Gerüchte um Fenerbahce-Angebot So sieht Löw seine Zukunft nach der EM

Löw-Training-Island

Joachim Löw beim Training im Düsseldorfer Stadion vor dem Island-Spiel.

Düsseldorf – Noch knapp vier Monate, noch maximal zwölf Spiele, dann endet die Ära von Joachim Löw (61) als Bundestrainer. Der Auftakt seiner „Abschiedstournee“ beginnt am Donnerstag in Duisburg mit dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island (20.45 Uhr, RTL).

  • Joachim Löw spricht über seine Zukunft
  • Angebliches Angebot von Fenerbahce Istanbul
  • Knallhart-Kurs zum Start in die WM-Qualifikation

Vor dieser Partie deutete Löw einen Richtungswandel an. In seinen letzten Wochen als „Bundes-Jogi“ will er weniger Rücksicht nehmen. Das betrifft sowohl die Wünsche der Bundesliga-Vereine als auch die der Spieler. Das machte er am Mittwoch (24. März) deutlich. Zudem ploppten neue Gerüchte um Löws Zukunft auf.

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Angeblich habe Löws Ex-Klub Fenerbahce Istanbul Interesse am Coach. Bereits in der Saison 1998/99 war er am Bosporus tätig, wurde mit dem Klub Dritter in der türkischen Süper Lig. Laut Medienberichten sei der Noch-Bundestrainer ein Nachfolge-Kandidat von Erol Bulut (46). Kommt es für Löw bei Fenerbahce etwa zum Wiedersehen mit Mesut Özil (32)?

Joachim Löw: Kein neuer Job direkt nach der EM im Sommer

EXPRESS fragte den 61-Jährigen. Seine Antwort war deutlich: „Ein Turnier ragt in die Vorbereitung einer Vereinsmannschaft auf die neue Saison herein. Die Mannschaften fangen Ende Juni wieder an, der Kader steht dann. Die EM dauert aber bis Mitte Juli. Es ist nicht denkbar, aus einem Turnier rauszugehen und am nächsten Tag den Schalter umzulegen und bei einem Verein loszulegen. Das ist nicht möglich“, sagte er.

An ein Ende seiner Trainerlaufbahn möchte der Weltmeister-Coach aber noch nicht denken. Interessenten müssen sich nur gedulden. „Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was bei meinem Berater los ist. Ich habe ihm gesagt, dass ich vorerst gar nichts hören will. Ich will bis zur EM mit nichts konfrontiert sein. Für mich gilt volle Konzentration auf die EM, voller Fokus“, sagte Löw zum EXPRESS. „Nach der EM interessieren mich vielleicht manche Dinge, aber vorher werde ich definitiv keine Gespräche führen.“

Joachim Löw mit Knallhart-Kurs in die WM-Qualifikation

Vorher gilt es vielmehr, die Schmach nach dem 0:6 von Sevilla zu tilgen. Und da fährt Löw einen Knallhart-Kurs. „Ich nehme keine Rücksicht mehr“, war seine zentrale Aussage. Damit meinte er die Bundesliga-Vereine und auch die Spieler.

Die Klubs und die Belastungen ihrer Akteure spielen beim Länderspiel-Dreierpack binnen sieben Tagen keine Rolle mehr. Jogi deutlich: „Jetzt heißt es in den drei Spielen möglichst gut einspielen. Automatismen erarbeiten, eine Basis legen.“

Joachim Löw denkt über Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger nach

Aber auch die Spieler bekommen klare Ansagen. „Ich erwarte eine Reaktion, dass wir alles in die Waagschale werfen, fußballerische Akzente setzen, zeigen, dass wir eine leidenschaftliche Mannschaft sind, die verbissen um den Sieg kämpft. Gegen Spanien waren wir völlig unter unserem Niveau“. Dazu will er zum einen die Kommunikation auf dem Platz verbessern. „Ich werde einige Spieler bestimmen, die das in die Hand nehmen“, kündigte er an.

Kimmich-Düsseldorf

Joshua Kimmich beim Training in Düsseldorf. Der Bayern-Star könnte im DFB-Team in die Abwehr versetzt werden.

Zudem kündigte der Bundestrainer an, dass sogar Spieler eventuell von ihren Lieblingspositionen Abschied nehmen müssen. „Ich denke darüber nach, Joshua Kimmich rechts in der Abwehr einzusetzen. Er ist auch im Mittelfeld extrem wichtig. Aber bei den Bayern hat er, wenn er rechts gebraucht wurde, extrem viel bewegt“. Angesichts des Personal-Überangebots im Mittelfeld (Gündogan, Kroos, Goretzka, Neuhaus) durchaus eine sinnvolle Überlegung, um eine Problemposition zu beheben.

Löw will die Nationalmannschaft „rigoros, konsequent und gnadenlos“ auf Erfolg trimmen – für einen goldenen Abschluss einer Ära.

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