Weiter keine Chance für Müller, Hummels und Boateng Löw macht Götze etwas Hoffnung

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Bundestrainer Joachim Löw hat den WM-Held von 2014 weiterhin im Fokus. Hier zu sehen sind Thomas Müller (l.) und Mario Götze (r.) beim WM-Quali-Spiel gegen Tschechien am 8. Oktober 2016 in Hamburg.

Leipzig – Solch eine Zusammenkunft der Nationalmannschaft hat Joachim Löw (60) in seiner 14-jährigen Amtszeit auch noch nicht erlebt.

Da fast alle erfahrenen Säulen der DFB-Elf im Testspiel am Mittwoch gegen Tschechien (20.45 Uhr, RTL) geschont werden und zudem eine komplette Elf aufgrund von Verletzungen oder Corona-Fällen nicht zur Verfügung steht, checkten am Montag viele eher unbekannte Gesichter im „The Westin“-Hotel in Leipzig ein.

Gleich drei Neulinge vor DFB-Debüt

Gegen Tschechien könnten Eindhovens Philipp Max (27), der Augsburger Felix Uduokhai (23) oder der Wolfsburger Ridle Baku (22) debütieren. Robin Koch (24) wird mit ziemlicher Sicherheit als Chef der Abwehrreihe auflaufen, an seiner Seite Chelsea-Dauerreservist Antonio Rüdiger (27).

Dass angesichts dieser Personallage die deutsche Abwehr nicht sattelfest sein dürfte, erklärt sich da von selbst.

Thomas Müller, Mats Hummels, Jerome Boateng: Tür bleibt zu

Neun Gegentore kassierte die Nationalmannschaft in den fünf Länderspielen 2020. Angesichts dieser eklatanten Abwehrprobleme wurde der Ruf nach einem erfahrenen Verteidiger erneut laut. Doch Löw wiederholte vor dem abschließenden Länderspiel-Dreierpack sein Nein zu den vertrauten Weltmeistern.

Für Mats Hummels (31) und Jerome Boateng (32) bleibt die Tür trotz guter Leistungen im Verein also zu. „Wir haben uns grundsätzlich dazu entschieden, diese Spieler nicht zu nominieren, daran hat sich jetzt nichts geändert“, stellt Löw im Kicker klar. „Wir können das jetzt nicht rückgängig machen.“

Nur eine Möglichkeit lässt sich der DFB-Coach offen: „Wenn sich im nächsten Jahr durch Ausfälle von Schlüsselspielern bei uns eine völlig neue Situation ergibt, werde ich das entsprechend bewerten und über alternative Szenarien nachdenken.“

Oliver Bierhoff: Weltmeister wären bei Rückhol-Aktion natürlich gesetzt

„Es ist absolut richtig, dass Jogi den Weg weitergeht. Den Jungen muss man Raum geben, um sich zu entwickeln“, erklärte Oliver Bierhoff (52). „Wenn du so verdiente Nationalspieler zurückholst, musst du einen gewissen Umgang voraussetzten. Diese Spieler wären dann natürlich gesetzt“, ergänzte er. „Zurzeit besteht aber noch kein Handlungsbedarf“.

Löw: „Wir wollten den Verjüngungsprozess ganz bewusst“

Warum sich der Bundestrainer aktuell gegen das Leistungsprinzip entschieden hat, verdeutlichte seine Argumentation im Sportbuzzer-Interview. „Wir wollten den Verjüngungsprozess ganz bewusst, und Spieler wie Gnabry, Sané, Kimmich, Werner, Goretzka, Süle, Havertz brauchen Räume, um sich weiterzuentwickeln. Sie brauchen Einsatzzeit und müssen Erfahrungen machen. So, wie Thomas (Müller, d. Red.), Mats, Jerome das auch brauchten, bevor sie zu Säulen bei der WM in Brasilien wurden.“

Während die genannten Weltmeister in Löws Planungen also keine Rolle spielen, kann sich ein anderer 2014er-Held noch Hoffnungen machen.

WM-Held bleibt weiter im Fokus der Nationalmannschaft

Mario Götze (28) hat in den Augen des Bundestrainers durch seinen Wechsel zur PSV Eindhoven den richtigen Schritt vollzogen.

„Ich hatte mit Mario in den letzten Wochen immer wieder Kontakt, er hat mich auf dem Laufenden gehalten. Aus meiner Sicht hat er für sich genau die richtige Entscheidung getroffen – nämlich außerhalb des Präsentiertellers Bundesliga einen Neustart zu wagen. Es hat sich in Deutschland immer alles auf ihn fokussiert. Er hatte durch das Tor 2014 einen Rucksack auf, der sicher auch eine große Last bedeutet hat“, sagte Löw.

Götze stand vor rund drei Jahren zuletzt im Auswahlkader und wurde in seinem 63. Länderspiel beim 2:2 gegen Frankreich am 14. November 2017 eingewechselt. Beim 3:0-Sieg seines Klubs am Sonntag in der Eredivisie gegen Willem II Tilburg erzielte der Ex-Dortmunder sein zweites Tor in der niederländischen Meisterschaft, auch in der Europa League hat er bereits getroffen. „Das war so nicht zu erwarten“, freut sich Löw. „Er wirkt sehr frisch und sehr agil, die Freude ist ihm anzumerken. Das braucht er für seine Leichtfüßigkeit, für seine Variabilität. Wir verlieren auch ihn nicht aus den Augen, ganz klar.“

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DFB-Direktor Bierhoff bremste die Götze-Euphorie allerdings ein wenig. „Wir haben vorne in der Offensive hohe Qualität. Aber wenn Mario weiter gute Spiele macht, kann er immer ein Thema sein. Man sieht, es wird eine komische Saison. Da tun wir gut daran, uns alle Optionen offen zu halten.“

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