Bohlen gegen Löw Wecken Jogis Sturm-Mopeds endlich die EM-Lust bei den Fans?

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Joachim Löw zwischen den Corona-Schutzwänden beim Spiel gegen Tschechien. Am Samstag trifft er in Leipzig auf die Ukraine.

Leipzig – Nachdem am Mittwoch in der ersten Halbzeit sogar Horst Lichters Trödelshow „Bares für Rares“ mehr Zuschauer als das deutsche Länderspiel gegen Tschechien hatte, darf man gespannt sein, wie viele Fans am Samstag Lust auf die Nations League gegen die Ukraine (20.45 Uhr, ZDF) haben. Eine Sonderausgabe von Dieter Bohlens „Supertalent“ (RTL) und der Krimi „Hartwig Seeler – Gefährliche Erinnerung“ (ARD) treten in den Wettstreit.

„Der Quoten-Sieg ist mir jetzt nicht das Allerwichtigste“, sagt Joachim Löw (60) zwar. Schiebt aber Erklärungen nach: „Die Phasen gab’s bei der Nationalmannschaft immer mal. Freundschaftsspiele interessieren die Zuschauer vielleicht nicht so brennend. Das ist wie die Vorbereitung einer Bundesliga-Mannschaft. Nächstes Jahr, wenn die EM gegen Frankreich beginnt, kann man davon ausgehen, dass die Einschaltquote wieder sehr hoch sein wird.“

Timo Werner begründet Quoten-Flop mit Geisterkulisse

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Für Timo Werner (24) sind auch die Begleitumstände bei den Geisterspielen ein Grund für das zurückgehende Interesse. „Dass man das Gesagte auf dem Platz hört, mitbekommt, wie vielleicht einer einen anderen beleidigt oder sich motiviert, das ist mal für ein paar Spiele cool. Aber auf Dauer ist es auch vor dem Fernseher schöner, wenn man nicht nur leere Tribünen sieht, sondern auch wieder Fangesänge hört. Mit Publikum wirkt das Spiel auf alle ganz anders.“

Immerhin weht am Samstag ein erster Hauch EM-Luft durch das Stadion. Denn seit langer Zeit steht dem Bundestrainer nahezu die Ideal-Formation zur Verfügung. Lediglich in der Mittelfeldzentrale muss Löw auf Toni Kroos (30, Gelbsperre) sowie Joshua Kimmich (25, Knie-OP) verzichten. Im Offensiv-Bereich läuft jedoch die Formation auf, die auch in 214 Tagen beim Turnierstart gegen Frankreich auf dem Platz stehen dürfte.

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Lange ist's her: Timo Werner, Leroy Sané und Serge Gnabry konnten lange nicht mehr, wie hier im November 2018 in Gelsenkirchen gegen die Niederlande, zusammen auflaufen.

Vor allem auf dem Dreier-Sturm Serge Gnabry (25), Timo Werner (24) und Leroy Sané (24) lasten die Erwartungen. „Wir drei sind sehr schnell und zielstrebig auf dem Weg zum Tor. Eine Mannschaft, die gegen uns spielt, in deren Haut möchte ich nicht stecken“, sagt Werner selbstbewusst. Wir haben wirklich sehr gute Offensiv-Akteure und passen sehr gut zu unserem neuen System mit Umschalt-Momenten.“

Joachim Löw: Sané, Werner und Gnabry sind extrem schnell

Auch der Bundestrainer freut sich auf seine Angriffs-„Mopeds“, wie Thomas Müller (31) einst das Trio taufte. „Die drei haben schon extremes Tempo. Mit Ball sind alle extrem schnell – und das macht im Spiel ihre Gefährlichkeit aus. Im internationalen Vergleich sind alle drei weit vorne, was Geschwindigkeit angeht. Und das ist für einen Stürmer ein enormer Vorteil. Wenn sie die Geschwindigkeit richtig einsetzen, dann sind sie brandgefährlich.“

Ballern nun die drei „Mopeds“ Deutschland noch zum Gruppensieg in der Nations League? Nach dem letzten Gruppenplatz bei der Premiere 2018 ist die Löw-Elf aktuell mit einem Sieg und drei Unentschieden noch ungeschlagen. Erfolge gegen die Ukraine und drei Tage später in Spanien würden definitiv den Gruppensieg und die Teilnahme am Final-Four-Turnier im Oktober 2021 bringen. Zudem hätte man als Gruppensieger möglicherweise Zugang zu den WM-Playoffs, sollte die direkte Qualifikation für das Turnier in Katar 2022 nicht gelingen.

Timo Werner: Sieg in Nations League kann Team zusammenschweißen

„Wenn man an einem Wettbewerb teilnimmt, dann will man ihn auch gewinnen“, sagt Timo Werner. „Das bringt vielleicht jedem Einzelnen auf seiner Vita nicht den großen Schritt, wenn man sich Nations-League-Sieger nennen kann. Aber so ein Erfolg kann eine Mannschaft zusammenschweißen und einen voranbringen“.

Dabei könnte die Partie in Leipzig durchaus zum Krimi werden, denn die Mannschaft von Ukraine-Idol Andrej Schewtschenko (44) ist ein unbequemer Gegner. „Ein Sieg ist möglich, den werde ich intern klar als Ziel ausgeben. Dazu müssen wir jedoch mit aller Intensität auftreten“, fordert Löw. Vielleicht wird die Partie so dann auch wieder zum Quoten-Hit.

Die voraussichtliche Aufstellung: Neuer - Ginter, Süle, Rüdiger, Max - Gündogan, Neuhaus - Goretzka - Gnabry, Werner, Sane

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