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Bierhoffs seltsame Wahrnehmung „Löw hat ein tolles Ergebnis erreicht“

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DFB-Direktor Oliver Bierhoff (hier ein Bild aus dem November) äußerte sich am Freitag zu den aktuellen Ereignissen bei der Nationalmannschaft.

Frankfurt – Vor 17 Tagen erlitt die deutsche Nationalmannschaft die höchste Niederlage seit mehr als 89 Jahren. Nach dem 0:6-Desaster in Sevilla tauchte Joachim Löw (60) erst einmal ab. Selbst nachdem er am Montag in der DFB-Zentrale vom Präsidialausschuss Rückendeckung erhalten hatte, wählte der Bundestrainer den Seitenausgang. Auch in den merkwürdigen Pressemitteilungen des Verbandes, die seit der Pleite in Spanien verschickt wurden, ist kein Zitat eines Verantwortlichen der DFB-Auswahl zu finden.

Am Freitag brach Direktor Oliver Bierhoff (52) das Schweigen. Im Anschluss an die DFB-Präsidiumssitzung nahm Löws langjähriger Weggefährte Stellung zur Entwicklung rund um das Bundestrainer-Amt. Auch wenn er anfangs sagte, dass er nicht als „Sprachrohr“ oder als „Anwalt“ für Löw auftrete, wurde sein 35-minütiger Monolog mit Powerpoint-Präsentation zur großen Verteidigungs-Rede.

Bierhoff über…

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…das 0:6 in Spanien: „Wir sind natürlich enttäuscht von dem blamablen 0:6 gegen Spanien. Dort haben wir nichts gesehen, was wir von einer deutschen Mannschaft erwarten können. Es brodelt und rumort immer noch in mir. Ich darf aber nicht den Emotionen spontan folgen, sondern muss auf Fakten und Ergebnisse schauen. Es war auch klar, dass eine Bewertung einer Entwicklung und eines Bundestrainers nicht an einem Spiel hängen kann. Es kann nicht Gradmesser für die Entscheidung sein.“

…sein Fazit der vergangenen Monate: „Wir wollten weg vom langsamen Ballbesitz-Fußball hin zu schnellem, intensivem, vertikalem Spiel mit und ohne Ball. 2019 hat eine Entwicklung stattgefunden. Für die Entwicklung einer Mannschaft braucht man aber Frische und Kontinuität. Im absoluten Ausnahmejahr 2020 konnte der Trainer gar keine Entwicklung vorantreiben. Deshalb mache ich meinen Frieden damit, dass wir 2020 nur die Ergebnisse erreicht haben, die Entwicklung vielleicht aber nicht so vorangetrieben haben. Wir können den Umbruch nicht bei der ersten oder zweiten Problematik infrage stellen. Das Jahr 2020 ist ein besonders Jahr, aber es ist kein verlorenes Jahr“.

…die Bilanz der Nationalmannschaft: „Wir wollten die EM-Qualifikation schaffen, wir wollten in der Nations League im Level A bleiben, das Final-Turnier erreichen und einer von zehn Gruppenköpfen für die EM-Auslosung sein. Dabei haben wir drei von vier Zielen erreicht. Das ist ein tolles Ergebnis, das der Bundestrainer unter diesen Umständen erreicht hat. Jogi macht Dinge, weil er davon überzeugt ist. Seine Meinung muss nicht immer richtig sein. Aber er folgt ihr, das macht ihn als Bundestrainer stark.“

Löw-Sevilla-Bank-Team

Joachim Löw (l.) musste unter seiner Regie in Sevilla die höchste Niederlage einer Nationalmannschaft seit über 89 Jahren hinnehmen.

…Parallelen zwischen Nationalmannschaft und den Vereinen: „Wenn wir ehrlich sind, sehen wir das in der Bundesliga und der Champions League: Die Qualität der Spiele nimmt ab, die Verletzungen nehmen zu. Bayern München kriegt vier Tore gegen Hoffenheim und drei gegen Hertha. Liverpool verliert, Real Madrid auch. Wenn du keine Zeit beim Training hast, wenn du keine Frische hast und rotieren musst, verlierst du an Qualität.“

…Kritik an Joachim Löw: „Jogi hat nicht in der Halbzeit in Spanien in der Kabine gesessen und geheult. Er hat umgestellt auf Manndeckung. Ob ein Trainer eine blaue Jacke trägt, ob er beim Friseur war oder auf der Bank sitzt oder davor steht, ist nicht entscheidend. Es ist heftig gewesen, was diese Tage passiert ist. Er kann das aber auch schlucken. Die äußerliche Kritik tut natürlich weh, haut ihn aber in dem Sinne nicht um. Viel mehr hat man Wut bei ihm gesehen.“

...über die Krisensitzung am Montag: „In der Diskussion am Montag hat Jogi deutlich gemacht: Wenn einer der Meinung ist, dass er nicht mehr der Bundestrainer ist, dann soll man das sagen. Damit hat er kein Problem. Dafür ist er lang genug im Geschäft, dass er weiß, dass ein Trainer an Ergebnissen und an dem Vertrauen gemessen wird. Und wenn das nicht mehr da ist, muss man den Cut ziehen. Aber wenn er da ist, will er das Vertrauen haben“.

Oliver Bierhoff deutet Möglichkeiten für Hummels, Müller und Boateng an

…eine mögliche Rückkehr von Mats Hummels, Thoms Müller und Jerome Boateng: „Es ist keine Sturheit vom Jogi, wenn er jetzt auf den einen oder anderen verzichtet – das macht ihn als Bundestrainer auch so stark. Er ist davon überzeugt und hält öffentlichem Druck stand. Zwischenmenschlich ist nichts passiert, außer dem kurzfristigen Ärger. Die Trainer werden das tun, was das Beste für die Mannschaft ist. Jogi hat jetzt alle Optionen, die Mannschaft neu aufzubauen.“

…die Probleme im DFB: „Wir sind in einer Situation, wo uns äußere Umstände nicht helfen, das Image zu verbessern. Dass Details der Sitzungen nach außen dringen, hat Joachim Löw stark verärgert und macht auch mich sehr traurig. Mein Stil ist das nicht. Von einem heftigen Streit zwischen Jogi und dem Präsidenten weiß ich nichts. Fritz Keller hat das in der Sitzung klar moniert und dazu aufgerufen, dass das nicht mehr passieren darf, dass solche Dinge nach außen getragen werden.“

…Joachim Löws Zukunft: „Die EM ist immer ein Gradmesser, ob einer bis 2022 oder bis 2028 Vertrag hat, ist dann egal. So ein Turnier ist immer einschneidend. Natürlich ist die EM ein weiterer Punkt ist, wo man schauen wird, wie die Arbeit zu bewerten ist. Ich habe bisher noch mit keinen Alternativ-Kandidaten gesprochen.“

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