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Teamgeist während der WMMicky Beisenherz: „Es gibt Dinge, die größer sind als wir selbst“

Micky Beisenherz, 1977 im Herzen des Ruhrgebietes geboren, ist ein Mann des geschliffenen Wortes. Der Satiriker und Fußballfan schrieb für das RTL-Dschungelcamp, extra 3, die heute-show, Late Night Berlin sowie Comedians wie Dieter Nuhr, Atze Schröder und Rüdiger Hoffmann. Während der Fußball-WM arbeitet er im „Breakfast Club“ für MagentaTV. (Bild: Deutsche Telekom)

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Micky Beisenherz, 1977 im Herzen des Ruhrgebietes geboren, ist ein Mann des geschliffenen Wortes. Der Satiriker und Fußballfan schrieb für das RTL-Dschungelcamp, extra 3, die heute-show, Late Night Berlin sowie Comedians wie Dieter Nuhr, Atze Schröder und Rüdiger Hoffmann. Während der Fußball-WM arbeitet er im „Breakfast Club“ für MagentaTV. (Bild: Deutsche Telekom)

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Seinen ersten WM-Auftritt hat Micky Beisenherz am Tag der WM-Eröffnung, am 11. Juni, um 7.00 Uhr. Gemeinsam mit Laura Hofmann und den Experten Tabea Kemme sowie Patrick Ittrich blickt er im „Breakfast Club“ bei MagentaTV auf den Turnierstart. Was erwartet einen in der täglichen Fußball-Show?

Früh aufstehen für die WM ist ab sofort eine reizvolle Option. MagentaTV startet zur Fußball-WM 2026 den „Breakfast Club“ (ab Donnerstag, 11. Juni, 7.00 Uhr, MagentaTV) ein zweistündiges Morgenformat, das die Nachtspiele aus den USA, Mexiko und Kanada täglich kompakt aufarbeitet.

Mit Micky Beisenherz hat MagentaTV einen prominenten Experten verpflichtet, der Fußball-Themen meinungsstark und unterhaltsam begleitet. In der frei empfangbaren Sendung, die also auch ohne Abo anschaubar ist, trifft der 1977 in Recklinghausen geborene Fußball-Romantiker und BVB-Fan (Podcast „Fußball MML“) auch immer wieder auf die mega-prominente Expertenriege bei MagentaTV, bekanntlich Rechteinhaber aller WM-Spiele. Darunter Stars wie Thomas Müller, Jürgen Klopp und Mats Hummels. Traumhafte WM-Wochen also für einen Fußball-Fan und Satiriker? Oder doch ganz schön viel Stress?

Micky Beisenherz ist 1977 in Recklinghausen geboren und wuchs in Castrop-Rauxel auf - dort, wo das Revier noch Revier ist und Fußball keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine Haltung. Der BVB-Fan moderiert seit 2017 den Podcast „Fußball MML“ gemeinsam mit Maik Nöcker und Lucas Vogelsang - und ist während der WM 2026 bei MagentaTV im Einsatz. (Bild: Deutsche Telekom)

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Micky Beisenherz ist 1977 in Recklinghausen geboren und wuchs in Castrop-Rauxel auf - dort, wo das Revier noch Revier ist und Fußball keine Freizeitbeschäftigung, sondern eine Haltung. Der BVB-Fan moderiert seit 2017 den Podcast „Fußball MML“ gemeinsam mit Maik Nöcker und Lucas Vogelsang - und ist während der WM 2026 bei MagentaTV im Einsatz. (Bild: Deutsche Telekom)

teleschau: Für den „Breakfast Club“ bei MagentaTV sind Sie morgens ab 7 Uhr auf Sendung. Da heißt es wohl: früh aufstehen!

Micky Beisenherz: Ich werde während der WM wahrscheinlich mehr Nachtschichten schieben als Batman. Denn eine Sendung, die morgens um 7 Uhr beginnt, muss natürlich noch ein paar Stunden vorbereitet werden. Wir sind noch in Gesprächen, ob ich an dem ein oder anderen Tag geschont werde. Aber grundsätzlich stimmt es: Die WM ist auch für mich persönlich sportlich herausfordernd. Ich werde sehr früh aufstehen und dazu noch fast alle Spiele sehen.

teleschau: In den USA suchten eine Jobbörse und ein Fernsehsender jemanden, der sich für 50.000 Dollar fünf Wochen und vier Tage in einen Glaskasten am Times Square in New York setzt, um als „Chief World Cup Watcher“ alle 104 Spiele zu schauen ...

