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Amtsmissbauch?  Guck an: Rummenigge unterstützt Infantino – aber der Grund ergibt Sinn

Gianni_Infantino

Der Gegenwind für FIFA-Präsident Gianni Infantino, hier beim FIFA-Gipfel am 25. Juni, wird stärker.

Bern/München – Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino (50) eröffnet. Dabei geht es um geheime Treffen zwischen dem Chef des Fußball-Weltverbandes und dem Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber (54), wie die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Bern mitteilte. Unterstützung erhält Infantino überraschenderweise von Karl-Heinz Rummenigge (64), Vorstandschef des FC Bayern München.

Angeklagt wird derweil auch ein ebenfalls bei den Treffen anwesender Oberstaatsanwalt.

Treffen mit Michael Lauber bringen FIFA-Präsident Gianni Infantino in Erklärungsnot

Damit gerät Infantino gut ein Jahr nach seiner Wiederwahl als FIFA-Präsident weiter in Erklärungsnot. Anfang Juni hatte der Weltverband sämtliche Vorwürfe gegen den Schweizer zurückgewiesen.

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Infantino „hat sicherlich nichts falsch gemacht, indem er Herrn Lauber getroffen hat. Es ist kein Vergehen, den Bundesanwalt zu treffen und solche Treffen sind nicht ungewöhnlich. Gianni Infantinos Motivation war den Schweizer Behörden jegliche Unterstützung anzubieten“, hieß es damals.

Auch gegen Lauber soll nun ein Strafverfahren eröffnet werden. Er ist aber noch bis Ende Januar 2021 im Amt und deshalb vor Strafverfolgung geschützt. Deshalb beantragte der eigens eingesetzte außerordentliche Staatsanwalt beim Parlament die Aufhebung seiner Immunität.

Schwere Vorwürfe gegen Gianni Infantino und Michael Lauber

„Er (der außerordentliche Staatsanwalt) kommt zum Schluss, dass im Zusammenhang mit den Treffen von Bundesanwalt Michael Lauber mit dem FIFA-Präsidenten und dem Walliser Oberstaatsanwalt Anzeichen für ein strafbares Verhalten bestehen“, heißt es in der Mitteilung der Aufsichtsbehörde. Dabei gehe es um Amtsmissbrauch, Verletzung des Amtsgeheimnisses, Begünstigung und die Anstiftung zu diesen Tatbeständen.

Lauber hatte seinen Rücktritt eingereicht, nachdem die Aufsichtsbehörde ihn wegen der Treffen bereits gerügt und ihm eine Verletzung seiner Amtspflichten und unwahre Aussagen vorgeworfen hatte. Er wies die Anschuldigungen zurück.

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Die geheimen Treffen fanden 2016 und 2017 statt, während die Bundesanwaltschaft gegen die FIFA wegen Korruption ermittelte. Bei den Ermittlungen geht es unter anderem um die Vergaben der Fußball-WM 2018 an Russland und 2022 an Katar.

Karl-Heinz Rummenigge unterstützt Gianni Infantino

Karl-Heinz Rummenigge hat Infantino (50) bereits aus der Ferne unterstützt. „Es ist glaube ich wichtig, dass wir jetzt irgendwann mal wieder Ruhe in die FIFA kriegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern dem BR: „Ich hoffe, dass er die Dinge geregelt kriegt. Weil: Eigentlich wäre er der Mann, um die FIFA in ruhiges Fahrwasser zu bringen.“ Ob sich Rummenigges Wunsch erfüllt? (dpa/sid/ars)

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