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Fortuna-Hoffnung lebt weiter Rösler: „Haben Aufstieg in der eigenen Hand“

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Uwe Rösler, hier beim Heimspiel von Fortuna Düsseldorf gegen Hannover 96 am 21. Februar, glaubt noch an die Aufholjagd im Rennen um den Bundesliga-Aufstieg.

Düsseldorf – Gefühlt stand Uwe Rösler (52) in dieser Saison schon mehrfach vor dem Aus. Doch der Trainer kämpft noch immer mit Fortuna Düsseldorf um den Aufstieg. Zehn Spiele vor dem Ende haben die Düsseldorfer sieben Punkte Rückstand.

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Im EXPRESS-Interview erklärt der Coach, warum er weiter von der Erstliga-Rückkehr überzeugt ist.

Uwe Rösler hat Aufstieg mit Fortuna Düsseldorf noch nicht abgehakt

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EXPRESS: Herr Rösler, wie nervenaufreibend ist es derzeit bei Fortuna?

Uwe Rösler: Es ist durch Corona, viele Verletzungen und andere Dinge eine ungewöhnliche Saison. Aber das sind Herausforderungen, mit denen man umgehen muss. Das ist nicht immer einfach. Aber ich nehme es so an, wie es ist.

Wie gehen Sie damit um?

Ich konzentriere mich nur auf das, was ich beeinflussen kann. Ich kann das Training, den Matchplan und die Auswechslungen beeinflussen. Alles andere, auch was von außen kommt – das kann ich nicht beeinflussen. Wir müssen als Gruppe genau so denken. Nur dann haben wir eine Chance.

Ihre Entscheidungen basieren auch auf Fehleranalysen. Welche Fehler haben Sie gemacht?

Wenn ich jetzt eine Fehleranalyse in der Öffentlichkeit machen würde, wäre das nicht hilfreich, um unsere Ziele zu erreichen. Aber: Wir – auch ich – hinterfragen uns nach jedem Spiel. Diese Analyse führen wir aber intern durch und ziehen Schlüsse daraus.

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Uwe Rösler, hier beim 0:2 gegen Holstein Kiel am 8. Februar, war in den vergangenen Wochen und Monaten längst nicht mit allen Fortuna-Auftritten zufrieden.

Wenn Sie die Ergebnisse der Analysen nicht nennen wollen, nehmen Sie uns doch mal in den Ablauf mit…

Ein Beispiel: Eigentlich möchte ich Angriffspressing spielen lassen – mit sehr hohem Aufwand aus allen Mannschaftsteilen. Wir konnten diesen Stil nicht über 90 Minuten durchbringen und wurden zu offen im Verbund. Dann haben wir reagiert und unsere Presshöhen angepasst, sodass sich die Mannschaft nun kompakter und wohler fühlt.

Das heißt momentan sehen wir gar keinen Rösler-Fußball? Wie sähe der denn aus?

Fußball ist kein Wunschkonzert. Es gibt zwei Trainertypen: Konzepttrainer, die ihre Sache auf Teufel komm raus trainieren. Das kann sehr gut klappen, kann aber schwierig werden, wenn sie nicht die richtigen Spielertypen dafür haben. Ich bin ein anderer Typ, ich bin Pragmatiker. Ich habe meine Vorstellungen, aber ich analysiere die Spielertypen und versuche dann das Bestmögliche herauszuholen. Die besten Spieler müssen auf ihren besten Positionen zur Geltung kommen. Hier bei Fortuna ist es so: Ich habe zuvor selten 4-4-2 gespielt, aber wir haben hier vier hervorragende Stürmer, also muss ich mindestens zwei davon auf den Platz bringen. Das geht gar nicht anders. Generell: Ich will immer, dass wir schnell spielen, wenige Ballkontakte in der Abwehr und im Mittelfeld. Im letzten Drittel: Hohes Risiko, Individualität, Dribblings, Abschluss, Box besetzen.

Klingt nachvollziehbar. Das Problem: Als Sie in Düsseldorf anfingen, haben Sie anderen Fußball spielen lassen, der attraktiver aussah. Das ist für die Außenwirkung natürlich schwierig…

Noch mal: Es geht darum, aus den vorhandenen Spielern das Beste herauszuholen. In der Bundesliga hatte ich andere Spielertypen auf gewissen Positionen. Die Mannschaft hat sich also verändert – und in der Zweiten Liga wird auch anderer Fußball gespielt. Es gibt viel mehr Mann-gegen-Mann auf dem gesamten Platz. Es ist ein ganz anderer Ansatz. Ich lasse den Fußball spielen, von dem ich mir am meisten Punkte verspreche. Das ist ja auch Fortunas Anspruch.

Sie haben dreimal Dreierkette spielen lassen, ihr Lieblingssystem. Dreimal sind Sie zurück zur Viererkette gewechselt. Probieren Sie es noch mal diese Saison?