Beisenherz: Und nun fragen Sie mich, ob das ein guter Job ist? Ich würde sagen: Es hängt von der Qualität der Spiele ab. Ich hatte von der Aktion nichts gehört, aber vielleicht besteht ja die Chance, dass der Mann im Kasten Donald Trump ist. Immerhin sucht er stets die maximale Öffentlichkeit - und da hätte er sie.

Mats Hummels, wie sein Magenta-Kollege Thomas Müller Fußball-Weltmeister des Jahres 2014, hat die Karriere mittlerweile beendet. Der 37-Jährige bezeichnet sich selbst kokett als „Rentner“. Nach seinem Experten Debüt für Prime Video arbeitet er nun auch für MagentaTV. (Bild: Deutsche Telekom)

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Mats Hummels, wie sein Magenta-Kollege Thomas Müller Fußball-Weltmeister des Jahres 2014, hat die Karriere mittlerweile beendet. Der 37-Jährige bezeichnet sich selbst kokett als „Rentner“. Nach seinem Experten Debüt für Prime Video arbeitet er nun auch für MagentaTV. (Bild: Deutsche Telekom)

„Die Telekom hat bekanntlich ein sehr gutes Netz“

teleschau: Was passiert denn in Ihrer Sendung?

Beisenherz: Wir besprechen, sowohl sportlich analytisch als auch mit humoristischem Ansatz, was am Abend und in der Nacht passiert ist. Und natürlich, was am kommenden Tag passieren könnte. Atmosphärisch soll es bestes Frühstücksfernsehen werden. Also informativ, aber entspannt und locker. Laura Hofmann und Sascha Bandermann moderieren. Sie empfangen mich und wechselnde andere Experten, um über den Status quo der WM zu sprechen.

teleschau: Bei Magenta gibt es mit Jürgen Klopp, Thomas Müller und Mats Hummels eine äußerst prominente Experten-Riege. Werden wir die auch sehen im „Breakfast Club“?

Beisenherz: Fix im Team sind Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich und Fußball-Profi Jonas Hofmann, also der Ehemann der Moderatorin. Dazu ich. Ob die drei großen Experten-Namen auch mal in der Runde sitzen oder zumindest aus den USA zugeschaltet werden? Das will ich doch schwer hoffen - aber warten wir es ab. Magenta, also die Telekom, hat bekanntlich ein sehr gutes Netz. Insofern bin ich sicher, dass wir viel Expertise und Prominenz in der Runde haben werden.

teleschau: Was erwarten Sie sportlich von der WM, wen sehen Sie als Favoriten?

Beisenherz: Ich freue mich auf die ein oder andere Überraschungsmannschaft. Die gibt es ja bei jeder WM. Teams, die sehr viel besser sind, als man es vorher erwartet hätte. Vom Leistungsvermögen sehe ich Spanien klar vorn. Auch die Engländer und Portugiesen habe ich auf dem Zettel. Gute Chancen, zur Überraschungsmannschaft zu werden, sehe ich für Marokko, Senegal und Norwegen.

Jürgen Klopp, einer der besten und erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt, arbeitet derzeit als Stratege für den Sportbereich des Red Bull-Konzerns. Während der WM ist er als Experte für MagentaTV im Einsatz. (Bild: Deutsche Telekom)

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Jürgen Klopp, einer der besten und erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt, arbeitet derzeit als Stratege für den Sportbereich des Red Bull-Konzerns. Während der WM ist er als Experte für MagentaTV im Einsatz. (Bild: Deutsche Telekom)

„Manchmal reicht aber eine sehr gute erste Elf "

teleschau: Sie haben Frankreich nicht erwähnt. Für viele Leute sind sie der Top-Favorit?

