DFB-Intrigen rund um Pattex-Jogi In diesem Chaos kann 2021 kein EM-Erfolg gelingen

Löw-Lampe-PK

Joachim Löw im Scheinwerferlicht bei seiner Pressekonferenz am Montag.

Frankfurt – Es mag Zufall oder nur unglückliches Timing gewesen sein, dass am Montag in Frankfurt zwei relevante Pressekonferenzen fast zeitgleich nur knapp sieben Kilometer voneinander entfernt stattfanden. Doch selbst bei der DFL-Versammlung zur Verteilung der TV-Gelder war Geschäftsführer Christian Seifert (51) mit den Gedanken beim DFB.

„Generell wünsche ich dem DFB, dass er aus sich heraus zur Ruhe kommt und das teilweise sehr unwürdige Schauspiel an Illoyalität langsam sein Ende findet. Das liegt nicht an Medien oder ehemaligen Präsidenten. Das muss innerhalb des DFB selbst beginnen“, kritisierte der mächtige Fußball-Macher den Schwester-Verband im Stadtwald. Ein Kommentar.

Der mit Spannung erwartete Auftritt des Bundestrainers, nahezu drei Wochen nach dem Debakel von Spanien, bot unter dem Strich wenig Neues. Joachim Löw findet Joachim Löw ziemlich gut. Der 60-Jährige zweifelt nicht an seinen Entscheidungen, glaubt an das Team und will sich auch nicht gravierend ändern. „Wir verfolgen unsere rote Linie“, lautet sein Motto.

Beim DFB herrscht das größte Chaos unter dem Dach

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Da können noch so viele Experten meckern, noch so viele Spiele enttäuschend enden und sich noch so viele Fans frustriert vom DFB-Team abwenden: Löw hält an seinem Kurs fest. Pattex-Jogi klebt am Job. Und weit und breit ist niemand Kompetentes in Sicht, der von außen eingreifen könnte. Denn das wurde am Montag mehr als deutlich: Beim größten Sportverband der Welt herrscht allergrößtes Chaos unter dem Dach.

„Verärgert“, „wütend“, „enttäuscht“ sei er angesichts dessen, was sich seit Wochen in der Verbandszentrale abspielt, sagte Löw. Da veröffentlicht der DFB zunächst eine Pressemitteilung, die der Bundestrainer als „unverständlich“ bezeichnet. Dann wurden permanent Interna aus den Sitzungen durchgestochen. „Da herrscht Explosionsgefahr bei mir, wenn Dinge nach außen gehen, die nicht nach außen gehören“, wütete Löw. Der Frust ist verständlich.

Die Wochen nach dem 0:6 von Sevilla haben aufgezeigt, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Verband und seinem wichtigsten Angestellten kaputt ist. Der DFB zerstört sich durch Inkompetenz und Intrigen selbst, der Bundestrainer kann weiter schalten und walten, wie er will. Wie in dieser komplizierten Gemengelage im kommenden Jahr bei der EM etwas Erfolgreiches entstehen soll, bleibt der Phantasie überlassen.

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