Ungewohnte Töne Ex-Trainer Klinsmann über Hertha-Abgang: „Es tut mir leid“

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Jürgen Klinsmann war nur 77 Tage von Hertha BSC. Wirklich schön war seine Zeit bei den Berlinern nicht, wie hier das Wetter beim Training im November 2019.

Berlin – Der Abgang von Jürgen Klinsmann (55) bei Hertha BSC (hier lesen Sie mehr) ist den meisten Bundesliga-Fans noch in Erinnerung. „HaHoHe, euer Jürgen“, so hatte der ehemalige Bundestrainer seine Kündigung auf seiner Facebook-Seite, die nicht mit dem Verein abgesprochen war, beendet.

Jürgen Klinsmann: „Es tut mir sehr leid“

Damals warf er noch mit Vorwürfen, unter anderem auch gegenüber Hertha-Sportchef Michael Preetz (52), um sich. Aber jetzt schlägt Klinsmann ganz andere Töne an.

Er sieht die Art seines heftig kritisierten Abgangs nach dem Kurz-Gastspiel als Hertha-Trainer inzwischen als Fehler. „Es tut mir sehr leid, wie mein Weggang von Hertha BSC zustande kam, nachdem wir sechs Punkte zwischen uns und den Relegationsplatz gelegt hatten“, sagte der 55-Jährige.

Mit den Vorstellungen über seine Rolle beim aufstrebenden Hauptstadtklub lagen Vereinsführung und der einstige Bundestrainer weit auseinander. „Wir haben es damals in zehn Wochen leider nicht geschafft, zu einer schriftlichen Vereinbarung zu kommen“, bemerkte Klinsmann. Der einstige Weltklasse-Stürmer war als Vertrauter von Investor Lars Windhorst (43) zunächst als Mitglied des Aufsichtsrates der Profiabteilung zu Hertha gekommen und hatte dann vom glücklosen Ante Covic die Cheftrainer-Rolle übernommen.

Liste von Jürgen Klinsmann an Lars Windhorst veröffentlicht

Der Weltmeister von 1990 und Europameister von 1996 trat allerdings nach nur elf Wochen als Chefcoach der Berliner überraschend zurück. In der Winterpause hatte Hertha noch knapp 80 Millionen Euro in Neuzugänge investiert – so viel wie kein anderer Verein weltweit.

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Hertha-Investor Lars Windhorst

Später kam ein Katalog über von Klinsmann skizzierte Missstände bei Hertha an die Öffentlichkeit. „In der Umsetzung meines Weggangs habe ich sicherlich Fehler gemacht und dafür möchte ich mich nochmals entschuldigen“, erklärte der Wahl-Amerikaner mit Abstand.

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„Dass anschließend eine Analyse, die ich in meiner Eigenschaft als Berater des Investors für den internen Gebrauch erstellt habe, an die Öffentlichkeit kam, hat allen Beteiligten geschadet. Mir ist heute noch ein Rätsel, wie das an die Medien kam“, erklärte Klinsmann. In der internen Analyse seines 77-Tage-Auftritts in Berlin warf der Ex-Hertha-Coach dem Berliner Klub und besonders Michael Preetz große Versäumnisse vor. „Aber das ist Vergangenheit. Das Allerwichtigste ist, dass Hertha den Klassenverbleib geschafft hat und in der Bundesliga bleibt“, betonte Klinsmann jetzt. (tsc/dpa)

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