Finanz-Überraschung nach Gazprom-Aus So steht es um den Schalker Schuldenberg

Finanziell musste Schalke 04 zuletzt regelmäßige Rückschläge hinnehmen. Die jetzt veröffentlichten Finanzahlen sind daher eine echte Überraschung: Der Konsolidierungskurs bei S04 trägt Früchte.

Der schmerzhafte Bundesliga-Abstieg, die heftigen Corona-Ausfälle, zuletzt dann das Aus von Hauptsponsor Gazprom: Die klammen Kassen des FC Schalke 04 wurden in jüngerer Vergangenheit von gleich mehreren Rückschlägen erschüttert. Doch zur großen Überraschung präsentierten die Knappen jetzt finanzielle Zahlen, die Hoffnung für die Zukunft machen.

Der am Dienstag (15. März 2022) vorgestellte Finanzbericht für das vergangene Kalenderjahr weist zwar einen Verlust von 17,6 Millionen Euro sowie einen Umsatz-Rückgang um knapp fünf Prozent aus, doch der gewaltige Schuldenberg schrumpfte unter die 200-Millionen-Grenze und liegt nach einem Rückgang um 33,5 Millionen Euro jetzt bei 183,5 Millionen Euro.

Schalke 04 finanziell „auf dem richtigen Weg“

Damit zeigt der strikte Sparkurs des Klubs Wirkung, obwohl die Verluste infolge der Corona-Pandemie und das erste Zweitliga-Jahr seit 1991 die Bedingungen noch einmal massiv erschwert hatten. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, lobte Schalkes Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers (45) in ihrer Einschätzung zum vergangenen Jahr.

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Auch durch satte Transfer-Einnahmen von 38,9 Millionen Euro konnte Schalke 04 den Fehlbetrag im Jahresverlauf deutlich drücken. Hatte der Verlust im ersten Corona-Jahr 2020 noch bei 52,6 Millionen Euro gelegen, beträgt das jetzt ausgewiesene Minus nur noch beinahe exakt ein Drittel der Vorjahres-Summe.

Schalke 04 trotz Aus von Gazprom mit positiver Finanz-Prognose

Das erst vor rund zwei Wochen beschlossene Aus von Sponsor Gazprom infolge Russlands Invasion in der Ukraine spielte für die Zahlen aus 2021 logischerweise keine Rolle, dennoch versicherte Rühl-Hamers, dass die Beendigung der Partnerschaft auch in Zukunft keinen Einfluss auf den erfolgreichen Kurs haben werde.

Die Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers sitzt bei der Vorstellung de Schalker Finanz-Zahlen des Jahres 2021 vor ihrem Laptop.

Die Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers am Dienstag (15. März 2022) bei der Vorstellung de Schalker Finanz-Zahlen des Jahres 2021.

„Wenn ich mir anschaue, wie wir die Herausforderungen seit dem Abstieg gemeistert haben, zuletzt den Wechsel des Hauptsponsors mitten in der Saison, dann blicke ich mit Optimismus in die Zukunft“, sagte die Nachfolgerin von Peter Peters (59), der am vergangenen Freitag bei der Wahl zum DFB-Präsidenten deutlich gegen den neuen Verbands-Boss Bernd Neuendorf (60) verloren hatte.

Schalke 04: eSport-Geschäft bringt lukrative Einnahmen

Auf Schalke zahlt sich weiterhin aus, dass der Verein relativ früh ins eSport-Geschäft eingestiegen war. Alleine die Abgabe eines Startplatzes in der europäischen League-of-Legends-Liga LEC brachte unglaubliche 26,5 Millionen Euro ein.

In der Fußball-Abteilung war die Kostensenkung beim Profi-Kader ein wichtiger Faktor: Die Mannschaft, die zu Erstligazeiten zuletzt pro Saison 80 Millionen Euro gekostet hatte, verbilligte sich auf 20 Millionen Euro pro Saison. Noch sei der sportliche Umbruch außerdem nicht abgeschlossen, betonte Schalkes Finanz-Vorständin.

Das sportliche Schicksal spielt für die finanzielle Zukunft dennoch eine entscheidende Rolle: Gelingt die angestrebte Bundesliga-Rückkehr in dieser Saison nicht, prognostiziert der Klub einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag als Verlust für das Gesamtjahr 2022. Ein weiteres Jahr im Unterhaus sei finanziell dennoch machbar, versicherte die Klubführung. (bc)

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