Wut trotz 3:2 Fortuna-Boss schimpft nach Fan-Eklat: „Dilettantismus!“ – Stadt reagiert

Westendorf und Bruns

Fortuna Kölns Präsident Hanns-Jörg Westendorf und Geschäftsführer Benjamin Bruns, sind enttäuscht, dass sie von der Stadt Köln vergessen wurden. Das Foto zeigt die beiden im Südstadion am 11. Juli 2019.

Köln – Fan-Eklat bei Fortuna Köln. Der Tabellenführer der Regionalliga West erfuhr erst dreieinhalb Stunden vor dem 3:2-Sieg gegen den Wuppertaler SV, dass nun doch keine 1000 Zuschauer ins Südstadion dürfen.

Fortuna Kölns Präsident Hanns-Jörg Westendorf (55) ist auf dem Baum und völlig außer sich, dass die Stadt und ihr Gesundheitsamt den Verein so kurzfristig informierten: „An der Entscheidung, dass keine Zuschauer zugelassen werden, will ich gar nicht rütteln. Wir sitzen da doch alle in einem Boot und wollen die Ausbreitung des Coronavirus' verhindern. Aber dass wir erst so kurz vor dem Spiel darüber informiert werden, dass nun doch keine Zuschauer zugelassen werden, das ist einfach unfassbar.“

Fortuna Köln: Gesundheitsamt der Stadt Köln meldet sich kurz vor dem Spiel und erteilt Fan-Absage

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Westendorf wettert weiter: „Dr. Johannes Nießen vom Gesundheitsamt hat mich am Samstagmorgen um 10.15 Uhr angerufen und hat mir mitgeteilt, dass keine Fans ins Stadion dürfen. Es war ihm hochnotpeinlich. Die Entscheidung war ja schon fast 24 Stunden bekannt, aber es wurde vergessen, Fortuna Köln zu informieren. So kann man mit uns doch nicht umgehen. Wir haben mit 1000 Zuschauern geplant und haben alleine für 15.000 Euro Essen eingekauft. Dazu noch Planungen, Personal und jetzt noch aufgebrachte Fans, die am Vereinsheim stehen. Wie die Stadt und das Gesundsheitsamt mit uns umgehen, ist einfach unfassbar. Das zeigt die Wertschätzung, die wir genießen. Ich bin so enttäuscht. Was Stadt und Gesundheitsamt demonstrieren, ist Dilettantismus in reinster Form. Die wissen alle nicht, was sie tun.“

Rumms, das sitzt!

Am Vereinsheim der Fortuna waren zahlreiche Fans und äußerten ihren Unmut, teilweise sei die Stimmung eskaliert, die Wut war groß. Westendorf schüttelt nur den Kopf: „Da ist quasi ein neuer Corona-Hotspot bei den Tumulten entstanden. Das geht so nicht!“

Fortuna Köln-Geschäftsführer Benjamin Bruns: „Das ist eine Farce“

Auch Geschäftsführer Benjamin Bruns (42) war außer sich: „Die Entwicklungen sind für uns als Fortuna natürlich unfassbar bitter. Vor allem die Kurzfristigkeit der Absage bringt völliges Unverständnis mit sich. Das ist eine Farce. Die Stadt sagte uns, dass man sich am Freitag nur mit den Themen FC und Bordelle beschäftigt habe. Da hat man uns schlicht vergessen und es zeigt unseren Stellenwert in der Stadt. Wir gehören gar nicht mehr richtig dazu. Henriette Reker war noch nie bei uns auf der Anlage.“

Keine Fans in Köln: Shitstorm gegen Bürgermeisterin Henriette Reker

Gegen Bürgermeisterin Henriette Reker (63) gab es schon nach der Fan-Entscheidung am Freitag einen Shitstorm.

Die Stadt Köln bestätigte am Freitagabend, dass doch keine 9200 Fans zum Spiel des 1. FC Köln gegen Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr) gehen dürften. 

Die Absage wurde begründet mit den steigenden Corona-Fallzahlen. Als Grenze gilt die Zahl von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Am Freitag hieß es: „Nach neuen Angaben des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen in Bochum vom heutigen Abend ergibt sich für den morgen maßgeblichen Sieben-Tages-Zeitraum eine Wocheninzidenz von 34,8. Der aktualisierte Datenstand für den heute maßgeblichen Sieben-Tageszeitraum ergibt aufgrund der im Meldeprozess typischen Nachmeldungen einen Wert von 35,2.“ Die Stadt erklärte: „Wegen des Anstiegs der Sieben-Tages-Inzidenz von 31,1 gestern, 18. September 2020, auf 34,8 können keine Zuschauer das Spiel des 1. FC Köln am Samstag gegen die TSG Hoffenheim im Rhein-Energie-Stadion verfolgen.“

Fortuna Köln wütend nach Fan-Absage: So reagiert die Stadt Köln

Nach einer EXPRESS-Anfrage hat nun auch die Stadt Köln reagiert und Stellung bezogen: „In der Kommunikation zwischen Land und Stadt zum FC-Spiel und einer Veranstaltung in der Lanxess-Arena am Sonntag ist das Spiel von Fortuna Köln im Südstadion bedauerlicherweise nicht thematisiert worden. Die Stadt hat Verständnis für die Enttäuschung des Vereins und der Fans und entschuldigt sich für dieses Versäumnis und die entstandenen Umstände. Die vom Land festgelegte Grenze bei einer Inzidenzzahl von 35 keine Zuschauer zuzulassen, betrifft auch Spiele mit weniger als 1000 und mehr als 300 Zuschauern.“

Spektakuläre Partie zwischen Fortuna Köln und dem Wuppertaler SV

Immerhin sorgte die Leistung auf dem Platz für zufriedene Fortuna-Gesichter. Nach einer turbulenten Partie stand am Ende der vierte Sieg im vierten Spiel. Wuppertal ging durch Marco Königs in Führung (12.), Jannik Löhden glich aus (45.+1). Auch in der zweiten Halbzeit boten beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Hamza Salman mit dem 2:1 (69.), Beyhan Ametov postwendend mit dem Ausgleich (71.) für die Mannschaft von Gäste-Trainer Alexander Voigt. Mike Owusu schlug erneut zurück und sorgte so für den 3:2-Sieg (74.).

Unentschieden zwischen SV Lippstadt und dem 1. FC Köln II, Niederlage für Bonner SC

Die Partie zwischen dem SV Lippstadt und dem 1. FC Köln II endete 1:1. Sava-Arangel Cestic brachte die Kölner in Führung (3.), Anton Heinz glich aus (33.). Der Bonner SC verlor 0:2 gegen Wegberg-Beeck. Shpend Hasani (16.) und Nils Hühne (33.) schossen die Tore.

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