Kennen Sie die Väter? Diese Fußballstars haben ihr Talent vererbt bekommen

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Souleymane Sané im Trikot der SG Wattenscheid 09. Der Senegalese schoss für den Klub in 162 Liga-Spielen 48 Tore.

Köln – Mit „Das ist das, was ich tragen möchte“ bürstete Leroy Sané (23) gerade cool die Kritiker seines grellen Outfits zuletzt beim Nationalmannschafts-Treff in Wolfsburg ab. Coole Sprüche hatte sein Vater Souleymane Sané (58) aber auch schon drauf, so den in Richtung Sohnemann: „Das hat er nicht von mir.“ 

Matthias Ginter zum Outfit von Leroy Sané: „Im Erfolg wird er dafür gefeiert, jetzt gibt es Kritik“ (hier mehr lesen)

Damit meinte er allerdings nicht den schrillen Modegeschmack Leroys, vielmehr dessen Ballkünste beim Champions-League-Debüt 2015 im Schalke-Trikot.

Da hatte der Junge Real Madrids Torwartlegende Iker Casillas den Ball aus 18 Metern in den Winkel geknallt. Der Vater könnte den Kölnern immerhin als Wattenscheider Torjäger in Erinnerung geblieben sein – machte er es doch beim FC-Sieg am 5. April 1994 zwanzig Minuten vor Schluss mit dem Tor zum 3:2 noch mal spannend.

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Souleymane Sané musste sich gegen Rassismus wehren

Allerdings wurde „Samy“ nicht nur gefeiert, er musste sich auch noch gegen Rassismus pur wehren. Die „Husch, husch, husch, Neger in den Busch“-Rufe vergisst er nie. Aber er reagierte souverän: „Nach einem Tor beim HSV bin ich zur Eckfahne gelaufen und habe getanzt. Dann hagelten die Bananen und Orangen auf mich nieder. Ich hob eine Banane auf, schälte und aß sie.“

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Leroy Sané im Trikot von Manchester City: Im Achtelfinale der Champions League traf er gegen Ex-Klub Schalke 04.

Für den Junior sind unterdessen die geerbten Gene für seine Karriere insgesamt ziemlich vorteilhaft. Sein Vater ist 55-maliger Nationalspieler des Senegal, war 1987/88, in seiner dritten Saison beim SC Freiburg, mit 21 Treffern als erster Ausländer Torschützenkönig der zweiten Liga, spielte mit Wattenscheid Bundesliga.

Die Sanés sind eine sportliche Familie

Die Mutter, Regina Weber (55), holte 1984 in Los Angeles in der Rhythmischen Sportgymnastik Olympia-Bronze. Leroys Brüder Kim (24/zuletzt Wattenscheid) und Sidi (15/Schalke) sind fußballverrückt. Dem Jüngsten wird eine große Karriere prophezeit.

Und Leroy? Der wechselte 2016 für 50 Millionen Euro von Schalke zu Manchester City in die Premier League, steht jetzt mit dem Klub im Champions-League-Viertelfinale gegen Tottenham. Und er bedankt sich: „Von meinem Vater habe ich ein bisschen Schnelligkeit mitbekommen. Von meiner Mutter bestimmt die Athletik und das Körpergefühl.“

„Kaiser“-Sohn Stephan Beckenbauer

Stephan Beckenbauer wusste, dass er nie aus dem Schatten seines Vaters heraustreten konnte. Der habe seiner Meinung nach eine „Göttlichkeit“ auf dem Platz gehabt. Trotzdem wollte der dritte Sohn von „Kaiser Franz – der wurde als Spieler und Trainer Weltmeister – auf dessen ureigenstem Feld reüssieren. „Ich wollte immer nur Fußball spielen“, sagte er. 

Rassismus gegen Leroy Sané: Jetzt äußert sich Serge Gnabry – Er hat eine klare Botschaft (lesen Sie hier mehr dazu)

Mit 18 verließ er die Bayern, seinen „Jugend-Klub“, trat für die Löwen an, in Frankfurt, Offenbach, in der Schweiz. Mit dem 1. FC Saarbrücken brachte er es auf zwölf Bundesligaspiele. Eine Knie-OP bedeutete das Karriereende mit 29.

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Franz Beckenbauer 2001 mit Sohn Stephan

Als Trainer übernahm er dann die B-Jugend des FC Bayern, 2001 führte er das Team um Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm zum B-Jugend-Meistertitel. 2007 schaffte er das mit Spielern wie Thomas Müller und Mats Hummels. 2015 starb Stephan Beckenbauer mit nur 46 Jahren an einem Hirntumor.

