Nach „falsch positivem Test“ Löw will nun Süle nachnominieren

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Joachim Löw beim Training der Nationalmannschaft in Leipzig.

Leipzig – Corona und die hohe Belastung der Nationalspieler sorgen auch vor dem Länderspiel am Mittwoch gegen Tschechien (20.45 Uhr, RTL) für Aufregung im DFB-Quartier. Joachim Löw (60) muss genau überlegen, welche Spieler er in welcher der drei Partien zum Einsatz bringt.

Joachim Löw: Einsatzgarantie für fünf Spieler

Torhüter Kevin Trapp (30), Antonio Rüdiger (27), Robin Koch (24), Julian Brandt (24) und Luca Waldschmidt (24) werden in Leipzig auflaufen. Bei den weiteren Positionen will der Bundestrainer noch überlegen. Philipp Max (27, PSV Eindhoven), Felix Uduokhai (23, FC Augsburg) und Ridle Baku (22, VfL Wolfsburg) dürften gegen Tschechien ihr Debüt im Nationaltrikot geben. „Sie bekommen höchstwahrscheinlich die Gelegenheit, ihr erstes Länderspiel zu absolvieren“, sagte Löw.

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Robin Gosens (26, Muskelprobleme) und Benjamin Henrichs (23, Patellasehne) stehen hingegen nicht zur Verfügung, verpassten auch das Abschlusstraining. Ein Spieler, der derzeit nicht in Leipzig ist, ist Niklas Süle (25), der nach dem Spiel beim 1. FC Köln einen positiven Corona-Test hatte. Doch nach nun drei negativen Tests ist er wieder ins Training beim FC Bayern eingestiegen. Löw will nun mit Hansi Flick (55) besprechen, ob Süle vielleicht doch für die Partien gegen die Ukraine und Spanien zur Verfügung stehen könnte.

Joachim Löw wütend: „Vieles wird auf dem Rücken der Spieler ausgetragen.“

Der Bundestrainer sucht händeringend nach Alternativen, um die Belastung zu dosieren. „Der Terminkalender ist zu voll. Vieles wird auf dem Rücken der Spieler ausgetragen. Wenn wir Trainer jetzt nicht die höchste Vorsicht walten lassen, haben wir nächstes Jahr ein großes Problem“, klagte Löw am Dienstag. Die Profis würden „ständig getrieben“. Jeder Trainer müsse daher klug handeln, „wenn er nächstes Jahr im März/April frische, gesunde Spieler haben will“. Richtung EM im kommenden Sommer „werden die Probleme noch viel größer“. Daher forderte Löw: „Diejenigen, die für den Terminkalender verantwortlich sind, müssen die Köpfe zusammenstecken.“

Nicht nur im deutschen Lager gibt es Sorgen, auch die am Dienstag in Leipzig angereisten Tschechen haben mit Corona zu kämpfen. Mittelfeldspieler David Pavelka (29) von Sparta Prag war am Montag nach einem positiven Test aus dem Kader gestrichen worden. „Ich habe mich nach mehr als einem Jahr sehr auf die Nationalelf gefreut“, schrieb Pavelka bei Instagram. „Es tut mir leid, ich fühle mich vollkommen gesund, aber sie können nichts tun“, meinte der Profi.

Gegner Tschechien mit geschrumpftem Kader nach Corona-Fall

Nach Pavelkas Ausfall schrumpfte der Kader des deutschen Gegners um Kapitän Vladimir Darida (30, Hertha BSC) und Keeper Jiri Pavlenka (28, Werder Bremen) auf 25 Spieler. Bayer Leverkusens Stürmer Patrik Schick (24) fehlt am Mittwoch zudem wegen eines Muskelfaserrisses. Das Land Tschechien war im Spätsommer besonders hart vom Coronavirus getroffen worden. Die Infektionszahlen stiegen auf ein Rekordhoch, dem Gesundheitssystem drohte der Kollaps. Schließlich griff die Politik härter durch, legte das gesellschaftliche Leben weitgehend lahm. In Tschechiens höchster Fußball-Liga darf erst seit Anfang November wieder gespielt werden.

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