Seit 50 Tagen wieder Fortune Klaus Allofs: Meine Erwartungen an Trainer und Team

Allofs_Interview

Düsseldorfs Vorstand Klaus Allofs ist jetzt seit 50 Tagen wieder für die Fortuna tätig.

Düsseldorf – Seit 28. September 2020 ist er wieder bei seinem Verein. Klaus Allofs (63) kehrte als Vorstand zurück zu Fortuna Düsseldorf, nachdem er bereits als Spieler und Trainer für den Klub fungierte.

Der ehemalige Manager von Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg spricht im Interview über seine ersten 50 Tage im Amt, die sportliche Situation und seine Wünsche mit der Fortuna.

Klaus Allofs im EXPRESS-Interview

Wie sind Sie aufgenommen worden bei der Fortuna?

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Ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe. Denn ich habe vor der Entscheidung einige Wochen nachgedacht, in denen wir immer wieder Gespräche geführt haben und ich natürlich zwischendurch mal leichte Zweifel hatte. Aber nach 50 Tagen kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Nicht, weil alles toll ist, sondern weil es eine interessante Aufgabe ist.

Erklären Sie das bitte!

In der Fortuna steckt viel Potenzial. Ich spreche nicht von einem schlafenden Riesen, weil das nicht korrekt ist. Wir sind in der Landeshauptstadt und in meinem Heimatverein. Die jetzige Situation ist eine interessante Aufgabe. Wir wollen sehen, ob wir wieder in die Bundesliga kommen können und den Abstand zu den Klubs mit denen wir uns vor einigen Jahren messen konnten, verringern können. Ich bin absolut zufrieden, die Art und Weise, wie wir arbeiten und wie ich aufgenommen worden bin, hat mich bestätigt. Man hat mir das Gefühl gegeben, dass man froh ist, dass ich hier bin. Ein besseres Gefühl kann man nicht haben.

Wie lautet eine erste Zwischenbilanz Ihrer Arbeit?

Man muss zuerst viel beobachten und viele Einzelgespräche führen. Heute habe ich mit den Scouts und Uwe Klein (Sportvorstand, die Redaktion) über mögliche Spieler gesprochen. Ich hatte Kontakt zu unserem Nachwuchsleiter Frank Schaefer – das ist viel Arbeit, die aber viel Spaß macht.

Wie haben Sie Fortuna in den Tagen kennengelernt?

Fortuna ist auf den Weg dahin, sich neu zu ordnen nach dem Abstieg. Vieles ist in der Struktur schon auf den Weg gebracht worden und man hat Ziele erarbeitet. Wir wollen nach dem Einschnitt strukturiert an die Sache herangehen. Wir wollen nach und nach die Dinge zum Guten verändern.
Die Struktur ist das eine, wichtiger ist der sportliche Erfolg.

Wie bewerten Sie die ersten Partien in der Zweiten Liga?

Fußball und besonders die erste Mannschaft ist die Lokomotive, die den Verein ziehen muss. Wenn dort viele Dinge positiv sind, hat das Auswirkungen auf den ganzen Verein. Deshalb ist das Augenmerk darauf gerichtet. Es war ein unglaublicher Umbruch, dazu kamen Verletzungen, Coronafälle und eine Vorbereitung, die man so gar nicht benennen kann. Der Trainer hatte stellenweise nur zehn Feldspieler zum Einspielen. Bei aller Ungeduld, die uns allen steckt, muss man einer Mannschaft und dem Trainer Zeit geben. Uwe Rösler konnte gar nicht das machen, was er im Hinterkopf hatte.

Trotzdem hat man das Ziel Bundesliga-Rückkehr ausgegeben!

Wenn man die Mannschaft komplett zusammen hat, ist großes Potenzial vorhanden. Daran muss man sich messen lassen. Die Voraussetzungen waren nicht die besten, von daher haben wir auch nicht so gespielt wie wir uns das vorstellen. Es war ziemlich holprig gerade auswärts, aber das Team hat immer zusammengestanden. Das war positiv. Wenn man sieht, wer jetzt in den Startlöchern steht, müssen wir anderen Fußball spielen. Das muss man von der Mannschaft verlangen können.

Wir sehen Sie ihre Arbeitsgebiete mittelfristig?

Wir wollen junge Spieler in die Mannschaft einbauen und wenn wir Spieler ausleihen sollten wir sie bestmöglich mit einer Kaufoption ausstatten. Damit wir die Chance haben, sie halten zu können, wenn sie sich gut entwickeln. Oder gleich Leute direkt an uns zu binden. Die ersten Schritte sind zum Beispiel Christoph Klarer oder Kristoffer Peterson, die wir langfristig an uns binden können.

Allofs-Interview-Express

Klaus Allofs erwartet nach der Rückkehr einiger Stammspieler besseren Fußball von der Mannschaft.

Wie sehen Sie die Zweite Liga?

Wir haben kein Bayern München, Dortmund oder Leipzig in unserer Liga, die konstant eine Liga dominieren. Bei uns in der Liga braucht man einen langen Atem. Wenn man zu Hause gewinnt und auswärts Unentschieden spielt, dann reicht es mit Garantie oben mitzuspielen. Wir wollen es nicht von der Ergebnis- oder der Tabellensituation aufzäumen. Wir wissen, dass es sehr schwer wird aufzusteigen, wenn wir so spielen wie in den ersten Spielen. Da brauchen wir nicht drum herumreden. Aber wir haben einen Kader, er gut genug ist, oben mitzuspielen. Da müssen wir aus dem schlechten Start das Beste machen. Es ist noch gar nichts passiert. Wir haben die Ruhe bewahrt, das ist eine Tugend der Fortuna, die wir gezeigt haben.

Redet man im Fußball zu schnell über die Arbeit der Trainer?

Es tut sicher vielen Vereinen gut, eine gewisse Kontinuität reinzubringen und nicht so sprunghaft in Entscheidungen zu sein. Wenn man intensiv arbeitet, werden auch andere Ergebnisse herausspringen. Sollte das nach einem halben Jahr nicht der Fall sein, muss man die Situation neu bewerten.

War für Sie Trainer Uwe Rösler „das ärmste Schwein“ in der Vorbereitung?

Das würde ich so nicht sagen. Er war nicht zu beneiden, aber ich glaube, dass Uwe Klein und ich ihm das Gefühl gegeben haben, dass wir zu ihm stehen, auch wenn der Sturm in der Öffentlichkeit mal größer wird. Wir kennen die Umstände und wissen, wie er arbeitet. Am Ende muss man Spiele gewinnen und das haben wir zum Glück gegen Heidenheim gemacht und auch in Nürnberg gepunktet.

Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial im Kader?

Wir wissen, dass wir im kreativen Mittelfeld noch einen Mann suchen. Wir haben die Hoffnung, dass Eddi Prib der Spieler sein wird, der das Spiel ordnen kann und uns mehr Kreativität gibt. Trotzdem wäre es schon gut, wenn wir uns dort verstärken können. Daran arbeiten wir intensiv. Da sind wir gut vorbereitet. Aber wir schwimmen nicht im Geld. Wir müssen aufgrund der Corona-Krise und den fehlenden Zuschauereinnahmen das Budget immer wieder neu berechnen. Wir werden das Geld, das wir haben, gut einsetzen.

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