Kalle und der schwarze Franz Twitter-Wirbel um Rummenigge: „Wie dämlich ist das?“

Alaba Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete David Alaba als „schwarzen Franz Beckenbauer“. Das Foto zeigt Vorstandschef und Abwehrspieler des FC Bayern bei einem Sponsorentermin im August 2016.  

München – Es war sicherlich als Charme-Offensive gedacht, doch Karl-Heinz Rummenigge (64) hat im Werben um Abwehrchef David Alaba (28), gelinde gesagt, für Irritationen gesorgt.

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München fand auf der Suche nach dem größtmöglichen Lob für den heiß umworbenen Österreicher folgende Formulierung: „Der David ist für mich so etwas wie der schwarze Franz Beckenbauer. Er ist der erste Spieler, der wieder auf diesem Niveau wie der Franz damals gespielt hat – mit dem ich noch selber auf dem Platz spielen durfte – der dieses Zepter so in die Hand nimmt.“

Karl-Heinz Rummenigge löst heftige Reaktionen bei Twitter aus

Die fußballerischen Fähigkeiten eines Kickers im Jahr 2020 mit seiner Hautfarbe in Verbindung zu setzen, ist wohl einigermaßen fragwürdig, doch Rummenigge führte im „Sky-Interview“ sogar aus, der Verteidiger habe „in Zeiten von ’Black Lives Matter’ die Chance, auch durch seine Hautfarbe eine besondere Rolle einzunehmen“.

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Entsprechende Reaktionen bei Twitter ließen natürlich nicht lange auf sich warten. „Das Ding ist: Unterstelle ich Rummenigge hierbei bösen Willen?“, fragte ein User und gab selbst die Antwort: „Nein, tatsächlich nicht. Aber das macht es fast schon schlimmer. Es ist nämlich genau dieser Alltagsrassimus, den alte weiße Männer völlig unbedacht und ungefiltert rauskloppen.“

Und genau das sollte Menschen in der Position Rummenigges natürlich nicht passieren. So fielen andere Posts auch durchaus drastischer aus.

„Als Alaba würde ich jetzt sagen: „Leckt mich, tschüss!““, schreibt ein User. „Dieser Alltags-Rassismus ist nicht auszuhalten. Rummenigge ist so lost!“

In einem weiteren Tweet heißt es: „Auf einer Skala von Zoll-Rolex bis Grundgesetz zitieren, wie dämlich ist das?“

Ein anderer User spannt bereits einen größeren Bogen: „Rummenigge, Hoeneß, Hopp und Tönnies. Die besten Beispiele dafür, wie realitätsfern so ein Leben im Elfenbeinturm sein kann, und wie gefährlich es für die Gesellschaft ist.“

Nicht alle wollen Rummenigge Alltagsrassismus unterstellen

Allerdings gibt es auch User, die Rummenigge zumindest keinen Rassismus unterstellen wollen. Zwar seien seine Aussagen „mal wieder komplett daneben“, schreibt ein User: „Aber Rummenigge als Rassisten zu bezeichnen, ist halt auch nicht richtig.“

Vermutlich nicht. Doch trotzdem hat wohl folgender Tweet seine volle Berechtigung: „In Zeiten von #BlackLivesMatter sollte man den Kopf anschalten, bevor man spricht ...“

Wie sich Rummenigges Wortwahl auf die zähen Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit dem Österreicher auswirken, bleibt indes abzuwarten.

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Er sei „optimistisch, dass wir am Ende des Tages eine Lösung finden werden, dass David seine Karriere hier beendet“, sagte Rummenigge: „David weiß, was er am FC Bayern hat, und wir wissen, was wir an David haben.“

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, lautet ein bekanntes Sprichwort – es gilt wohl auch für Rummenigges Charme-Offensive.

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