1. FC Köln ein gutes Pflaster für Vater-Sohn-Gespanne

Mehr FC geht nicht! Obwohl es bei den Geißböcken etliche Vater-Sohn-Gespanne gegeben hat, sind Bernd (69) und Sprössling Carsten Cullmann (43) einzigartig treue Tomaten.

Beide wechselten von der SpVg Porz über den Rhein, beide erst mit 20, beide verließen als Aktive den FC nie. Bernd Cullmann, Weltmeister 1974, spielte zwischen 1969 und 1985 insgesamt 418 Mal im FC-Trikot, war im Vorstand und Manager, ging nur einmal – als Manager des MSV Duisburg – kurz fremd.

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Carsten und sein Vater Bernd Cullmann haben nur einmal den Verein gewechselt: von der SpVg Porz zum 1. FC Köln.

Carsten brachte es von 1996 bis 2011 auf 315 Einsätze, davon 81 in der Bundesliga. Nach Karriereende wechselte er sofort in den Trainer-Stab, heute betreut er die U15.

Bernd Cullmann: „Ich hatte nie das Gefühl, dass er leidet“

An die Erfolge des Vaters kam er nicht ran, doch für ihn war es einfach „immer was Besonderes, beim FC zu spielen“. Natürlich sei er häufig auf den Vater angesprochen worden, sagt Carsten, „aber wir haben darauf geachtet, dass ich meinen eigenen Weg gehe, dass auch in den Zeitungen nicht so viele Vergleiche angestellt wurden“. Die wären natürlich zugunsten des Erzeugers ausgefallen, was ihn laut Bernd Cullmann aber nicht von seinen Zielen abbrachte: „Ich hatte nie das Gefühl, dass er leidet.“

Auch andere Söhne traten in die FC-Fußstapfen der Väter: Hansi Sturm (+71/2007) spielte von 1954 bis 1968, Ralf (50) ging 1994 nach fünf FC-Jahren zum Wuppertaler SV.

Die Weisers, Engels‘ und Helmes‘ beim 1. FC Köln

Mitchell Weiser (24), Sohn von Patrick Weiser (47/beendete 2007 die Karriere beim FC) ist ein Beispiel dafür, dass der Nachwuchs auch erfolgreicher sein kann. In Köln brachte es der Abwehrspieler ins U19-Nationalteam, ehe er 2012 zu den Bayern wechselte, 2017 wurde U21-Europameister, heute spielt er in Leverkusen.

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Mitchell Weiser spielt derzeit für Bayer Leverkusen.

Da sind auch Stefan Engels (58), achtmaliger Nationalspieler mit 236 Spielen für den FC auf dem Buckel, und Sohn Mario (25/49 Spiele für den FC Köln II, jetzt Roda Kerkrade). Und Jürgen Glowacz (58), mit dem FC Meister und Pokalsieger, dessen Sohn Manuel (31) bei Viertligist Alemannia Aachen spielt. Uwe Helmes (60), spielte von 1983 bis 1988 bei Fortuna Köln, Sohn Patrick (35/13-maliger Nationalspieler) immer eine Klasse höher: zwischen 2005 und 2015 fünf Jahre beim FC, auch in Leverkusen und Wolfsburg.

Ulf und Benjamin Kirsten

Riesengroße Fußstapfen hinterließ Ulf Kirsten (53) Sohn Benjamin (33): Kam der Vater als Nationalspieler 49 Mal im DDR- und 51 Mal im DFB-Trikot zum Einsatz, schoss er für Bayer Leverkusen in 13 Bundesligajahren 181 Tore, so schaffte es Benny als Torhüter mit Dynamo Dresden gerade mal in die Zweite Liga.

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Torhüter Benjamin Kirsten (l.) mit seinem Vater Ulf

Derzeit spielt er bei Lokomotive Leipzig in der Regionalliga Nordost.

Henrik und Kristoffer Andersen

Auch Kristoffer Andersen (33), Fortuna Kölns verletzter Mittelfeldmotor, kommt an die Erfolge von Vater Henrik (53) nicht heran. Als Profi des 1. FC Köln (125 Spiele von 1990 bis 1998) wurde der 30-malige dänische Nationalspieler 1992 Europameister.

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Kristoffer Andersen (l.) mit Vater Henrik 

Allerdings fehlte er beim 2:0-Finalsieg gegen die Deutschen, weil er im Halbfinale gegen Holland die Kniescheibe gebrochen hatte.

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