„Hansi ein hervorragender Bundestrainer“ Bierhoff schwärmt von Löw-Nachfolger Flick

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Hansi Flick beim Training des FC Bayern am 29. April. Nach der Saison soll er Bundestrainer werden.

München – Wie die künftige Spitze beim Deutschen Fußball-Bund aussieht, ist noch völlig offen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es im Präsidium den großen Umbruch geben. Selbst DFB-Direktor Oliver Bierhoff (53) hält seine Zukunft offen. Klarer ist lediglich die Frage des Bundestrainers. Da will Bierhoff nun Fakten schaffen.

  • Oliver Bierhoff bestätigt Gespräche mit Hansi Flick
  • Weg zum Bundestrainer-Amt für Bayern-Coach ist Freitag
  • DFB-Direktor denkt an vorzeitige Vertragsauflösung beim Verband

Der Ende der Saison scheidende Bayern-Trainer Hansi Flick (56) ist der erklärte Favorit. Selbst über ein Ablösespiel zwischen dem FC Bayern und der Nationalmannschaft wurde schon gesprochen. „Jetzt ist der Weg frei, sich mit ihm zu unterhalten. Ich kenne ihn ja. Man muss kein großer Experte sein, um zu sagen, dass Hansi einen hervorragenden Bundestrainer abgeben würde“, sagte Bierhoff am Dienstag (4. Mai) im Bild-Podcast „Phrasenmäher“.

Flick-Vertrag als Löw-Nachfolger noch vor der EM

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Die Nachfolge von Joachim Löw (61) soll bis zum Beginn der Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) geklärt sein: „Ziel ist es natürlich, den Fokus auf die Mannschaft und das Turnier zu legen - und nicht auf Randgeschichten“, sagt Bierhoff.

Er begrüßte, dass sich „Dinge nicht in die Länge ziehen“, auf Details wollte er aber nicht eingehen. „Jetzt habe ich mal die Information, dass man sich mit Hansi unterhalten kann. Zunächst freue ich mich erstmal, dass diese Option gegeben ist“, erklärte er. „Hansi Flick kennt den Verband. Er ist jemand, der Atmosphäre schafft und Menschen zusammenbringt.“

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DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Rande des Länderspiels gegen Nordmazedonien Ende März.

Ob Bierhoff jedoch noch lange an Flicks Seite beim DFB sein wird, ließ der langjährige Manager offen. Dass er seinen Vertrag bis 2024 erfülle, wollte er nicht garantieren. „Weiß ich nicht, ich meine, die letzten Jahre waren auch anstrengend. Ich habe einen Vertrag bis 2024“, sagte der 53-Jährige. Auf die Nachfrage, ob er versprechen könne, bis zum Vertragsende auf seinem Posten zu bleiben, sagte Bierhoff: „Das kann ich nicht, nein. In der Schnelllebigkeit des Fußballs ist das ja eh nicht möglich.“

Bierhoff kann sich vorzeitigen Abschied vom DFB vorstellen

Gut möglich also, dass sich die Verbandsspitze bald ganz neu aufstellt. Präsident Fritz Keller (64), dem die Chefs der Landes- und Regionalverbände am vergangenen Sonntag wie auch Generalsekretär Friedrich Curtius (45) das Vertrauen entzogen hatten, will sich in den kommenden Tagen zu seiner Zukunft äußern. Trotz seiner heftig kritisierten verbalen Entgleisung gegenüber Vizepräsident Rainer Koch (62), den er mit dem früheren Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hatte, erbat sich Keller bislang Bedenkzeit über einen möglichen Rücktritt.

Keller, Curtius, Osnabrügge: DFB-Spitze vor dem totalen Umbruch

Vor dem Abschied steht Schatzmeister Stephan Osnabrügge (50), der im Führungsstreit dem Curtius-Lager zugeordnet werden kann. Der Funktionär werde auf dem nächsten DFB-Bundestag 2022 nicht mehr antreten, hatte er bei der Konferenz angekündigt. Kellers Gegenspieler Curtius, mit dem der Präsident seit Monaten eine öffentliche Fehde austrägt, hatte bereits am Montag seine Bereitschaft zu einem Rückzug aus dem Amt signalisiert.

Bleiben noch Rainer Koch und Peter Peters (58), die ihren Hut nehmen müssen, dann wäre der dringend benötigte Neuanfang in der Verbandszentrale möglich. Flick hätte eine bessere DFB-Führung jedenfalls verdient. (msw)

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