum, dass wir wieder unseren Sport treiben wollen, sondern der Sport ist unser Beruf. Wir möchten gerne wieder arbeiten.“ (RTL)

Jens Spahn (39), Bundesgesundheitsminister: „Genauso wie die Lufthansa oder unsere Automobilkonzerne Weltmarktführer sind und es wichtig ist, dass wir unsere Position als Weltmarktführer auch nach der Coronakrise behaupten, gilt das für die Bundesliga auch. Das ist auch wichtig für zig Millionen Fußballfans hier in Deutschland.“

Rainer Kardinal Woelki (63), Erzbischof von Köln: „Ich finde die Aussicht auf Geisterspiele nicht so wirklich erfrischend. Auch wenn ich als Fan die Spiele des 1. FC Köln schon vermisse, ohne die der Samstag für mich an Sinngehalt verloren hat. Es ist sonst schon ein fester Bezugspunkt für mich.“

Hier lesen Sie mehr: Markus Gisdol spricht über seine FC-Zukunft

Manuel Neuer (34), Kapitän Deutsche Nationalmannschaft: „Wir als Profis tragen Verantwortung für unseren Berufsstand. Uns muss klar sein, dass es jetzt auch auf uns ankommt. Nun ist es an jedem Einzelnen in den Mannschaften und deren Umfeldern, dieses Konzept diszipliniert mit Leben zu füllen. Wir waren die Lieblinge einer ganzen Nation, als wir am 13. Juli 2014 im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro Weltmeister wurden. Nun haben wir ein anderes Trikot an: jenes der gesellschaftlichen Vorbilder.“

Sebastian Brendel (32), Kanu Olympia-Sieger: „Vielleicht ist es ja ein gutes Zeichen, wenn der Fußball wieder rollt, damit andere Sportarten nachziehen können. Ich bin kein Fan von Wettbewerben ohne Zuschauer. Für mich wäre das wie ein Trainingswettkampf.“

Bundesliga-Neustart: Top-Sportler genervt von Fußball-Sonderrolle

Christina Schwanitz (34), Kugelstoßerin: „Ich finde es nicht schön, dass der Fußball eine Sonderrolle einnimmt und sich über alles hinwegsetzt, nur weil die Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger stimmt.“ („Sächsische Zeitung“)

Johannes Vetter (27), Leichtathlet: „Wenn dem wirklich so ist, dann verkauft der Staat die Gesundheit des Volkes und der leidenden Menschen an den Fußball. Das ist pervers.“

Ronald Rauhe (38), Kanu-Olympiasieger: „Fußball ist nicht der Nabel der Welt. Aber er scheint in Deutschland eine andere Priorität zu haben als Schulen und Kitas, wie ich als Familienvater gerade erfahre.“ („Märkische Allgemeine“)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.