Muss heute entschärft werden Bombe in Köln gefunden – 3500 Menschen betroffen

„Ein toller Schachzug“ Löw kündigt seinen Rücktritt an: Weltmeister reagieren

Frankfurt – Was für ein Knaller 94 Tage vor der Europameisterschaft! Joachim Löw (61) legt nach dem Turnier sein Amt als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft nieder. Seinen eigentlich bis zur WM 2022 laufenden Vertrag wird er direkt nach der EM beenden. Diese Entscheidung machte der DFB am Dienstag (9. März) offiziell.

  • Joachim Löw löst seinen Vertrag nach EM auf
  • Bundestrainer wollte eigentlich noch WM 2022 betreuen
  • Nachfolger-Suche läuft nun beim DFB

„Ich gehe diesen Schritt ganz bewusst, voller Stolz und mit riesiger Dankbarkeit, gleichzeitig aber weiterhin mit einer ungebrochen großen Motivation, was das bevorstehende EM-Turnier angeht“, sagt Löw.

„Stolz, weil es für mich etwas ganz Besonderes und eine Ehre ist, mich für mein Land zu engagieren. Und weil ich insgesamt fast 17 Jahre mit den besten Fußballern des Landes arbeiten und sie in ihrer Entwicklung begleiten durfte. Mit ihnen verbinden mich große Triumphe und schmerzliche Niederlagen, vor allem aber viele wunderbare und magische Momente – nicht nur der Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Dankbar bin und bleibe ich gegenüber dem DFB, der mir und der Mannschaft immer ein optimales Arbeitsumfeld bereitet hat.“

Alles zum Thema Joachim Löw

Joachim Löw spürt noch „Energie und Ehrgeiz“ für die EM

Die EM will der Bundestrainer aber noch durchziehen: „Für die bevorstehende Europameisterschaft verspüre ich weiterhin den unbedingten Willen sowie große Energie und Ehrgeiz. Ich werde mein Bestes geben, unseren Fans bei diesem Turnier große Freude zu bereiten und erfolgreich zu sein. Ich weiß auch, dass dies für die gesamte Mannschaft gilt.“

Fritz Keller: „Ruhe und Augemaß bei Nachfolge-Suche“

Natürlich beginnt nun umgehend die Nachfolger-Suche. „Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von Joachim Löw. Der DFB weiß, was er an Jogi hat, er ist einer der größten Trainer im Weltfußball. Jogi Löw hat den deutschen Fußball wie kaum ein anderer über Jahre hinweg geprägt und international zu höchstem Ansehen verholfen. Nicht nur aufgrund seiner sportlichen Errungenschaften, sondern auch wegen seiner Empathie und Menschlichkeit“, sagt DFB-Präsident Fritz Keller (63). „Dass er uns frühzeitig über seine Entscheidung informiert hat, ist hoch anständig. Er lässt uns als DFB somit die nötige Zeit, mit Ruhe und Augenmaß seinen Nachfolger zu benennen.”

Löw-Pokal-Rücktritt

Der größte Moment in seiner Trainer-Karriere: Joachim Löw hebt am 13. Juli 2014 den WM-Pokal in Rio de Janeiro in die Höhe.

Oliver Bierhoff: „Wir haben im Sommer noch ein großes Ziel“

DFB-Direktor Oliver Bierhoff (52) ergänzt: „Unter Jogi stand die Nationalmannschaft wieder für Spielfreude und attraktiven Offensivfußball, diese Mannschaft und ihre Spieler haben sich unglaublich mit ihm entwickelt. Ich bedauere, dass sich nach der EURO unsere Wege beruflich voneinander trennen. Persönlich werden wir verbunden bleiben. Daran aber denke ich im Moment nicht, zumal ich weiß, dass Jogis volle Konzentration und Energie in den nächsten Wochen und Monaten einzig und allein der Vorbereitung auf die Europameisterschaft gelten. Uns verbindet im Sommer weiterhin ein großes gemeinsames Ziel.”

Julian Nagelsmann spricht über Löw-Entscheidung

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann (33) erfuhr von der Nachricht kurz vor der Pressekonferenz zum Champions-League-Spiel gegen Leipzig. „Es hat mich auch überrascht. Eine traurige Nachricht. Er hat eine Epoche geprägt. Ich hoffe, dass seine Karriere beim DFB einen glorreichen Abschluss findet. Wir haben im Sommer eine Mannschaft, die um den Titel mitspielen kann“, sagte der Coach, der für viele neben Liverpools Jürgen Klopp (53) ein möglicher Nachfolgekandidat wäre.

Auch Ex-Teamchef Rudi Völler äußert sich zu Löw

Ex-Teamchef Rudi Völler (60) meldete sich auch zu Wort. „Jogi Löws Entscheidung verdient Respekt. Er hat uns mit seinen jeweiligen Mannschaften bei vielen Turnieren tollen Fußball geboten und durch den Titelgewinn bei der WM 2014 Großartiges für den deutschen Sport geleistet. Jetzt hat Jogi die Chance, befreit in die EM in diesem Sommer zu gehen und einen wunderbaren Abschluss zu schaffen. Dafür werden wir alle ihm die Daumen drücken“, sagte der Leverkusener.

Lothar Matthäus: „Ein toller Schachzug von Jogi Löw“

Für Sky-Experte Lothar Matthäus (59) ist die Nachricht „eingeschlagen wie eine Bombe.“ Er sieht die Entscheidung positiv. „Für mich ist das ein toller Schachzug von Jogi Löw, die Luft rauszunehmen. Er nimmt den Druck von der Mannschaft, jetzt wird nicht mehr vom Neuaufbau gesprochen. Einen besseren Zeitpunkt für diese Entscheidung gibt es nicht. Nun wird nicht mehr über seine Zukunft diskutiert. Ich bin überzeugt, dass wir die drei Länderspiele Ende März alle gewinnen.“

Am Donnerstag will Löw zusammen mit Keller die näheren Beweggründe seines plötzlichen Rücktritts erläutern.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.