Beisenherz: Ja, die haben natürlich einen irren Kader und könnten wahrscheinlich drei Mannschaften stellen, die um den Titel mitspielen. Doch irgendwie habe ich da so ein Gefühl: Es könnte für Frankreich so ähnlich werden wie für Deutschland 1994. Man reist als Top-Favorit an, aber das Superstar-Ensemble erweist sich als jämmerliches Team. Ich weiß, das ist eine steile These, die ich nicht mit Fakten belegen kann. Es ist nur so ein persönliches Gefühl.

Laura Wontorra einem Fernsehsender zuzuordnen, ist fast unmöglich geworden. Überall, wo hochklassig gekickt wird, ist die Tochter von Sportreporter-Legende Jörg Wontorra erste Wahl für Moderation und Interview. Während der WM 2026 arbeitet sie für MagentaTV. (Bild: Deutsche Telekom)

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Laura Wontorra einem Fernsehsender zuzuordnen, ist fast unmöglich geworden. Überall, wo hochklassig gekickt wird, ist die Tochter von Sportreporter-Legende Jörg Wontorra erste Wahl für Moderation und Interview. Während der WM 2026 arbeitet sie für MagentaTV. (Bild: Deutsche Telekom)

teleschau: Sie meinen, der Team-Gedanke kommt in den Favoriten-Bewertungen vor der WM oft zu kurz?

Beisenherz: Ja, auf jeden Fall. Auch deshalb, weil man nicht hinter die Kulissen schauen kann und als Außenstehender nicht weiß, wie der Team-Spirit bei der ein oder anderen Mannschaft ist. Man sieht oder ahnt es mitunter, wenn man das Geschehen auf dem Platz sieht. Es gibt jedoch bei jedem Turnier ein oder zwei Favoriten-Teams, die komplett neben den Schuhen stehen. Oft hat das mit zwischenmenschlichen Problemen zu tun. Oder einer anderen psychologischen Dynamik, die mitunter schwer greifbar ist. Das Abschneiden der Deutschen bei der WM 2018 in Russland mit dem Ausscheiden in der Vorrunde war auch so ein Fall: Wir reisen als amtierender Weltmeister an, haben ein Jahr zuvor die U21-EM gewonnen und noch dazu das Vorbereitungsturnier, den Confed-Cup 2017. Mit übrigens recht unterschiedlichen Mannschaften. Also auch damals war viel Talent und vorheriger Erfolg bei Deutschland vorhanden. Trotzdem kam das Aus in der Vorrunde. Fußball ist manchmal schwer erklärbar. Oder zumindest muss man sehr viele Hintergründe kennen, um ihn zu erklären.

Die ehemalige deutsche Fußball-Nationalspielerin Tabea Kemme war bereits bei der WM 2022 in Katar als Expertin für MagentaTV im Einsatz. Ihr Einsatz wurde sehr positiv bewertet. Auch diesmal ist sie wieder auf Sendung. (Bild: Deutsche Telekom)

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Die ehemalige deutsche Fußball-Nationalspielerin Tabea Kemme war bereits bei der WM 2022 in Katar als Expertin für MagentaTV im Einsatz. Ihr Einsatz wurde sehr positiv bewertet. Auch diesmal ist sie wieder auf Sendung. (Bild: Deutsche Telekom)

teleschau: Womit wir beim Thema wären. Was erwarten Sie von der deutschen Mannschaft 2026?

Beisenherz: Wir haben eine gute bis sehr gute erste Elf. Dahinter wird es allerdings schnell dünner. In Sachen Kadertiefe können wir mit Nationen wie Frankreich in keinster Weise mithalten. Manchmal reicht aber eine sehr gute erste Elf plus zwei, drei Ergänzungen zum Titelgewinn. An dieser Stelle kommt wieder der Teamgeist ins Spiel, der gerade in einer solchen Konstellation mit weniger Variationsmöglichkeiten zu einer verschworenen Gemeinschaft führen kann. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Vorrunde überstehen. Wie wir wissen, kann Deutschland, wenn alles normal läuft, schon im Achtelfinale auf Frankreich treffen. Da würde es dann sehr, sehr schwer mit dem Weiterkommen.

