„Bares für Rares“ statt DFB-Azubis Horst Lichter schlägt Jogi Löw im Quoten-Duell

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Joachim Löw erläutert seine Sicht der Dinge nach dem Länderspiel am RTL-Mikrofon.

Leipzig – Trödelshow schlägt Testspiel. Der Quoten-Sinkflug der Nationalmannschaft geht ungebremst weiter. Lediglich 5,28 Millionen Menschen verfolgten am Mittwochabend die erste Halbzeit vom 1:0 gegen Tschechien. Das ist nach Angaben von RTL, ARD und ZDF seit mindestens 20 Jahren die schlechteste Quote für eine deutsche Länderspiel-Übertragung in den Abendstunden.

RTL hatte zwar Ex-Kapitän Michael Ballack (44) als Experten vor das Mikro geholt, die Fans ließ der Auftritt trotzdem kalt. Beliebter als Joachim Löws (60) Auswahl war am Mittwochabend Horst Lichter (58), der mit „Bares für Rares“ der Primetime-Sieger war. Durchschnittlich 5,45 Millionen Menschen schauten lieber die – nahezu parallel laufende – Trödelshow im ZDF als die Nationalmannschaft. Erst als die Lichter-Show beendet war, stieg die Fußball-Quote auf 5,55 Millionen.

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Horst Lichter lockte mit „Bares für Rares“ mehr Zuschauer vor den Bildschirm als Joachim Löw.

Ein Testspiel ohne großen Wert, dazu noch mit vielen für die meisten Fans eher unbekannten Gesichtern im Nationaltrikot. Das schreckte wohl viele Zuschauer ab. Das bisher schlechteste Ergebnis für eine Übertragung der DFB-Auswahl in den Abendstunden waren die 5,82 Millionen TV-Zuschauer beim 3:3 gegen die Türkei Anfang Oktober bei RTL gewesen. Der Marktanteil lag damals bei 21,6 Prozent.

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Nach dem Schlusspfiff gehen die für viele Fans eher unbekannten deutschen Nationalspieler in Leipzig vom Feld.

Schlechter war die Quote bei Länderspielen noch nie

Nur zwei Partien der deutschen Nationalmannschaft hatten in der Summe weniger Zuschauer. 2009 gegen China (2,61 Millionen) und 2012 gegen die Schweiz (5,51 Millionen). Die erste Partie wurde aber bereits um 14 Uhr angepfiffen, die zweite um 18 Uhr.

Nachdem bereits DFB-Direktor Oliver Bierhoff (52) am Montag in einem langen Monolog („Es wird eine Art dunkle Wolke über die Nationalmannschaft geschoben“) die aus seiner Sicht zu Unrecht schlechte Stimmung rund um das DFB-Team referiert hatte, meldete sich am Mittwochabend auch der Bundestrainer in der Debatte zu Wort.

Joachim Löw wehrt sich gegen die Kritik

„Ich weiß, dass viel diskutiert worden ist. Im letzten Jahr haben wir sieben Spiele gewonnen und nur eines verloren, dieses Jahr haben wir nun zwei Spiele gewonnen und ein paar Unentschieden“, zählte Joachim Löw (60). „Wenn ich es von der Seite betrachte, haben wir bei 16 Spielen eine Niederlage. Dass die Stimmung anders ist, spüren wir auch.“ Der Weg zurück zu neuer Euphorie rund um die Nationalmannschaft ist noch lang und steinig.

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