Nach Horror-Saison Schalke-Coach macht Dampf & richtet alles nach Terodde aus

Schalke-Coach Dimitrios Grammozis beim Training im Parkstadion.

Trainer Dimitrios Grammozis, hier am 17. Juni 2021 im Parkstadion in Gelsenkirchen, peilt mit dem FC Schalke 04 den Aufstieg in die Bundesliga an.

Gelsenkirchen. Für Krisen-Klub FC Schalke 04 und Coach Dimitrios Grammozis (42) ging es nach Ablauf der verstrichenen Saison eine Etage tiefer – es ist der erste Abstieg der Knappen seit der Saison 1990/1991. Nun laufen die Planungen der Königsblauen auf Hochtouren: Der Traditionsverein möchte schnell wieder aufsteigen.

Im Fokus: Coach Dimitrios Grammozis, der das sinkende S04-Schiff im vergangenen März übernahm und trotz Abstieg in die 2. Bundesliga an Bord bleibt.

Im Transfermarkt-Interview spricht der frühere Spieler des 1. FC Köln über seine Erfahrungen als Schalke-Trainer, die neue Knappen-Mentalität und den Rückhalt der sportlichen Leitung.

FC Schalke 04: Grammozis wählte Herausforderung ganz bewusst

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Als der Ex-Bundesliga-Profi am 2. März bei den Schalkern anheuerte, wusste auch Grammozis um die prekäre Lage des Vereins. Trotzdem suchte er die Herausforderung.

„Wenn man auf die Anzahl der Trainer in der vergangenen Saison blickt, dann liefen viele Dinge alles andere als optimal. Aber ich werde zusammen mit meinem Team versuchen, sie in die richtigen Bahnen zu lenken. Es ist eine große Aufgabe und war keine einfache Situation, als ich eingestiegen bin. Aber das war bekannt, und ich wollte die Herausforderung gerne annehmen. Deswegen überwiegt die Vorfreude ganz klar im Vergleich zur Befürchtung, dass Schalke mich vielleicht auffressen könnte“, erklärte der S04-Trainer.

FC Schalke 04: Sportliche Leitung stärkt Grammozis den Rücken

Als der erste Bundesliga-Abstieg seit 30 Jahren dann zur bitteren Realität wurde, rechneten viele damit, dass Grammozis der Trainer-Verschleiß-Fabrik der Königsblauen zum Opfer fallen würde – doch dem war nicht so!

Die sportliche Leitung rund um Peter Knäbel (54) und Rouven Schröder (45) stärkte Grammozis den Rücken. Dieses Vertrauen habe natürlich enorme Auswirkungen auf das gemeinsame Arbeiten.

„Natürlich freue ich mich darüber, zu jeder Zeit die Rückendeckung der beiden zu spüren. Die interne Kommunikation ist wirklich top. Wir telefonieren mehrmals täglich, jeder weiß, woran er ist. Es macht sehr viel Spaß, mit den beiden zusammenzuarbeiten“, so Grammozis.

FC Schalke 04: S04-Transfer-Karussell dreht sich auf Hochtouren

Seitdem ist viel passiert: Mittlerweile verzeichnen die Schalker zehn Abgänge, auch sechs Neuzugänge sind bereits verpflichtet. Der längst überfällige S04-Umbruch ist im vollen Gange.

„Peter und Rouven haben einen tollen Job gemacht, das muss ich einfach mal sagen. Sie haben schnell Fakten geschaffen und nicht gesagt: Wir schauen mal. Von den Spielern, die wir verpflichtet haben, waren wir komplett überzeugt. Es ging alles sehr schnell. Auch bei den Abgängen hat sich die Entwicklung früh herauskristallisiert. Das bringt selbstverständlich eine große Veränderung im Kader mit sich – genau das war unser Ziel“, sagte Grammozis.

Grammozis: „Schalke für Spieler ein Magnet“

Die zahlreichen Transfers, die der Ruhrpott-Klub bis dato schon über die Bühne bringen konnte, kommen nicht von ungefähr: Die besondere Mentalität sei noch immer für viele Spieler ein besonderer Anreiz.

„Man merkt schon, dass Schalke für Spieler ein Magnet ist. Auch für Spieler, bei denen man vielleicht denkt: Boah, haben die echt Bock, für Schalke in der 2. Liga zu spielen? Aber was uns neben Qualität ganz wichtig ist: die Mentalität. Es reicht nicht aus, ein wenig das Schalke-Trikot zu tragen und etwas zu kicken. Die 2. Liga ist sehr herausfordernd. Deswegen brauchen wir Spieler, die Fußball spielen, aber auch den Kampf annehmen. Wir schauen genau hin, um eine gute Mischung zu finden.“

FC Schalke 04: Knappen wollen Zweitliga-Mentalität annehmen

Mit dem Hamburger SV, Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf und Relegations-Verlierer Holstein Kiel dürfte auf die Schalker die stärkste 2. Liga aller Zeiten warten. Es sei nun extrem wichtig, eine andere Spielphilosophie an den Tag zu legen. Grammozis: „Wir müssen uns auf eine Liga einstellen, in der die Spiele gegen uns für viele Vereine wahrscheinlich der Höhepunkt sein werden. Der HSV, der diese Rolle zuletzt innehatte, hat gegen diese Klubs nun schon ein paar Mal gespielt. Schalke ist dagegen für viele Neuland oder ein lange nicht gesehener Gast. Deswegen werden wir eine andere Rolle einnehmen müssen.“

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