Gruppensieg ganz nah Sturm-Torpedos schießen Jogis Abwehr-Chaos weg

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Timo Werner (r.) traf doppelt für die deutsche Nationalmannschaft im Nations-League-Spiel gegen die Ukraine. Auch Leroy Sané steuerte einen Treffer bei.

Leipzig – Bei der ersten Auflage der Nations League 2018 wäre das deutsche Team eigentlich abgestiegen, blieb nur wegen einer Aufstockung im Kreis der besten Nationen. Doch dieses Mal ist die Teilnahme am Final-4-Turnier im Oktober 2021 plötzlich ganz nach. Nach dem 3:1-Sieg gegen die Ukraine und dem zeitgleichen 1:1 der Schweizer gegen Spanien reicht am Dienstag in Sevilla sogar ein Remis zum Gruppensieg.

213 Tage vor dem ersten EM-Spiel brachte Joachim Löw (60) in Leipzig schon richtig viel Turnier-Flair auf den Platz. Nach der Test-Orgie mit der Azubi-Elf gegen Tschechien stand mit Ausnahme des gesperrten Toni Kroos (30) und des verletzten Joshua Kimmich (25) fast schon eine potentielle Startelf für das Frankreich-Spiel auf dem Platz. „So langsam müssen wir jede Gelegenheit zum Einspielen nutzen“, sagte der Bundestrainer.

Allerdings offenbarte sich auch gegen die Ukraine, dass defensiv weiterhin keine EM-Lösung in Sicht ist. Zwar hatte Löw vier Innenverteidiger aufgeboten, dennoch wackelte der Laden bedenklich. Das 4-3-3-System mit Robin Koch zentral vor der Abwehr wirkte unausgegoren. Nach dem Corona-Wirbel bei den Gästen sah es fast aus, als wollten die deutschen Spieler bei den Zweikämpfen einen angemessenen Sicherheitsabstand einhalten.

Aber die Patzer in der Rückwärtsbewegung wurden vorne von den Sturm-Torpedos ausgeglichen. Leon Goretzka (25) lieferte eine bärenstarke Partie und drehte so das Ergebnis mit seinen Vorlagen auf Sané (23.) und Werner (32.). Nach der Pause legte Werner (64.) noch einen Treffer nach. Deutschlands Angriffs-Power kann im kommenden Sommer zum Titel-Trumpf werden. Allerdings gehört zu einem erfolgreichen Turnier-Team auch ein funktionierendes Defensiv-Konzept. Drei Pfostentreffer der Gäste belegten, dass das nicht in Sicht ist.

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„Ich denke, es war ganz gut heute. Na klar waren ein paar Fehler drin, einfache Fehler, die wir machen. Aber ich bin eigentlich stolz auf die Mannschaft“, sagte Sané. „In der aktuellen Situation, die nun zur Genüge thematisiert wurde, hilft nur eines: Siege“, spielte Goretzka auf das aktuell schwierige Verhältnis zwischen den Fans und dem DFB-Team an.

Das bestimmende Thema des Tages waren natürlich die fünf positiven Corona-Tests im Lager der Ukrainer. Erst vier Stunden vor dem Anpfiff gab die Uefa bekannt, dass wie geplant gespielt werde. Schließlich ergaben die 35 am Samstag durchgeführten Schnelltests bei den Gästen ausschließlich negative Ergebnisse. Somit fanden sich im Leipziger Stadion nur Spieler und Betreuer der Ukraine ein, die sowohl am Freitag als auch am Samstag negativ getestet wurden.  

Oliver Bierhoff fühlte einen hohen Sicherheitsgrad

„Wir haben gefiebert, ob es weitere positive Fälle gibt. Wir haben das Thema ausführlich diskutiert“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff (52). „Es beruhigt, dass das Risiko auf dem Platz nicht so hoch ist. Wir haben durch die zwei Tests vor dem Spiel einen hohen Sicherheitsgrad – höher als in der Bundesliga“. Dass eine Absage der Partie angesichts der Begleitumstände eine große Signalwirkung gehabt hätte, sagte Bierhoff nicht. Die lautstarke Kritik von vielen, vielen Fans und Experten prallte am Verband ab.

Joachim Löw sprach von Diskussionen mit den Spielern

Auch der Bundestrainer räumte ein, dass die Stunden vor dem Spiel ungewöhnlich abliefen. „Da war schon eine Unsicherheit zu spüren. Es gab ein paar Diskussionen mit den Spielern. Aber die zwei negativen Testrunden geben uns dann doch ein gutes Gefühl“.

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