Sanierungsplan zeigt KFC Uerdingen kassierte wohl zu Unrecht 770.000 Euro Coronahilfen

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Am geschlossenen Getränkestand des KFC Uerdingen geht ein Mann vorbei. Der Verein soll wohl zu Unrecht staatliche Corona-Hilfen kassiert haben.

Krefeld – Der ehemalige Investor des KFC Uerdingen, Mikhail Ponomarev (47), hat beim Drittligisten einen einzigen Scherbenhaufen hinterlassen. Im Februar verkaufte er seine Anteile an den armenischen Geschäftsmann Roman Gevorkyan und machte sich selbst aus dem Staub – wohl im Wissen, dass es mit dem Klub nur noch bergabgehen kann.

  • KFC Uerdingen hat möglicherweise zu Unrecht Coronahilfen von rund 770.000 Euro erhalten
  • Am Donnerstag (6. Mai) lädt der Insolvenzverwalter die Gläubiger zu einem Termin ein
  • In der 3. Liga kämpfen die Krefelder sportlich um den Klassenerhalt

Nun wurde bekannt, dass der KFC Uerdingen möglicherweise zu Unrecht rund 770.000 Euro an staatlichen Coronahilfen erhalten hat.

Das geht aus einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hervor, der sich auf den Sanierungsplan, den der Insolvenzverwalter den Gläubigern Mitte April zugestellt hat, beruft. Denn in dem Sanierungsplan, der am Donnerstag (6. Mai) den Gläubigern vorgestellt werden soll, steht eine brisante Forderung des Kölner Verwaltungsamts.

KFC Uerdingen war schon bei Antragstellung zahlungsunfähig

Demnach fordert die Kölner Behörde die vom Bund bereits ausgezahlten Coronahilfen nun zurück. Insgesamt hat die KFC Uerdingen 05 GmbH, die den Spielbetrieb in der 3. Liga finanziert, 767.770,40 Euro staatlicher Unterstützung erhalten.

Der Pressesprecher des Insolvenzverwalters teilte mit, „dass Insolvenzverfahren nicht öffentlich“ seien und er daher „zu verfahrensinternen Vorgängen nichts sagen“ könne. Auch der Verein wollte sich rund um die Partie gegen Viktoria Köln (1:1) nicht äußern.

Wie die „Bild“ berichtet, seien die beantragten und erhaltenen Coronahilfen wohl deshalb zu Unrecht beantragt worden, weil der finanziell gebeutelte Traditionsklub schon vor Beantragung der Hilfen zahlungsunfähig gewesen sein soll. Deshalb hätte der Antrag nie gestellt werden und das Geld nie an den Verein überwiesen werden dürfen. Nun fordern die Behörden den Betrag zurück.

KFC Uerdingen mit knapp zehn Millionen Euro Schulden

Neben dem Kölner Verwaltungsamt muss der Insolvenzverwalter des KFC Uerdingen allerdings auch 171 andere Gläubiger überzeugen, dass der Verein noch zu retten ist. Denn der Klub hat knapp zehn Millionen Euro Verbindlichkeiten. Dazu wurden für Donnerstag alle Gläubiger zu einem Termin eingeladen, bei dem die Rettungs-Ideen vorgestellt werden sollen.

Falls diese nicht überzeugend genug sind, droht dem KFC Uerdingen der Zerfall. Aber auch so sind die Krefelder noch nicht gerettet, denn im Endspurt der 3. Liga kämpfen sie weiter um den Klassenerhalt. Am Mittwoch hatte es im Heimspiel gegen Viktoria Köln ein 1:1 gegeben. (eha)

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