„Die hätten uns umbringen können“ Manchester gegen Liverpool nach Krawallen verschoben

Manchester-Fans

Hunderte Fans demonstrierten auf dem Rasen im Stadion Old Trafford.

Manchester – Jetzt eskaliert der Zoff zwischen den Fans von Manchester United und dem Vereins-Eigner Joel Glazer (50) völlig. Vor dem Premier-League-Spiel gegen den noch amtierenden Meister FC Liverpool haben am Sonntag (2. Mai) bis zu 10.000 Fans protestiert. 200 bis 300 von ihnen drangen sogar bis ins Old Trafford ein und stürmten den Platz.

  • Eskalation vor dem Duell zwischen Manchester United und dem FC Liverpool
  • Fans demonstrierten gegen Vereins-Eigner Joel Glazer und stürmten Stadion
  • Heftige Proteste auf dem Rasen des Old Trafford-Stadions

Einige warfen Stühle, andere rissen die Eckfahnen heraus oder zündeten Rauchtöpfe in den ursprünglichen Klubfarben gold und grün. Der Protest richtet sich gegen die US-amerikanischen Inhaber des Klubs. Das Liga-Spiel der Erzrivalen, das eigentlich um 17.30 Uhr ausgetragen werden sollte, wurde um 18.40 Uhr endgültig abgesagt. Die Lage rund um das Stadion war noch zu kritisch.

Dass die berittene Polizei mithilfe der Stadion-Ordner den Vorplatz am Old Trafford geräumt hatte, nützte nichts mehr. Auch im weiteren Umfeld des Stadions attackierten Fans vorbeifahrende Autos, die Behörden konnten die Sicherheit nicht gewährleisten und sahen sich gezwungen, das Spiel auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt zu verlegen.

Fans-Tunnel

Ausnahmezustand in Manchester: Die Anhänger drängten durch einen Tunnel ins Stadioninnere.

Rund ein halbes Dutzend Fans soll bis in den Spielertunnel vorgedrungen sein. Die Teams waren zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht im Stadion. Nachdem dieses geräumt worden war, soll eine zweite, deutlich kleinere Gruppe erneut ins Stadion eingedrungen sein. Auch vor dem United-Teamhotel gab es Proteste.

Duell zwischen Manchester United und FC Liverpool aus Sicherheitsgründen abgesagt

Ursprünglich hatten sich die Anhänger der Red Devils mittags vor dem Stadion versammelt. Dort protestieren sie lautstark mit Transparenten und Leuchtfackeln gegen die umstrittene Glazer-Familie, die 2005 die Mehrheit an dem Traditionsverein übernommen hatte. Schon länger sind die Fans mit den Inhabern unzufrieden.

Polizei-Protest

Die Polizei drängte die Anhänger von Manchester United weg vom Stadion, um die Szene zu beruhigen.

Die inzwischen verworfenen Pläne für eine europäische Super League, zu deren Initiatoren Man United gehört, hatten ihren Unmut noch vergrößert. Joel Glazer war als Vizepräsident der Super League vorgesehen gewesen.

Manchester-Legende Gary Neville zeigt Verständnis für Frust der Fans

„Das ist das Ergebnis des Handelns der Besitzer von Manchester United vor zwei Wochen“, sagte Klub-Legende Gary Neville (46) bei Sky: „Es gibt ein allgemeines Misstrauen und ein Missfallen den Besitzern gegenüber.“ Die Glazers und andere Klubbosse hätten die Super-League-Pläne „hinter aller Rücken“ verfolgt, „um mit den Kronjuwelen abzuhauen“.

Rakete und Bierflasche flog Richtung Reporterplätze

Er „verstehe, den Frust und warum die Fans handeln“, sagte der frühere United-Keeper Peter Schmeichel (57) bei Sky. Es sei aber „völlig falsch“, das Stadion zu stürmen. Die Rakete oder eine ebenfalls in Richtung der Reporterplätze geworfene Bierflasche „hätten uns umbringen können“, meinte Liverpool-Idol Graeme Souness (67).

Die Protestierenden sollen sich über einen Tunnel Zugang zum Spielfeld verschafft haben, nachdem sie ein paar Barrieren umgeschmissen hatten. Das Sicherheitspersonal habe vergeblich versucht, sie zurückzudrängen.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatten Anhänger von United das Trainingsgelände des englischen Renommierklubs gestürmt. Auf Transparenten („Wir entscheiden, wo ihr spielt“, „Raus mit den Glazers“) hatten sie ihrem Unmut ebenfalls Luft verschafft. (msw)

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