Vier Ausfälle, zwei Fragezeichen Löw singt Disco-Klassiker trotz Personalsorgen

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Joachim Löw bei der Pressekonferenz in Bukarest vor dem Spiel gegen Rumänien.

Bukarest – Seine gute Laune lässt sich Joachim Löw (61) nicht nehmen. Als er am Samstag (27. März) in Bukarest auf den Beginn der Pressekonferenz wartete, trällerte der Bundestrainer den Disco-Song „You’re the first, the last, my everything“ aus dem Jahr 1974 von Barry White. Dann pfiff er noch ein wenig die Melodie und grinste.

Der 3:0-Sieg gegen Island zum Auftakt in die WM-Qualifikation hat die Stimmung gehoben. Dabei reißen die Sorgen nicht ab. Löws Kader schrumpft immer weiter. Nun musste auch noch Innenverteidiger Niklas Süle (25) abreisen. Statt mit der Mannschaft nach Bukarest zu fliegen, wo am Sonntag (20.45 Uhr, RTL) das nächste WM-Qualifikationsspiel steigt, ging es für ihn zurück nach München zur Behandlung.

Nach der Abreise von Toni Kroos (31/Adduktorenprobleme), Jonas Hofmann (28/zweifach positiver Corona-Test) und Marcel Halstenberg (29/Kontaktperson von Hofmann) ist Süle schon der vierte nominierte Spieler, der für alle drei Quali-Duelle passen muss. Robin Gosens (26, muskuläre Probleme) flog immerhin mit nach Rumänien. 18 Feldspieler und vier Torhüter rund um Geburtstagskind Neuer (35 Jahre) umfasst Löws anfangs 26 Spieler zählender Kader noch.

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Beim Training am Mittwoch, 24. März, in Düsseldorf drehte Niklas Süle (r.) noch ein paar Runden mit Robin Gosens und Oliver Bierhoff (l.)

Zudem hat Leon Goretzka (26) „ein bisschen Probleme in der Wade“, Leroy Sané (25) am hinteren Oberschenkelmuskel. „Ich warte ab bis morgen früh, wie sich die Sache entwickelt“, sagte Löw. Sollte Goretzka nicht spielen können, wären Florian Neuhaus (24) oder Jamal Musiala (18) Ersatzoptionen.

Deutsche Viererkette gegen Rumänien unverändert

Die Viererkette wird gegen Rumänien wieder aus Lukas Klostermann, Matthias Ginter, Antonio Rüdiger und Emre Can bestehen. Süle hat eine Zerrung an der Rückseite des linken Oberschenkels. „Das Risiko einer größeren Verletzung ist gegeben“, sagt Löw. „Es fiel mir zwar schwer das zu akzeptieren, aber selbstverständlich höre ich auf den Rat der Ärzte. Ich möchte, dass unsere Spieler in den nächsten Wochen dauerhaft gesund sind“.

Sicherlich hatte auch der FC Bayern ein Interesse daran, dass beim Innenverteidiger kein Risiko eingegangen wird. Schließlich steht am nächsten Samstag das Liga-Spitzenspiel in Leipzig an. Mit Jerome Boateng (32, 5. Gelbe) und Alphonso Davies (20, Rot-Sperre) müssen bereits zwei Akteure aus der Viererkette ersetzt werden.

Drei Corona-Tests beim DFB-Team fielen alle negativ aus

Löws Wunsch, schon in den drei März-Länderspielen weitgehend eine EM-Formation „einzuspielen und zu finden“, wird also total durchkreuzt. Die Begegnungen waren eigentlich für ein intensives EM-Casting Richtung Turnierkader geplant. Nun kann es durchaus sein, dass der Bundestrainer Mitte Mai zunächst einen erweiterten Kader nominiert, der dann im Trainingslager in Seefeld (Tirol) reduziert wird.

Immerhin gab es vor dem zweiten Quali-Spiel keine bösen Überraschungen mehr an der Corona-Front. Am Freitag und Samstag wurde der gesamte Reisetross insgesamt dreimal - zweimal mit Antigen-Schnelltests und einmal per PCR-Test - negativ auf COVID-19 getestet.

Die Rumänen, die zum Auftakt knapp gegen Nordmazedonien gewonnen haben (3:2), sind für Löw eine „ganz andere Mannschaft als die Isländer“. Löw hat „große Stärken in der Offensive“ erkannt: „Sie wollen nicht so gerne verteidigen, sie wollen den Ball. Sie haben Tordrang und wollen zum Abschluss kommen. In der Offensive sind sie brandgefährlich.“

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