„Finde es erbärmlich“ Ex-FC-Coach rüffelt Bayern-Boss Rummenigge für G15-Treffen

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Ehemalige FC-Trainer unter sich: Ewald Lienen (r.) und Friedhelm Funkel trafen sich mehrfach in ihrer Karriere – hier beim Zweitliga-Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli im April 2016. Lienen hat nun heftig gegen Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gewettert.

Köln – Das umstrittene „G15-Treffen“ am Frankfurter Flughafen sorgt weiter für Wirbel und hitzige Diskussionen. Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (65) hatte 14 Bundesliga-Vereine und den Hamburger SV zum Geheimtreffen eingeladen, nicht aber die vier Erstligisten Stuttgart, Mainz, Augsburg und  Bielefeld, die sich gemeinsam mit zehn Zweitligisten in einem Schreiben zur Neuverteilung der TV-Gelder positioniert hatten.

Nun gibt es für den Bayern-Boss heftigen Gegenwind. Besonders deutlich äußerte sich jetzt Ex-Bundesliga-Coach Ewald Lienen (66).

Ex-Bundesliga-Coach Ewald Lienen schießt heftig gegen Karl-Heinz Rummenigge

Lienen sagte in seinem Podcast „Der Sechzehner“ über das aus Rummenigges Sicht abtrünnige Erstliga-Quartett: „Es ist doch völlig normal, dass andere auch mal eine andere Meinung haben, damit muss man sich abfinden.“ Das Positionspapier als „unzulässige Beeinflussung des Präsidiums zu deklarieren“, sei für den ehemaligen Aufstiegstrainer des 1. FC Köln nicht nachzuvollziehen.

Dann wurde Lienen richtig deutlich: „Es ist natürlich schwer für Karl-Heinz zu akzeptieren, dass wir uns in einer Demokratie befinden. Wenn ich bei Bayern München bin und mir kommt das Geld aus den Ohren raus.“ Und der derzeitige Direktor des Zweitligisten FC St. Pauli legte nach.

Der Ex-Bundesliga-Coach sagte zur Ausladung der vier Erst- und der Zweitligisten: „Zur Strafe, dass sie eine eigene Meinung haben und die auch äußerten, werden sie ausgeschlossen. Ich finde es erbärmlich.“ Das von Rummenigge angeregte Treffen sei „ein Armutszeugnis“ gewesen.

Ex-DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig wettert gegen Karl-Heinz Rummenigge

Auch der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig (57), der sich schon am Mittwoch kritisch geäußert hatte – „Im Hinblick auf die Solidargemeinschaft muss uns angst und bange werden“ – hatte tags darauf noch einmal nachgelegt und Rummenigge persönlich ins Visier genommen. Dass ausgerechnet Rummenigge so harsche Kritik an jenem Positionspapier übt, hat für Rettig eine besondere Note.

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Karl-Heinz Rummenigge und Andreas Rettig (r.) im Januar 2015 beim DFL-Neujahrsempfang in Frankfurt.

„Schmunzeln muss ich natürlich, wenn Herr Rummenigge sich über Geheimtreffen echauffiert oder Geheimpapiere“, sagte er bei Sky. Schließlich habe der Rekordmeister „in Sachen europäischer Superliga oder in der Kirch-Krise nicht nur geheime Gespräche geführt, sondern auch geheime Verträge abgeschlossen. Also dass jemand mit dieser Vita sich dann so aus dem Fenster lehnt, das muss ich sagen, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie.“

Andreas Rettig: „Dann können wir bald den Laden zumachen“

Auch der Zeitpunkt der nun verschärften Diskussion inmitten der Corona-Pandemie bereitet Rettig Kopfschmerzen: „Sie können doch in der jetzigen Situation nicht hier das Säbelrasseln machen, wo Leute um ihre Existenz sich Gedanken machen.“

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Der Ex-Bundesliga-Manager (SC Freiburg, 1. FC Köln, FC Augsburg, FC St. Pauli) befürchtet einen nachhaltigen Schaden für den Solidaritätsgedanken. „Sollte ruchbar werden, dass man andere Gedanken hat als der FC Bayern oder Kollegen, dann könnte das ja dazu führen, dass man zukünftig auch Persona non grata wird und von allen anderen Dingen ausgeschlossen wird“, kritisiert Rettig und warnt: „Dann können wir bald den Laden zumachen.“ (ars, kos)

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