Hat der sie noch alle? Fortuna-Drama: Fußballgott, es reicht!

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Fortunas Kicker und ihre Fans mussten in dieser Saison schon viele Nackenschläge ertragen.

Düsseldorf – Jeder Fortuna-Fan weiß, dass er leidensfähig sein muss. Ein wilder Achterbahnritt über Jahrzehnte, Absturz bis in die Oberliga, Durchmarsch zurück in die Beletage, wieder runter und wieder rauf, da braucht man schon ein dickes Fell. Doch was die Düsseldorfer in dieser Spielzeit erleben, das ist selbst für Fortuna nicht normal.

Zuletzt ein Spiel gegen den Vizemeister, in dem die Rot-Weißen drei Riesengelegenheiten hatten, um selbst in Führung zu gehen, aber einmal an BVB-Keeper Roman Bürki scheiterten (Marcel Sobottka) und zweimal Aluminium trafen (Steven Skrzybski).

Und die Höchststrafe dann in der fünften Nachspielminute aufgebrummt bekamen, als Dortmunds Shootingstar Erling Haaland (19) alle Hoffnungen der Düsseldorfer auf einen Punkt gegen das Top-Team mit seinem Kopfball-Siegtreffer zertrümmerte.

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Marcel Sobottka trotzig: „Haben ein gutes Spiel gemacht“

Eine ganz bittere Pleite, dabei wäre sogar ein Dreier drin gewesen. „Natürlich ist man dann erst einmal geschockt. Aber das ist der falsche Ansatz, wir müssen sehen, dass wir eine Spitzenmannschaft praktisch 94 Minuten im Griff hatten und ein gutes Spiel gemacht haben“, macht sich Sobottka (26) Mut.

Doch es fühlt sich an, als hätte sich in der aktuell laufenden Spielzeit alles gegen Fortuna verschworen.

Fortuna Düsseldorf: Hey, Fußballgott, hast du sie noch alle?

Was schief gehen konnte, ging schief. Und die Anhänger fragen sich: Hat der sie noch alle, der Fußballgott? Es reicht!

Allein was nach der Corona-Unterbrechung passiert ist, das sind schon Negativerlebnisse für eine ganze Saison und mehr. Beim Neustart gegen Paderborn trafen die Düsseldorfer viermal Pfosten oder Latte, mussten sich schließlich mit einer Nullnummer und einem mickrigen Pünktlein zufrieden geben.

Viermal Alu gegen SC Paderborn, trotz Führung nur ein Remis in Köln

Eine Woche später führte die Truppe im rheinischen Duell beim 1. FC Köln durch Tore von Kenan Karaman und Erik Thommy schon sicher mit 2:0, war klar auf Siegkurs, ehe Anthony Modeste (88.) und Jhon Cordoba (90.+1!) noch ein Unentschieden für die Geißböcke holten. Im Heimspiel gegen Hoffenheim lag Fortuna durch einen Treffer von Rouwen Hennings mit 1:0 vorne, 1899 holte trotz 81-minütiger Unterzahl (!) am Ende noch ein 2:2-Remis. So sprangen nur drei statt der 12 möglichen Punkte heraus.

Fortuna Düsseldorf: Nackenschläge schon vor der Pause

„Rumheulen hilft jetzt nicht weiter“, sagt Skrzybski (27) zwar, doch es ist tatsächlich eigentlich zum Heulen, wie es für die Rot-Weißen in diesem Spieljahr läuft. Denn schon vor der Pandemie-Pause war die Grenze des Erträglichen erreicht: In Frankfurt verloren die Düsseldorfer trotz Führung noch extrem unglücklich mit 1:2 (im Rückspiel lief es ähnlich, als Timothy Chandler in der 90. Minute noch den Führungstreffer von Kaan Ayhan egalisierte). Beim Auswärtsspiel in Wolfsburg stand schließlich ein 1:1 auf der Anzeigetafel, obwohl die Düsseldorfer vorne lagen und der VfL fast eine Halbzeit dezimiert spielen musste (Rote Karte für Marin Pongracic), Renato Steffen gelang noch der Ausgleich.

Fortuna Düsseldorf: 3:3 gegen Hertha ein Frust-Höhepunkt

Ein frustrierender Höhepunkt war das Heimspiel gegen Hertha BSC. Da lag Fortuna zur Pause völlig verdient mit 3:0 in Führung, es wurde nur ein 3:3. Beim Auswärtsmatch gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Mainz 05 stand es am Ende 1:1, obwohl die Düsseldorfer 20:3 Torschüsse verbuchten und das Runde einfach nicht ins Eckige wollte.

Fußballgott, du bist kein Fortune!

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Zur Krönung fehlt eigentlich nur, dass die Düsseldorfer am letzten Spieltag bei Union Berlin durch ein Eigentor in der Nachspielzeit ihren eigenen Abstieg besiegeln und nach Spielschluss plötzlich Guido Cantz aus irgendeiner Ecke springt und grinsend sagt: „Hey, das war doch nur Spaß. Oder habt ihr wirklich geglaubt, dass sowas passieren kann?“

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