Trotz Verstößen Hammer-Urteil: CAS kassiert Manchester Citys Champions-League-Sperre

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Manchester City in der Champions League (so wie hier im Februar 2020 mit Kevin De Bruyne, links, gegen Dani Carvajal): Das wird es auch weiterhin geben.

Lausanne – Die Hammer-Strafe bleibt aus: Manchester City darf auch weiterhin in der Champions League spielen.

Die UEFA hatte die Skyblues im Februar wegen jahrelangen Finanzbetrugs für zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen. Nach „schwerwiegenden Verstößen“ gegen das Financial Fairplay sollte der Klub von Startrainer Pep Guardiola zudem eine Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen Euro zahlen.

Champions League weiter mit Manchester City

Man City zog aber noch vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Mit Erfolg!

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Die Königsklasse wird auch weiterhin mit den Citizens stattfinden. Übrig bleibt nur eine Geldstrafe von zehn Millionen Euro. Ein Hammer-Urteil!

Der CAS sah es nach dreitägiger Verhandlung als erwiesen an, dass City gegen Artikel 56 des Financial Fair Play (FFP) verstoßen und nicht ausreichend mit dem Finanzkontrollgremium der UEFA kooperiert hätte.

Nicht erwiesen sei der Vorwurf, Manchester habe unrechtmäßige Geldzuwendungen durch seine arabischen Investoren erhalten. Die deshalb vom Kontrollgremium am 14. Februar auferlegte zweijährige Europacup-Sperre für die Mannschaft um Teammanager Pep Guardiola und Nationalspieler Ilkay Gündogan sei daher unangemessen gewesen.

Eine Geldstrafe sei dennoch zu zahlen, betonte der CAS mit Verweis auf die „finanziellen Mittel“ des Klubs sowie die Bedeutung der Kooperation mit den ermittelnden Institutionen, die City verweigert habe. Manchester hatte die Vorwürfe bestritten und war vor den CAS gezogen.

Zwischen 2012 und 2016 habe der aus Abu Dhabi alimentierte Verein Sponsoreneinkünfte weit über Gebühr bewertet und damit bewusst getäuscht, teilte die Europäische Fußball-Union im Februar mit.

Manchester City soll systematisch betrogen haben

Haupteigner von Manchester City ist Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, Halbbruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Chalifa bin Zayid Al Nahyan. Berichte über mögliche Verstöße gegen die UEFA-Finanzregularien gibt es seit geraumer Zeit, verdichtet hatten sich diese durch die die Enthüllungen der Plattform Football Leaks.

Interne Emails und Klubdokumente legten demnach nahe, wie Man City systematisch betrogen haben könnte.

Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi – darunter mit Etihad Airways, die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate – deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Scheich Mansour gezahlt worden sein.

Ausrüster Puma stärkt Management von Manchester City den Rücken

Der deutsche Konzern Puma, der die Citizens seit dem vergangenen Sommer ausrüstet, teiltebereits Mitte Februar mit: „Die Anschuldigungen beziehen sich auf die Zeit vor unserer Partnerschaft mit Manchester City und wir haben keine weiteren Kenntnisse darüber.“ Puma habe „volles Vertrauen in das Management von Manchester City“ und sei „überzeugt, dass die Anschuldigungen ausgeräumt werden“.

Im Grundsatz soll das Financial Fairplay solche Tricks vermeiden. Die Klubs, die in den Europapokal-Wettbewerben starten, dürfen nicht mehr ausgeben als sie einnehmen. Wird die Gewinnschwelle nicht erreicht, dürfen Geldgeber nur bis zu einem begrenzten Punkt aushelfen. Auch Frankreichs aus Katar mit Hunderten Millionen unterstützter Serienmeister Paris Saint-Germain wird immer wieder beobachtet.

Manchester City ist das erste Schwergewicht

Bereits 2014 waren beide Klubs zu Geldstrafen verurteilt worden und durften zudem für eine Saison nur 21 statt wie üblich 25 Spieler für die Champions League melden. Um einen Königsklassen-Bann kamen aber sowohl Paris als auch Manchester herum. So wie jetzt auch.

Die UEFA wurde nach der vermeintlich schwachen Umsetzung und Kontrolle der eigenen Regeln kritisiert. Manchester City wäre das erste Schwergewicht im europäischen Fußball gewesen, das für die Champions League gesperrt wird.

Das Urteil hätte auch die Europa League und 2021/22 die Europa Conference League umfasst, sollte sich City, das seit 2011 Dauergast in der Königsklasse ist, nur für diese qualifizieren.

Der frühere italienische Meister AC Mailand hatte im vergangenen Jahr einen Bann für die laufende Saison der Europa League kassiert. (tsc/dpa)

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