„Ich mag die WM 2010 noch lieber als 2014, als wir Weltmeister wurden“

Der Hamburger Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich arbeitet während der WM als Experte für MagtentaTV. Schon während der Fußball-Europameisterschaft 2021 und 2024 sowie der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 war er als Experte für den Sender tätig. (Bild: Deutsche Telekom)

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Der Hamburger Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich arbeitet während der WM als Experte für MagtentaTV. Schon während der Fußball-Europameisterschaft 2021 und 2024 sowie der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 war er als Experte für den Sender tätig. (Bild: Deutsche Telekom)

teleschau: Wie wichtig ist die Stimmung in Deutschland in Bezug im Vorfeld. Spielt sie für den Erfolg der Nationalmannschaft überhaupt eine Rolle?

Beisenherz: Die Stimmung im Vorfeld hat oft wenig mit dem zu tun, was im Turnier passiert. Bei der WM 2006 war die Stimmung und Erwartung in und an Deutschland auch im Vorfeld eher nüchtern. Dann wurde das Sommermärchen daraus. Noch krasser empfand ich die WM 2010 in Südafrika. Damals hatte sich Ballack direkt vor der WM schwer verletzt. Und man sagte: Deutschland muss ohne seinen Kapitän und einzigen Weltklassespieler antreten. Die Erwartungen an Jogi Löw und sein Team waren äußerst bescheiden. Dann spielte Deutschland mit einem blutjungen Team und Newcomern wie Mesut Özil, Thomas Müller und Toni Kroos fantastisch. 2010 ist vielleicht sogar meine Lieblings-WM. Ich mag sie noch lieber als 2014, als wir Weltmeister wurden. Weil ich 2010 so wenig erwartet hatte und so viele tolle Spieler - auch Manuel Neuer übrigens - ihren Durchbruch hatten. Beim Spiel gegen England hatte ich Tränen in den Augen, so gut spielten wir damals.

Moderations-Urgestein Johannes B. Kerner hat seine sportliche Heimat mittlerweile bei MangentaTV gefunden. Der 61-Jährige führt als Anchorman des Senders durchs Programm der WM. (Bild: Deutsche Telekom)

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Moderations-Urgestein Johannes B. Kerner hat seine sportliche Heimat mittlerweile bei MangentaTV gefunden. Der 61-Jährige führt als Anchorman des Senders durchs Programm der WM. (Bild: Deutsche Telekom)

teleschau: Was halten Sie vom Last Minute Wechsel im Tor der Deutschen? Also der Entscheidung, auf Manuel Neuer zu setzen und Oliver Baumann, dem man die Nummer eins mehr oder minder versprochen hatte, wieder ins zweite Glied zu versetzen?

Beisenherz: Das erinnerte mich an den alten Robbie Williams-Song „She's Madonna“. Darin geht es um eine Unterhaltung zwischen ihm und seiner Freundin, deren Ex-Freund Guy Ritchie sie für Madonna verlassen hatte. So ähnlich ist es mit Manuel Neuer. Wenn man sich die Beurteilungen von Oliver Baumann im deutschen Tor anschaut, ist der Tenor immer so: Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Ob das aber Mbappé oder Dembélé interessiert, wenn sie alleine aufs deutsche Tor zulaufen? Dass sich Baumann während der WM-Quali nichts zuschulden hat kommen lassen? Neuer ist eine Legende und er hält auch mit Aura. Neuer ist unsere Madonna. Man nimmt bei ihm eine gewisse Schwankung und Verletzungsanfälligkeit in Kauf und hofft, dass seine Amplitude, die er mittlerweile mit 40 Jahren hat, noch mal krass nach oben ausschlägt.

„Für die Wucht des Brocken-Hinschmeißens gab es noch nie eine Goldmedaille“

teleschau: Die Kommunikation von Julian Nagelsmann und des DFB war in der Torwart-Angelegenheit sehr unglücklich. Wie kann so etwas Kommunikationsprofis passieren?

Beisenherz: Es ist schwer zu sagen, wenn man es von außen beurteilt. Ich halte die Entscheidung pro Neuer für richtig, man hätte es gegenüber Oli Baumann und auch der Öffentlichkeit jedoch anders regeln müssen. Kommunikation ist mitunter schwierig, gerade bei großen Apparaten, wo man sich denkt: Die müssten so etwas doch professioneller lösen. Aber: PR-Desaster passieren immer wieder. Oft hängt es damit zusammen, dass zu viele Leute im „Apparat“ mitreden, was dazu führen kann, dass die Kommunikation am Ende unpräzise wird. In der Politik gründet im Falle der Uneinigkeit eine Kommission. Vielleicht ist ja Manuel Neuer das sportliche Äquivalent zur Rentenreform der Bundesregierung.

