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Flick als Löw-Erbe? Bierhoff: Jogi trifft nach der EM Zukunfts-Entscheidung

Bierhoff-Interview-Leipzig

Oliver Bierhoff schaut skeptisch vor dem Länderspiel gegen die Ukraine. Der DFB-Direktor sieht sich derzeit vielen Vorwürfen ausgesetzt.

Leipzig – Die Pressekonferenz mit dem 15-minütigen Monolog von DFB-Direktor Oliver Bierhoff (52) bildete den Auftakt in die Länderspiel-Woche von Leipzig. Der Europameister hatte sich darin beklagt, „dass wir nicht mehr der Deutschen liebstes Kind sind“ und sah „eine dunkle Wolke über der Nationalmannschaft“. Doch hat sich die Lage nach den zwei Siegen gegen Tschechien (1:0) und die Ukraine (3:1) überhaupt geändert? Gegenüber Sport1 äußerte sich Bierhoff…

…zu der zuletzt heftigen Kritik einiger Weltmeister wie Lothar Matthäus (59) oder Olaf Thon (54): „Kritik gehört dazu, wir respektieren das und stellen uns. Teilweise sind sie Experten, und in dieser Funktion müssen sie eine Meinung haben. Wir wissen alle, dass kritische Meinungen heutzutage mehr Gehör finden. Ich würde aber unterscheiden zwischen sachlicher sowie sportlicher Kritik, die man annimmt, und populistischer Kritik, nur, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Ich glaube, dass vor allem bei den Weltmeistern von 1990 eine Verstimmung da ist, weil ihre Jubiläumsfeier nicht vonseiten des DFB stattgefunden hat.“

Oliver Bierhoff wünscht sich Friedensgipfel mit den Weltmeistern

…zur Klärung der Missverständnisse: „Ich würde mich freuen, wenn die Unstimmigkeiten ausgeräumt werden und wir uns alle als eine große Fußballfamilie betrachten. Wir alle haben diesen Spielern viel zu verdanken, aber man muss auch einfach sehen, dass der DFB als gemeinnütziger Verband viele Restriktionen und Auflagen hat. Wichtiger ist mir vor allem die Kritik und die Meinung der Fachleute, die in der täglichen Verantwortung stehen und unsere Arbeit einschätzen können. Wie Karl-Heinz Rummenigge, Max Eberl oder Fredi Bobic. Von ihnen haben wir zuletzt viel Unterstützung erfahren.“

…zu Joachim Löws Zukunftsplanungen: „Bei einer Nationalmannschaft ist jedes Turnier eine Art Zäsur, egal wie lange die Verträge laufen. Und das hängt natürlich stark von den Ergebnissen ab. Das geht übrigens in beide Richtungen. Wer Jogi kennt, der weiß, dass er sich auch nach erfolgreichen Turnieren immer wieder hinterfragt, ob er noch Kraft und Inspiration hat für diese Aufgabe. Ich sehe das entspannt. Unabhängig davon, wie die kommende EM verläuft, wird man sich danach ein paar Tage Zeit nehmen, miteinander reden und erörtern, wie der weitere Weg aussieht.“

Löw-Goretzka-Ukraine

Joachim Löw mit seinem Führungsspieler Leon Goretzka. Wie lange bleibt der Bundestrainer noch im Amt?

…zu seinem Gefühl, ob Löw seinen Vertrag bis 2022 erfüllt: „Davon gehe ich aus. Ich bin auch der Überzeugung, dass er der beste Bundestrainer ist, den wir haben können. Er hat sein Können in all den Jahren gezeigt und wir wissen, was wir an ihm haben. Jetzt hat er mit einer jungen Mannschaft und trotz der grauen Stimmung positive Ergebnisse für den Neuaufbau erzielt. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass er der richtige Mann ist.“

…zur Frage, ob Bayern-Trainer Hansi Flick ein geeigneter Löw-Nachfolger wäre: „Ob ich ihm das zutraue? Absolut. Ob es aktuell ein Thema ist? Nein. Hansi kennt den DFB in- und auswendig. Er hat seine Qualität und hat immer gesagt, wie er den Verband schätzt. In all den Jahren war er ein ganz wichtiger Faktor für den Erfolg dieser Mannschaft. Was er jetzt in kurzer Zeit in München aufgebaut hat, ist wirklich beeindruckend. Die Kontinuität, die er mit seiner Mannschaft an den Tag legt, ist wirklich schön. Aber sowohl für uns als auch für ihn ist das aktuell kein Thema.“  

Erfüllt Oliver Bierhoff seinen Vertrag bis 2024?

…zu der Frage, ob er selbst seinen Vertrag bis 2024 erfüllt: „Für mich gilt erst einmal das Hier und Jetzt. Ich möchte die Nationalmannschaft wieder in die Position bringen, die wir uns im vergangenen Jahrzehnt erarbeitet haben. Gleichzeitig verfolgen wir unglaublich spannende Projekte, die ich selbst mit angestoßen habe. Wir ziehen bald in das neue Gebäude ein und haben das wichtige „Projekt Zukunft”, mit dem wir die richtigen Pfeiler und Maßnahmen im deutschen Fußball setzen müssen, damit wir die nächsten zehn, 15 Jahre erfolgreich gestalten können. Das sind wichtige Aufgaben, auf die ich mich fokussiere und die mich schon mehr als genug beschäftigen.“

Oliver Bierhoff: Deutschland ein Titelkandidat bei der EM?

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…zu den EM-Chancen der deutschen Mannschaft: „Mit unserer Mannschaft ist alles möglich. Wir haben das Zeug dazu, wie viele andere Mannschaften aber auch. Wenn alle Spieler gesund sind, werden wir mit einem guten Kader in das Turnier gehen. Mit Spielern, die unglaublich hohe Qualität haben, die sie auch in ihren Vereinen zeigen. Man muss aber bedenken, dass die Erfahrung unserer Spieler trotzdem geringer ist als in anderen Mannschaften. Ich nenne immer das Beispiel Serge Gnabry. Er ist in hervorragender Form und ein toller Spieler. Er reist aber vielleicht erst mit 20 Länderspielen zum Turnier an. Bei Rudi Völler und Jürgen Klinsmann 1990 oder Miroslav Klose 2014 war der Fall anders. Aber diese Frische kann auch helfen. Griechenland, Dänemark oder Portugal wurden als Underdogs Europameister. Es gibt immer Überraschungsmannschaften bei der EM. Daher ist alles möglich. Diesen Glauben müssen wir haben.“

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