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Kommentar zu Tränen-InterviewDFL sollte Dresden-Profi nicht bestrafen

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Dresdens Chris Löwe kritisierte nach Abpfiff die DFL scharf.

Kiel – Nach 32 Spieltagen steht Dynamo Dresden unmittelbar vor einem Abstieg in die dritte Liga. Die jüngste 0:2-Niederlage bei Holstein Kiel besiegelte wohl schon das Schicksal des Traditionsklubs. Nach Abpfiff stand Dynamo-Verteidiger Chris Löwe aufgelöst vor den TV-Kameras und holte unter Tränen zu einem Rundumschlag gegen die DFL aus. Eine Strafe wäre dabei das schlimmste Signal, das folgen könnte. Ein Kommentar.

Dynamo Dresden: Trainingsrückstand und Horror-Spielplan

Der Zweitliga-Neustart war bei Dynamo Dresden denkbar schlecht verlaufen. Statt im Schlussspurt noch einmal aufholen zu können, ging es für die Sachsen nach vier positiven Corona-Fällen in die häusliche Quarantäne. Per Homeoffice fit halten, statt gegen Hannover 96 um den Klassenerhalt kämpfen.

Mit großem Trainingsrückstand und einem Akkord-Spielplan von sieben Spielen in 19 Tagen, war der Dresdener Niedergang beinahe programmiert. All der Frust entlud sich in diesem einen Moment, indem Chris Löwe (31) nach Abpfiff vor die Sky-Kameras trat.

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Verzweiflung: Chris Löwe kämpft mit Dynamo Dresden gegen den Abstieg.

Man muss kein Dynamo-Fan sein, um bei den folgenden Worten nicht mitfühlen zu können. Auf den harten Spielplan angesprochen, antwortete Löwe: „Glauben Sie ehrlich, dass einer von denen in der DFL – Christian Seifert oder wer auch immer – sich eine einzige Sekunde Gedanken macht, was in unseren Köpfen vorgeht?“ Der 31-Jährige kämpfte mit den Tränen, seine Stimme überschlug sich. „Das ist denen alles scheißegal! Wir sind am Ende diejenigen, die den verf...ten Preis bezahlen, für diesen ganzen Scheiß!“

Geldstrafe für Chris Löwe wäre das falsche Signal

Eine harte Wortwahl, die leicht von der DFL sanktioniert werden könnte. Doch den verbalen Ausfall mit einer Geldstrafe wegzuwischen, wäre das größtmögliche Eigentor, welches sich Geschäftsführer Christian Seifert und Co. schießen könnten. Dafür waren die Bilder zu stark. Chris Löwe, ein gestandener Fußballprofi, weinte vor Verzweiflung im TV. 

Sicherlich, die Wortwahl war alles andere als vorbildlich, doch wer mag es ihm verdenken. In einer Zeit der glattgebügelten Interviews, in der Fans Freudentränen verdrücken, wenn ein Drittligaprofi das Cornflakes-Zählen empfiehlt (hier lesen Sie mehr), war Löwes Interview ein Bad voller ehrlicher, authentischer, nachvollziehbarer Emotionen.

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In einer Situation, in der es keine Lösung geben dürfte, die alle Vereine glücklich gestimmt hätte, hat die DFL gute Argumente für ihren Neustart-Ablauf auf ihrer Seite. Einen verzweifelten Spieler mit einer Geldstrafe zu belegen, würde genau die Ignoranz bestätigen, die Löwe der DFL im Interview vorwirft.

Stattdessen sollte die DFL das Gespräch suchen und genau dadurch Reife, Vorbildcharakter und Verständnis signalisieren. Dieses Zeichen wären ein wichtiger Gewinn in einer Situation, in der es nur Verlierer gibt.