Das ist doch ein gutes Beispiel für das, was ich vorhin gesagt habe: Man kann als Trainer natürlich sein System unbedingt durchdrücken, aber das wäre falsch. Also: In dieser Saison wäre ein Wechsel auf Dreierkette nicht mehr richtig. Wir haben das 4-4-2 für uns gefunden, jetzt müssen die Abläufe noch klarer werden im Schlussspurt der Saison.

Im Schlussspurt herrscht großer Druck, aufsteigen zu wollen. Haben Sie schon vergleichbare Situationen in Ihrer Karriere gehabt?

Wenn man Leeds United unter Massimo Cellino (64, Klubvorsitzender, Anm. d. Red.) trainiert hat, kann es nicht schlimmer werden (lacht). Spaß beiseite: Fortuna ist ein spezieller Klub in einer speziellen Situation. Wir haben uns dieser Zielsetzung unterworfen und wir stellen uns ihr auch. Wir haben aber auch immer gesagt: Aufstieg – wenn alles optimal läuft. Dieser Zusatz wird gerne weggelassen. Es war ein offensives Ziel nach 19 Abgängen. Aber: Wir können es noch schaffen. Das stimmt mich positiv. Mir wurde vorgerechnet, dass wir es nicht mehr in der eigenen Hand haben. Aber ich sage: Wir haben den Aufstieg noch in der eigenen Hand! Weil wir gezeigt haben, dass wir diese Siegesserie hinlegen können. Es gibt Teams, die können das und andere können es nicht. Jetzt müssen wir es noch einmal auf den Rasen kriegen.

Wie groß ist Ihr Glaube noch?

Wenn wir gegen Sandhausen gewinnen, ist der Glaube sehr, sehr groß.

Sandhausen auswärts – das ist das typische Zweitliga-Spiel. Was braucht es für den Sieg?

Sie werden um ihr Leben kämpfen, also müssen wir das auch machen. Es ist ganz klar, am Samstag heißt es: Wer den Sieg mehr will, der wird ihn auch bekommen. Das ist unabhängig vom Schiedsrichter, vom Platz, von Gesperrten und Verletzten. Wer es mehr will, wird das Spiel gewinnen! Es ist ein absolutes Mentalitätsspiel. Unser Wille muss riesig sein!

In Würzburg ging es schief. Werden Sie darauf noch mal hinweisen?

Ich weise lieber auf positive Szenarien hin.

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Fortunas Thomas Pledl (r.) am 29. Januar bei der Niederlage bei den Würzburger Kickers im Zweikampf mit Patrick Sontheimer. Ergebnisse wie die Pleite in Würzburg warfen Fortuna im Aufstiegsrennen zurück.

Was bestärkt Sie im Glauben an den Aufstieg?

Wir haben eine große Konstanz in den Heimspielen. Das ist wichtig für die kommenden Wochen bis zum Ende der Saison. Wir sind zu Hause eine Macht. Wir müssen die Heimspiele gewinnen, um oben dranzubleiben und uns auswärts verbessern.

Der Glaube an den Aufstieg ist da. Wie groß ist der Glaube an eine Vertragsverlängerung über das Saisonende hinaus?

Wenn wir unser Ziel erreichen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß.

Und wenn nicht?

Das hängt an der Bewertung der sportlichen Führung.

Würden Sie denn überhaupt noch mal ein Jahr Zweitliga-Fußball mit Fortuna wollen?

Ich habe immer gesagt: Fortuna ist mein erster Ansprechpartner.

Mit den Lerneffekten aus dieser Saison – wären Sie sich sicher, den Aufstieg 2021/2022 zu packen?

Gegenfrage: Wer ist oben in der Zweiten Liga?

Fortuna_Nürnberg_Jubel

Die Fortuna bejubelt den Führungstreffer von Andre Hoffmann im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg am 7. März. Für den Saison-Endspurt setzt Trainer Uwe Rösler vor allem auf die Heimstärke.

Bochum, Kiel, Hamburg, Fürth…

Genau, Bochum, Kiel und Fürth haben ihre Teams über Jahre gebaut. Wir müssen demütiger sein. Wir können nicht davon ausgehen, dass Fortuna wie ein Tornado über alle Teams wegfegt. Das geht nicht mit einem Fingerschnipsen, das muss auch wachsen. Außer wir hätten den dreifachen Etat im Vergleich zu allen anderen Teams. Aber selbst Stuttgart ist vergangene Saison mit einem sehr hohen Etat gerade so über die Linie gehumpelt. Jeder hier will Fortuna in der Bundesliga sehen. Wir arbeiten hart dafür, dass es so schnell wie möglich klappt.

Ärgert Sie fehlender Realismus im Fußball?

Nein, dafür bin ich zu lange dabei. Im Fußball ist entweder alles gut oder alles schlecht. Aber davon lasse ich mich nicht leiten. Ich habe meine Meinung und lasse mich nicht zu Aussagen zwingen, hinter denen ich nicht stehe. Man kann alles diskutieren, ich habe sicher nicht immer recht, aber ich vertrete meinen Standpunkt – auch öffentlich.

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