Ehepaar Hofmann im Experten-Talk: Laura Hofmann arbeitet für MagentaTV als Moderatorin. Ihren Mann, den Bundesliga-Profi Jonas Hofmann, wird sie in der ein oder anderen Sendung als Experten begrüßen dürfen. (Bild: Deutsche Telekom)

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Ehepaar Hofmann im Experten-Talk: Laura Hofmann arbeitet für MagentaTV als Moderatorin. Ihren Mann, den Bundesliga-Profi Jonas Hofmann, wird sie in der ein oder anderen Sendung als Experten begrüßen dürfen. (Bild: Deutsche Telekom)

teleschau: Hätten Sie es verstanden, wenn Oli Baumann nach der Entscheidung für Neuer die Brocken hingeschmissen hätte und zu Hause geblieben wäre?

Beisenherz: Man hätte es verstehen können. Ich glaube aber nicht, dass es für ihn und das Ganze die bessere Entscheidung gewesen wäre. Erst mal kann es jederzeit sein, dass er spielt, falls Neuer wieder verletzt sein sollte. Dann brächte er sich mit einer Absage um die Erfahrung, bei einer WM dabei gewesen zu sein. Was für mich allerdings der wichtigste Grund ist: Für die Wucht des Brocken-Hinschmeißens gab es noch nie eine Goldmedaille. Das Hinschmeißen bleibt nicht lange hängen bei den Leuten. Zu bleibender Größe erwachsen diejenigen, die gesagt haben: Ich stelle mich in den Dienst der Sache und mich selbst hintenan. Nehmen wir Oliver Kahn, der als überraschte Nummer zwei im Tor hinter Jens Lehmann in die Heim-WM 2006 ging. Im Nachhinein brachte ihm dieser Schritt mehr Sympathien und Respekt ein als die meisten seiner Titan-haften Leistungen zwischen den Pfosten.

Ein Ehepaar auf der Expertenbank: Bundesliga-Profi Jonas Hofmann trifft auf Fragen seiner Frau Laura, die bei MagentaTV moderiert. (Bild: Deutsche Telekom)

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Ein Ehepaar auf der Expertenbank: Bundesliga-Profi Jonas Hofmann trifft auf Fragen seiner Frau Laura, die bei MagentaTV moderiert. (Bild: Deutsche Telekom)

„Geste hat Kahn mehr Respekt gebracht als diese Autobahn-überpannenden Werbetafeln“

teleschau: Das Menschliche bleibt am Ende größer stehen als die Dinge auf dem Platz?

Beisenherz: Natürlich sind Titel wichtig. Doch wir erinnern uns an sie im Zusammenhang mit Menschen und menschlichen Situationen. Kahn wurde immer respektiert, aber wenig geliebt. Und dann kommt dieser vom Ehrgeiz zerfressene Mann und stellt sich ohne zu Mucken 2006 in die zweite Reihe, um dann auch noch seinen Konkurrenten Lehmann vor dem entscheidenden Elfmeterschießen gegen Argentinien im Viertelfinale persönlich aufzubauen. Ich glaube, diese Geste hat Kahn mehr Respekt gebracht als diese Autobahn-überpannenden Werbetafeln mit ihm, die ihn damals als den Allergrößten in Sachen Leistung stilisierten.

teleschau: Was entnehmen wir dieser Geschichte?

Beisenherz: Wenn ich einen gesellschaftlichen Vergleich anbringen darf: Wir erleben es nur noch selten, dass sich öffentliche Personen, zumal Männer, in den Dienst einer Sache stellen. Wir erleben es selten, dass sie nicht vorwiegend eine persönliche Agenda vorantreiben. Ich glaube, wir alle haben eine Sehnsucht danach, dass sich das wieder ändert. Es gibt Dinge, die größer sind als wir selbst. Und es tut gut, wenn auch prominente Menschen, die von vielen beobachtet werden und deshalb viel Ego-Futter bekommen, genau dies erkennen. (tsch)

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