Rassismus-Eklat bei Sané-Comeback Polizei ermittelt, Flughafen stellt Banner-Flüge ein

Sane Comeback Einwechslung

Leroy Sané (Manchester City) wurde gegen den FC Burnley für Phil Foden eingewechselt.

Manchester – Jürgen Klopp (53) und der FC Liverpool müssen noch etwas warten, ehe sie den ersten Premier-League-Titel seit 30 Jahren eintüten können. Titelverteidiger Manchester City gewann am Montagabend erwartungsgemäß souverän gegen den FC Burnley mit 5:0.

Phil Foden (22.) und Riyad Mahrez (43., 45.+3/Foulelfmeter) sorgten bereits vor der Pause für klare Verhältnisse. David Silva (51.), und erneut Foden (63.) legten in der zweiten Halbzeit nach. Leroy Sané wurde nach zehn Monaten Verletzungs- und Reha-Pause von Pep Guardiola  (49) in der 79. Minute für Foden  eingewechselt und feierte so das ersehnte Comeback.

Damit kann Liverpool den Titel am Mittwoch im Heimspiel gegen Crystal Palace noch nicht vorzeitig rechnerisch perfekt machen. Sollte Manchester Donnerstag auch beim FC Chelsea siegen, würde die mögliche Entscheidung aufs Spitzenspiel am Donnerstag nächster Woche (2. Juli) verschoben, wenn die „Citizens“ die „Reds“ in Manchester empfangen.

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Manchester: Flugzeug zieht Banner mit rassistischer Parole über Etihad-Stadion

Vorm Spiel gegen Burnley kam es am Montag zu einem Rassismus-Skandal am Himmel über dem Etihad-Stadion: Ein Flugzeug mit einem Banner mit der Aufschrift „White Lives Matter - Burnley“ (Weiße Leben zählen - Burnley) flog über die Arena.

Flugzeug Manchester 02 Banner lesbar

Dieses Banner mit der rassistischen Parole „White Lives Matter“ wurde von einem Flugzeug über das Etihad-Stadion in Manchester gezogen.

„Verdammte Scheiße, was für eine absolute Peinlichkeit. Absolute Schande“, twitterte der englische Journalist Sam Lee.

Die Spieler beider Vereine hatten vor dem Anpfiff am Mittelkreis niedergekniet, um somit ihre Unterstützung im Kampf gegen Rassismus zu demonstrieren. Danach kam das Flugzeug.

„Ich schäme mich und bin peinlich berührt“, sagte Ben Mee vom FC Burnley über die Szene. Der Gästeklub entschuldigte sich während des Spiels noch mit einer Stellungnahme: „Wir möchten klarstellen, dass die Verantwortlichen im Turf Moor (Stadion FC Burnley/d. Red.) nicht willkommen sind. Dies entspricht in keiner Weise dem, wofür der Burnley Football Club steht, und wir werden voll und ganz mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Verantwortlichen zu ermitteln und lebenslange Verbote auszusprechen.“

Rassismus-Eklat in Manchester: Polizei ermittelt wegen Banner

Inzwischen ermittelt auch  die Polizei. „Wir stellen Untersuchungen an, um die gesamten Umstände dieses Vorfalls zu klären. Erst dann sind wir in der Lage, zu beurteilen, ob Straftaten stattgefunden haben“, teilte die Polizei Lancashire mit. „Uns ist klar, dass dieses Banner viele Menschen in Lancashire und andernorts verärgert hat, und wir arbeiten weiterhin eng mit unseren Partnern beim Club und bei den örtlichen Behörden zusammen.“

Nach englischen Medienberichten startete das Flugzeug von einem Flugplatz in Blackpool in der Nähe von Manchester. Ein Mann aus Lancashire mit Kontakten zur rechtsradikalen Szene soll sich auf Facebook bekannt haben, das Flugzeug inklusive Banner gebucht zu haben. Später wurde der Account aber gelöscht.

Rassismus: Flughafen Blackpool stellt Banner-Flüge ein 

Der Flughafen Blackpool sagte laut BBC: „Wir stehen gegen Rassismus jeglicher Art und dulden die Aktivität absolut nicht. Die Botschaft war beleidigend und die Aktion verwerflich. Die Entscheidung, das Banner zu fliegen, wurde nur von der Bannerfluggesellschaft ohne Wissen oder Zustimmung des Flughafens oder des Blackpool Councils getroffen.“

Banner werden vorher nicht überprüft, das liege im Ermessen des Fluganbieters. Nach einer Notfallüberprüfung am Dienstagmorgen habe sich der Flughafen Blackpool aber dazu entschieden, alle Bannerflüge mit sofortiger Wirkung einzustellen. „Wir schlagen vor, dass auch andere Flughäfen diesen Ansatz angesichts der Ereignisse in Blackpool in Betracht ziehen sollten“, hieß es.

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Seit dem gewaltsamen Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd (†46) nach Polizeigewalt protestieren weltweit hunderttausende Menschen gegen Rassismus – unter dem Motto „Black Lives Matter“ (Schwarze Leben zählen). Wer das Flugzeug und das Banner organisiert hat, war zunächst nicht bekannt. (ars/dpa)

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