Konzert-Knaller Kölner Band mit Premiere im Rheinenergie-Stadion – „es wird sicher überragend“

EM-Sorgen nehmen nicht ab Jogi – diese Abwehr ist echter Käse

Löw-Nase

Joachim Löw hat viel Arbeit vor sich, um die Nationalmannschaft wieder in Form zu bringen.

Köln – Was für ein wildes Tor-Festival in Müngersdorf! Das 3:3 zwischen Deutschland und der Schweiz (hier geht es zu den Noten) war zwar wenig souverän von den Gastgebern – aber ungemein unterhaltsam.

Da zeitgleich die Ukraine den hohen Gruppenfavoriten Spanien mit 1:0 schlug, bleibt in der Nations League alles offen.

Ukraine schlägt Spanien mit 1:0

Dennoch: Joachim Löw (60) dürfte am Mittwochmorgen mit großen Sorgen vom Rhein abreisen. Die Diskussion um seine Zukunft und seine Arbeit wird nach drei alles in allen doch ernüchternden Länderspielen weiter zunehmen.

Alles zum Thema Kai Havertz

Dabei hatte der Bundestrainer nach der massiven Kritik an seiner Arbeit reagiert und die von vielen geforderte 4-2-3-1-Taktik reaktiviert. Zudem durfte diesmal Chelseas neuer Millionen-Mann Kai Havertz von Beginn an ran.

Rüdiger

Antonio Rüdiger konnte die Schweizer Spieler nicht bremsen. Hier trifft Mario Gavranovic zur 3:2-Führung.

Allerdings zeigte sich am Dienstagabend deutlich, dass die deutschen Defensivprobleme keine Frage von Dreier- oder Viererkette sind. Es fehlt einfach an Klasse in Löws letzter Verteidigungslinie. Antonio Rüdiger und Matthias Ginter wussten oft nicht, wie ihnen geschieht. Erst rettete Manuel Neuer noch gut gegen Xherdan Shaqiri, dann schlug Mario Gavranovic zu (5.), als Rüdiger noch auf den Abseitspfiff hoffte.

Dann leitete ausgerechnet Jubilar Toni Kroos das 0:2 durch Remo Freuler mit einem üblen Fehlpass ein (26.). Apropos Kroos: Während für Zuschauer der Besuch in Müngersdorf tabu war, hatte der Real Madrid-Star in seiner Wahlheimat reichlich Unterstützung dabei. Auf der Tribüne drückten seine Frau Jessica, Sohn Leon und Tochter Amelie zum 100. Länderspiel die Daumen. Auch Papa Roland war mit von der Partie.

Toni Kroos feiert mit Familie auf der Tribüne

Nach dem Schlusspfiff wollte der Kroos-Anhang runter zum Jubilar, wurde jedoch vom Ordner aufgehalten. Da kletterte der 30-Jährige einfach die Stufen der Westtribüne hoch, um sich die verdienten Küsschen abzuholen.

„Es war natürlich ein besonderes Spiel. 100 Spiele erreicht zu haben, ist eine ganz schöne Marke. Wer mich kennt, der weiß, dass es mir mehr um Ergebnisse und Erfolge als um Zahlen oder Länderspiel-Einsätze geht. Trotzdem ist die 100 natürlich ganz schön“, sagte Kroos nach der Partie.

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Toni Kroos feierte sein Länderspiel-Jubiläum nach Abpfiff bei seiner Familie auf der Tribüne.

Die Schweizer wirkten frischer, aggressiver, ehrgeiziger. Und die Debatte um eine Rückhol-Aktion von Jerome Boateng oder Mats Hummels wird angesichts dieser hilflosen Abwehrleistung sicher nicht abebben. Die Käse-Abwehr, die hatten am Dienstagabend ganz klar die Deutschen und nicht die Schweizer.

Immerhin zeigten die Gastgeber Moral und kämpften sich immer wieder zurück. Erst brachte eine Chelsea-Co-Produktion von Kai Havertz und Timo Werner die Gastgeber zurück in die Partie (29.). Eine starke Einzelleistung von Havertz nach dem Wechsel bescherte sogar den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich. Dennoch zeigte sich, dass das DFB-Team einfach nicht eingespielt ist. Viele Angriffe reißen nach zwei, drei Pässen ab. Der Weg, wieder eine richtig gefährliche Einheit zu bilden, ist noch sehr lang.

Während Löw noch nach dem 2:2 noch sein Team lautstark anwies die „Formation“ zu halten, rappelte es schon wieder. Aber die deutsche Antwort zum 3:3 kam genauso prompt. Drei Tore in fünf Minuten – immerhin hatte dieser Abend Spektakel-Garantie.

Kai Havertz: „Wir müssen erwachsener verteidigen“

„Das war heute ein anderer Auftritt“, befand Joshua Kimmich nach dem Spiel in der ARD. Kai Havertz sagte: „Wir haben gute Moral bewiesen, das war ein schweres Spiel für uns.“ Das Team müsse aber „erwachsener verteidigen“.

Deutschland gegen Schweiz: Tom Bartels ersetzte Gerd Gottlob

TV-Wirbel gab es kurz vor der Partie. Das Spiel sollte eigentlich Gerd Gottlob (55) für die ARD kommentieren. Doch der hat selbst für sich entschieden, dass er nicht nach Köln reisen wollte, weil Köln zum Risikogebiet erklärt worden war. Der NDR hatte für die Entscheidung von Gerd Gottlob natürlich vollstes Verständnis.

Schweini-Köln

Bastian Schweinsteiger war in Köln als Experte der ARD mit von der Partie.

Kurzfristig musste daher Tom Bartels (55) einspringen, der eigentlich für den SWR arbeitet, aber in Köln wohnt. Dessen Assistent war übrigens Carsten Baumann (50), Ex-Spieler des 1. FC Köln. Bastian Schweinsteiger war wieder als Experte vor Ort. Der Weltmeister tippte im Vorfeld des Spiels einen 3:1-Sieg. Mit dieser Käse-Abwehr hatte er wohl nicht gerechnet.

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